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Internet: Tschechien setzt sich Enddatum für IPv4

Verwaltung und staatliche Institutionen Tschechiens sollen künftig ausschließlich auf IPv6 setzen. CZ.NIC hat bereits einen Countdown für IPv4 eingerichtet.
/ Sebastian Grüner
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Der tschechische Staat will ein Ende von IPv4. (Bild: Pixabay)
Der tschechische Staat will ein Ende von IPv4. Bild: Pixabay

Die Tage von IPv4 sind gezählt – zumindest in Tschechien – und zwar wortwörtlich. Ab dem 6. Juni 2032 soll die Verwaltung des Landes für sämtliche Dienste auf die Nutzung von IPv4 verzichten. Diese sollen dann nur noch per IPv6 verfügbar sein. Auf der Webseite KonecIPv4(öffnet im neuen Fenster), was schlicht IPv4-Ende bedeutet, veröffentlichte das unter anderem für die .cz-Top-Level-Domain zuständige CZ.NIC einen Countdown. Demnach bleiben allen Beteiligten noch etwas mehr als 3.000 Tage zum Wechsel auf IPv6.

Grundlage des Endes von IPv4 in der Verwaltung ist ein von Ministerpräsident Petr Fiala unterzeichneter Beschluss der Regierung. Darin heißt es unmissverständlich, dass "ab dem 6. Juni 2032 die Erbringung staatlicher Verwaltungsdienste auf dem IPv4-Protokoll für Regierungsmitglieder und Leiter anderer zentraler staatlicher Verwaltungsorgane einzustellen" sei.

Als Begründung für das angestrebte IPv4-Ende heißt es auf der Webseite: "Das IPv4-Protokoll, seit den 1980er Jahren ein Schlüsselelement der Internetkommunikation, dient effektiv dazu, mit dem Internet verbundenen Geräten eindeutige Adressen zuzuweisen. Mit zunehmender Anzahl an Geräten und Diensten wurde IPv4 jedoch aufgrund der begrenzten Anzahl von Adressen nicht mehr ausreichend. Der Übergang zu IPv6, das eine nahezu unbegrenzte Anzahl von Adressen bietet, ist notwendig, um die Skalierbarkeit, Sicherheit und Effizienz der Internet-Infrastruktur zu gewährleisten."

Bekannt ist dies alles seit Anfang der 90er Jahre. Offiziell als Standard verabschiedet wurde IPv6 im Jahr 1998. Doch auch mehr als 25 Jahre später verläuft die Verbreitung des Protokolls schleppend. Zwar unterstützen alle gängigen Betriebssysteme die Technik, aber viele auch weit verbreitete Onlinedienste wie etwa Github.com sind weiterhin nicht per IPv6 erreichbar. Außerdem zögerten Internetprovider lange den Einsatz durch Endnutzer heraus. Letzteres dürfte sich durch den Zwang, IPv6 für staatliche Institutionen nutzen zu müssen, zumindest in Tschechien wohl bald ändern.


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