Abo
  • Services:

Internet: Viele ISPs geben BGP-Probleme einfach weiter

Immer wieder kommt es per BGP-Hijacking zum Umleiten von Internetverkehr. Ebenso werden falsche BGP-Routen auch einfach weitergeleitet. Eine Auswertung zeigt, dass die großen ISPs hier zu wenig agieren. Es gibt aber auch Abhilfe gegen besonders bösartige Akteure.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Verbindung von Systemen im Internet birgt einige Probleme.
Die Verbindung von Systemen im Internet birgt einige Probleme. (Bild: Andrew Hart/Flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Die grundlegende Routing-Infrastruktur des Internets nutzt das Border Gateway Protocol (BGP), um einzelne autonome Systeme (AS) miteinander zu verbinden und so das Internet zu bilden. BGP ist allerdings sehr anfällig für verschiedene Probleme. Zwar gibt es dagegen einige Gegenmaßnahmen, eine aktuelle Untersuchung zeigt aber, dass diese insbesondere von sehr großen Internet Service Providern (ISPs) nicht oder nur ungenügend umgesetzt werden.

Stellenmarkt
  1. Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, Neckarsulm
  2. BRZ Deutschland GmbH, Nürnberg

Das geht zumindest aus einer Untersuchung von Alexander Azimov hervor, der für den tschechischen Anti-DDOS-Provider Qrator Labs arbeitet und seine Ergebnisse auf dem Blog des Asia-Pacific Network Information Centre (APNIC) vorstellt. Die von Azimov untersuchte Gegenmaßnahme sind Eingangsfilter auf Basis der Internet-Routing-Registry-Datenbanken (IRR). Diese Filter lassen sich laut Azimov schnell mit Route-Objekten und AS-Sets erstellen. AS-Sets sind eine Sammlung von autonomen Systemen, die die gleichen Routing-Regeln verwenden.

Wenige, aber weitreichende Leaks

Dass sogenannte BGP-Hijacks und BGP-Route-Leaks überhaupt auftreten, sei laut Azimov schon ein sehr guter Hinweis darauf, dass die Filtertechniken nicht gut genug umgesetzt werden. Zur detaillierten Untersuchung nutzt Azimov eine recht einfache Überlegung: "Wenn ein Route-Leak von einer Kundenverbindung empfangen wird, diese aber nicht zum Customer Cone gehört, gibt es einen schlecht gebildeten IRR-Filter". Der sogenannte Customer Cone beschreibt die Verknüpfung jener autonomen Systeme, die nur durch Kundenverbindungen gebildet wird.

Zwar akzeptierten laut Azimov nur rund sieben Prozent aller Transit-ISPs bei IPv4 und sogar nur ein Prozent bei IPv6 Leaks außerhalb ihres Costumer Cones. Allerdings seien davon "alle Tier-1-Provider" und immerhin noch 50 Prozent der Top-400-ISPs für IPv4 betroffen. Darunter befinden sich große Transitprovider in Russland und China, ebenso wie europäische Internetknoten oder auch sehr wichtige einzelne Provider wie Hurricane Electric.

Für diese Netzwerke gebe es überprüfbare Beweise für das Fehlen von IRR-Filtern oder für erheblich kaputte IRR-Filter. Darüber hinaus würden lediglich der DE-CIX und Rostelecom aktiv mit ihren Kunden an der Verbesserung der IRR-Filter arbeiten. Azimov empfiehlt deshalb ISPs eine konstante Überwachung von BGP, die Verwendung von IRR-Filtern und auch eine engere Zusammenarbeit mit Kunden.

Böser Akteur wird isoliert

Eine eher rabiate Methode, wie die Verbreitung von BGP-Hijacks und -Route-Leaks verhindert werden kann, beschreibt der zu Oracle gehörende DNS-Diensteanbieter Dyn in seinem Blog. Ausgehend von einer Diskussion auf der Mailingliste der nordamerikanischen Netzwerkbetreiber (NANOG), ist der portugiesische Anbieter Bitcanal nach und nach vom Rest des Internets getrennt worden.

In dem Blog von Dyn wird Bitcanal als BGP-Hijack-Fabrik bezeichnet, da von dem Anbieter über Jahre hinweg eine große Anzahl von BGP-Hijacks ausgegangenen ist. Auf Betreiben der Community haben mehrere große Anbieter ihre Verbindung zu Bitcanal gekappt. Zwar suchte Bitcanal daraufhin nach neuen Verbindungen, diese sind aber ebenfalls schnell wieder getrennt worden, so dass Bitcanal nun "effektiv vom globalen Internet getrennt" ist.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. und Assassins Creed Odyssey, Strange Brigade und Star Control Origins kostenlos dazu erhalten
  2. bei Alternate vorbestellen

Folgen Sie uns
       


Nvidia Geforce RTX 2080 und 2080 Ti - Test

Nvidia hat mit der RTX 2080 und 2080 Ti die derzeit leistungsstärksten Grafikkarten am Markt. Wir haben sie getestet.

Nvidia Geforce RTX 2080 und 2080 Ti - Test Video aufrufen
Grafikkarten: Das kann Nvidias Turing-Architektur
Grafikkarten
Das kann Nvidias Turing-Architektur

Zwei Jahre nach Pascal folgt Turing: Die GPU-Architektur führt Tensor-Cores und RT-Kerne für Spieler ein. Die Geforce RTX haben mächtige Shader-Einheiten, große Caches sowie GDDR6-Videospeicher für Raytracing, für Deep-Learning-Kantenglättung und für mehr Leistung.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. Tesla T4 Nvidia bringt Googles Cloud auf Turing
  2. Battlefield 5 mit Raytracing Wenn sich der Gegner in unserem Rücken spiegelt
  3. Nvidia Turing Geforce RTX 2080 rechnet 50 Prozent schneller

Elektroroller-Verleih Coup: Zum Laden in den Keller gehen
Elektroroller-Verleih Coup
Zum Laden in den Keller gehen

Wie hält man eine Flotte mit 1.000 elektrischen Rollern am Laufen? Die Bosch-Tochter Coup hat in Berlin einen Blick hinter die Kulissen der Sharing-Wirtschaft gewährt.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Neue Technik Bosch verkündet Durchbruch für saubereren Diesel
  2. Halbleiterwerk Bosch beginnt Bau neuer 300-mm-Fab in Dresden
  3. Zu hohe Investionen Bosch baut keine eigenen Batteriezellen

Zahlen mit Smartphones im Alltagstest: Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein
Zahlen mit Smartphones im Alltagstest
Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein

In Deutschland gibt es mittlerweile mehrere Möglichkeiten, drahtlos mit dem Smartphone zu bezahlen. Wir haben Google Pay mit der Sparkassen-App Mobiles Bezahlen verglichen und festgestellt: In der Handhabung gleichen sich die Apps zwar, doch in den Details gibt es einige Unterschiede.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smartphone Auch Volksbanken führen mobiles Bezahlen ein
  2. Bezahldienst ausprobiert Google Pay startet in Deutschland mit vier Finanzdiensten

    •  /