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Facebook-Nutzer US-Marinekorporal Jonathan Odriscoll (auf einer Militärbasis in der Provinz Helmand/Afghanistan)
Facebook-Nutzer US-Marinekorporal Jonathan Odriscoll (auf einer Militärbasis in der Provinz Helmand/Afghanistan) (Bild: Bay Ismoyo/AFP/Getty Images)

Wie aus einem Ego-Shooter, nur eben real

Die Bundeswehr präsentiert sich bei Facebook auch schon mal mit dem Foto einer Transall-Maschine im Abendrot. Darunter sind Einträge vom Hafengeburtstag in Hamburg zu lesen. In Werbevideos betont die Truppenführung vor allem den Aspekt Abenteuer, schließlich kommen die Rekruten nicht mehr von selbst, sie müssen geworben werden.

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Leicht ist da die Grenze zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Propaganda verwischt: So zeigt ein Werbetrailer der US-Armee mit viel Getöse, wie die Marine mit Luftunterstützung Bodentruppen an einer Küste absetzt - mittendrin mehrere Radpanzer, beladen mit "Aid"-Hilfspaketen.

Schocks für die Netzöffentlichkeit

Das Social Web wird so zum Werbekanal und Schützengraben zugleich: Kriegsparteien flankieren das Töten mit aggressiver Rhetorik auf Twitter. Mit Bildern prangern sie den Gegner an und rechtfertigen den eigenen Waffeneinsatz mit Grafiken, Videos und Tweets. Im Machtkampf schocken Islamisten und Gotteskrieger die Netzöffentlichkeit mit Bildern von Erhängten, in Syrien filmen Assad-Gegner, wie sie vermeintliche Regime-Unterstützer massakrieren.

Ein markantes Beispiel dafür ist die wochenlange Propagandaschlacht zwischen israelischer Armee und Hamas vom November 2012. Begonnen haben die Israelis, die die Tötung des Islamistenführers Ahmed Jabari auf Youtube posteten - eine Zehn-Sekunden-Sequenz wie aus einem Ego-Shooter, nur eben real.

Postings nach Protest gelöscht

Die zivile Öffentlichkeit ist nicht immer begeistert von so viel Einblick ins Kriegshandwerk. Im Falle der Exekutions- und Massakervideos aus Syrien bewirkten Userhinweise, dass Youtube nun zumindest einen Warnbalken vorschaltet. Entfernen lassen sich die Gräuelfilme nur schwer.

Stoltenow weiß von weiteren Beispielen: Ein israelischer Soldat hatte auf Instagram inmitten von Privatfotos ein Bild gepostet, für das er am Rechner ein Kind ins Fadenkreuz eines Zielfernrohrs montiert hatte. Nach heftigem User-Protest löschte er die menschenverachtende Montage.

Auch die Bundesregierung musste unter öffentlichem Druck ihre Onlinepolitik überarbeiten: Auf ihrem Youtube-Kanal hatte die Bundeswehr mit kühn blickenden Soldaten geworben, viel Kriegsgerät und Kettengerassel waren zu sehen. Zu viel: Nach politischem Protest in Berlin sei der Film wieder verschwunden, erklärt Wiegold. Die Begründung des Regierungssprechers: Dem Werk habe der erforderliche Wortanteil gefehlt.

 Internet und Krieg: Wenn Social Networks zum Schützengraben werden

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zilti 21. Mai 2013

Das war aber kein Rücktritt, sondern Politik. Und stellenweise Revolution.

zilti 21. Mai 2013

Wozu entfernen? Ja, zeigen wir der Öffentlichkeit doch lieber diese Fassade von heiler...



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