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Internet- und Stromausfälle: Angriff der Cyber-Eichhörnchen

Eichhörnchen sind eine größere Gefahr für Internet- und Stromleitungen als Hacker. Das zeigt die Webseite CyberSquirrel1 auf augenzwinkernde Art und Weise.

Artikel veröffentlicht am , Eike Kühl/Zeit Online
Will dieses Eichhörnchen uns das Internet wegnehmen?
Will dieses Eichhörnchen uns das Internet wegnehmen? (Bild: likeaduck/Flickr/CC-BY 2.0)

Am 23. Dezember ging für rund 700.000 Menschen in der Ukraine das Licht aus. Der Blackout bei einem regionalen Energieversorger wurde möglicherweise - bestätigt ist das immer noch nicht - durch einen Hackerangriff ausgelöst. Die Täter könnten mithilfe eines präparierten Office-Dokuments auf die Server und Arbeitsplatzrechner gelangt sein und dort eine Schadsoftware installiert haben, die letztlich auch die Steuerungsanlagen störte.

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Bislang sind Angriffe auf kritische Infrastruktur durch Hacker und Schadsoftware selten. Weitaus häufiger haben es die IT-Unternehmen und Stromversorger mit einer anderen Plage zu tun als mit Computerviren: Ähnlich wie das flauschige Kaninchen im heimischen Wohnzimmer nur allzu gerne das Lampenkabel anknabbert, haben es Nager wie Eichhörnchen, Biber und Ratten auf Kabel in der freien Wildbahn abgesehen. Das lässt zumindest die Website CyberSquirrel1 vermuten. Sie sammelt bestätigte Fälle, in denen Tiere Internet- oder Stromleitungen gekappt haben.

Knapp 1.000 dieser Fälle rund um die Welt haben die Macher von CyberSquirrel1 inzwischen gesammelt und auf einer Weltkarte verortet - die meisten davon fallen auf die USA. Aber auch Deutschland ist vertreten: Im vergangenen Juni etwa sorgte mutmaßlich eine Ratte für einen Stromausfall rund um den Berliner Alexanderplatz. Die offizielle Diagnose: Kabelfehler. Die Veranstalter des letztjährigen Chaos Communication Camps hatten mit listigen Mardern zu kämpfen. Andere bestätigte Fälle sind auf Biber, Vögel oder Waschbären zurückzuführen. Die größte Gefahr aber sind ganz klar Eichhörnchen: Über 600 Zwischenfälle mit den Nagern sind bereits dokumentiert.

Man ahnt es vielleicht, aber CyberSquirrel1 ist nicht bloß als Meme gedacht. Den Machern zufolge soll die Website mit einem Augenzwinkern zeigen, dass es nicht Hackerangriffe sind, die tatsächlich die heimische Infrastruktur bedrohen, sondern viel simplere Dinge wie schlecht verlegte, ungeschützte oder veraltete Kabel. Gleichzeitig ist das Projekt auch eine Parodie auf die inflationär gebrauchten Vorsilbe "Cyber-", die mittlerweile bei jedem noch so kleinsten Hackerangriff auftaucht. Und was wäre ein echter Cyberkrieg ohne Cyber-Eichhörnchen?



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HerbertSaurugg 21. Jan 2016

Mag stimmen, nur vergessen wir gerne, dass auch das europäische Stromversorgungssystem...

Bautz 21. Jan 2016

Rettet den Wald, esst mehr Biber! Rettet meine Ohren, esst den Bieber!

Anonymer Nutzer 14. Jan 2016

Man muss es unter Duldung heftigster Kollateralschäden bekämpfen.


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