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Internet: Ripe NCC vergibt IPv4-Adressen künftig per Warteliste

Wenn die aktuell verfügbaren IPv4-Adressen des Ripe NCC vergeben sind, will dieses nur noch /24-Blöcke per Warteliste verteilen. Noch stehen aber mehr als 2 Millionen Adressen bereit.
/ Sebastian Grüner
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Die Verteilung der letzten IPv4-Adressen erfolgt künftig per Warteliste. (Bild: YANN SCHREIBER/AFP/Getty Images)
Die Verteilung der letzten IPv4-Adressen erfolgt künftig per Warteliste. Bild: YANN SCHREIBER/AFP/Getty Images

Die verfügbaren IPv4-Adressen gehen auch bei der für Europa, den Nahen Osten und Zentralasien zuständigen Organisation Ripe NCC zur Neige. Wenn die derzeit verfügbaren freien Adressblöcke vergeben sind, sollen IPv4-Adressen nur noch über eine Warteliste in sehr kleinen Blöcken verteilt werden.

Das legt eine aktuelle Richtlinie(öffnet im neuen Fenster) fest, die die Organisation beschlossen(öffnet im neuen Fenster) hat. Derzeit verfügt das Ripe NCC eigenen Angaben zufolge(öffnet im neuen Fenster) noch über rund 2,75 Millionen IP-Adressen. Sogenannte Local Internet Registries (LIR), also etwa die Betreiber eigener autonomer Systeme (AS), erhalten seit fast schon sieben Jahren auf Anfrage auch nur noch einen einzigen letzten /22-Block, also genau 1.024 IPv4-Adressen.

Schon jetzt hat diese recht strikte Richtlinie offenbar dazu geführt, dass die derzeit noch freien IPv4-Adressen des Ripe NCC nur noch vergleichsweise langsam vergeben werden. Es ist aber absehbar, dass auch dieser Adressvorrat irgendwann aufgebraucht sein wird. Die aktualisierte Richtlinie ist für eben diesen Fall gedacht.

Tritt dieser ein, sollen nur noch zusammenhängende /24-Blöcke, also genau 256 IPv4-Adressen, über eine Warteliste verteilt werden. Garantien für eine Wartezeit auf die Vergabe will das Ripe NCC dafür explizit nicht geben. Und ebenso wie bisher soll auch nur noch genau ein /24-Block je LIR vergeben werden.

Die offensichtliche Lösung, um der Knappheit an IPv4-Adressen zu entkommen, ist eigentlich der Wechsel auf den Nachfolger IPv6. Noch ist dessen Nutzung aber vor allem bei Endnutzern verhältnismäßig gering. So berichtet etwa Google, dass lediglich knapp 30 Prozent der Zugriffe auf die Webseite per IPv6 geschehen. Auch Unternehmen und Netzwerkdienstleister wechseln nur langsam auf IPv6, so dass IPv4-Adressen zu einer teuren Ressource werden. In den USA soll sich deshalb ein Betrüger die Rechte an circa 735.000 IPv4-Adressen erschlichen haben, um diese gewinnbringend weiterzuverkaufen.


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