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Internet: Warum sind Hyperlinks eigentlich blau?

Eine UX-Designerin bei Mozilla hat sich auf die Suche nach dem blauen Hyperlink gemacht. Dabei stößt sie auf die Anfänge der Browsergeschichte.
/ Oliver Nickel
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Mosaic 2.7 (links oben), Netscape Navigator (rechts oben), Windows 3.1 (links unten) und Internet Explorer 1 (rechts unten). (Bild: Wikipedia)
Mosaic 2.7 (links oben), Netscape Navigator (rechts oben), Windows 3.1 (links unten) und Internet Explorer 1 (rechts unten). Bild: Wikipedia

Blaue Links auf weißem Untergrund und ihre violett markierten bereits angeklickten Pendants sind heute aus der Designsprache von Webseiten nicht mehr wegzudenken. Die Mozilla-UX-Designerin Elise Blanchard hat sich auf die Suche nach dem Ursprung des blauen Links(öffnet im neuen Fenster) gemacht – eine Suche, die bis in die Achtzigerjahre führt.

Unterstrichene URLs, heute ebenfalls ein Merkmal vieler Links, entdeckte Blanchard bereits im Browser World Wide Web (WWW). Dieser wurde 1990 von Tim Berners-Lee entwickelt und nutzte erstmals unterstrichene Hyperlinks. Allerdings handelte es sich bei WWW um einen Browser, der Farben nur in Graustufen anzeigte.

Blau als Farbe in einem Interface wurde schon im Jahr 1986 eingesetzt. Microsofts Windows 1.0 verwendete die typischen blauen Fensterränder und Header. Allerdings sollte erst Windows 3.1 im April 1992 die blaue Farbe auch für das Auswählen von Systemelementen nutzen. Anfang 1993 wurde dann der Webbrowser Mosaic von der University of Illinois entwickelt.

Mosaic als Pionier

Im April 1993 kam Version 1 des Mosaic-Browsers heraus. In den Patch-Notizen zur Vorversion 0.13, nur wenige Tage zuvor, tauchten erste Referenzen zum blauen Link auf. "Anker-Repräsentationen wurden verändert: blau und eine einzelne durchgezogene Linie für nicht besuchte, dunkles Violett und eine kursive gestrichelte Linie für besuchte" , heißt es in den Patch-Notes(öffnet im neuen Fenster) , die online noch immer erreichbar sind.

Mosaic war einer der ersten Webbrowser, der von einer breiten Masse der Nutzer für den Zugang zum Internet verwendet wurde. Folglich übernahmen auch kommende Webbrowser diesen visuellen und mittlerweile bekannten Stil. Im Oktober 1994 kam etwa Netscape Navigator auf den Markt, mit blauen Hyperlinks und grauem Seitenhintergrund. Auch Microsofts Internet Explorer, der zusammen mit Windows 95 ausgeliefert wurde, kopierte das bekannte Design mit blauen Links.

Warum auf einmal blau?

Warum wurden blaue Links letztlich blau gemacht? Eine Theorie ist es, dass Farbmonitore Ende der Achtzigerjahre und Anfang der Neunzigerjahre die monochromen Pendants langsam verdrängten. Entsprechend versuchten auch Programme, diese neuen Fähigkeiten zu nutzen.

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Blau gilt in der Farblehre generell als weniger aufdringlich, Violett wird als benachbarte Farbe ähnlich behandelt. Zudem war Blau bereits in anderen User-Interfaces wie etwa Windows 1.0 etabliert worden.

So wurden aus schwarzen und unterstrichenen Links, wie sie noch etwa in ViolaWWW zu sehen waren, blaue Hyperlinks im von ViolaWWW inspirierten Mosaic-Browser.


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