IPv4 hat theoretisch noch viel Potenzial

Der IPv4-Standard ermöglicht eine theoretische Maximalanzahl von 4,3 Milliarden Adressen. Hiervon sind ungefähr 600 Millionen reserviert, beispielsweise für interne Verwendung (RFC1918) oder für Multicast (RFC5771). Es bleiben also 3,7 Milliarden Adressen, die im Internet global verwendet werden können. Von diesen 3,7 Milliarden sind momentan 2,8 Milliarden (also 76 Prozent) in der globalen Routingtabelle gelistet. Für diese Adressen existiert also ein Netzwerk im Internet, das Pakete akzeptiert, was bedeutet, dass sie zumindest theoretisch im Internet in Verwendung sein können.

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Bei den restlichen, nicht gelisteten Adressen handelt es sich zu einem Großteil um Adressblöcke, die bereits in den frühen 80er Jahren an Unternehmen ausgegeben wurden - in einer Zeit, in der Adressknappheit noch kein weltweites Problem war. Die Organisationen, die die weltweite IP-Adressvergabe regulieren, haben bereits mehrere Initiativen gestartet, um diese Adressblöcke zurückzufordern, jedoch nur mit bestenfalls mäßigem Erfolg.

2,8 Milliarden IP-Adressen sind also in der globalen Routingtabelle gelistet. Dies bedeutet aber noch nicht, dass diese Adressen auch aktiv genutzt werden. So können Provider große Adressblöcke zwar routen, müssen jedoch nicht zwangsläufig Rechner mit diesen Adressen versorgen. Die tatsächliche Verwendung von IP-Adressen zu bestimmen, ist aufgrund der Dezentralität des Internets äußerst schwierig, da es schlichtweg keine Möglichkeit gibt, Aktivität flächendeckend zu messen.

In der hier beschriebenen Studie (PDF) haben deutsche und US-amerikanische Forscher eine Methode gefunden, einen sehr großen Teil der weltweiten IP-Aktivität zu analysieren. Hierfür wurden Daten aus den Server-Logs eines der größten Content Distribution Networks (CDN) der Welt ausgewertet, das weltweit mehr als 200.000 Webserver betreibt und täglich mehr als drei Billionen Anfragen von Nutzern verarbeitet.

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Die Server-Logs enthalten hierbei täglich diejenigen IP-Adressen, von denen eine Anfrage an das CDN gesendet wurde; unabhängig davon, welche oder wie viele Inhalte abgerufen wurden. Die Studie zeigt, dass das globale Wachstum von IPv4-Aktivität seit dem Jahr 2014 stagniert. Gleichzeitig zeigen weite Teile des Adressraums keine oder nur geringe Nutzung. Eine effizientere Verwaltung des Adressraumes könnte also große Potenziale an nutzbaren IP-Adressen freigeben.

Stagnierende IPv4 Adressaktivität

In einer Betrachtung des gesamten Jahres 2015 zeigen die CDN-Logs insgesamt 1,2 Milliarden aktive IPv4-Adressen. Kurz gesagt: Von den 3,7 Milliarden verfügbaren IPv4-Adressen sind lediglich 2,8 Milliarden (75 Prozent) global geroutet, und von nur 1,2 Milliarden (32 Prozent) dieser Adressen wurde tatsächlich Aktivität gemessen. Die Anzahl der aktiven Adressen stagniert seit 2014, und so bleiben uns aktuell deutlich mehr als 2 Milliarden IPv4-Adressen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ungenutzt sind.

  • Typische Aktivitätsmuster von aktiven IPv4 Adressblöcken.
  • Seit 2014 wächst die Anzahl der aktiven IPv4 Adressen nicht mehr.
  • IPv4 Aktvititätsmatrix: Jeder Tag, an dem eine Adresse aktiv ist, wird rot markiert. (Bild: Philipp Richter).
Seit 2014 wächst die Anzahl der aktiven IPv4 Adressen nicht mehr.

Die oben stehende Grafik zeigt die monatliche Anzahl der IPv4-Adressen, die Inhalte vom CDN abgerufen haben. Zusätzlich sind die Daten markiert, an denen die Regional Internet Registries ihre Adressreserven erschöpft haben. In den Jahren 2008 bis 2014 wuchs die Anzahl der aktiven Adressen kontinuierlich. 2014 gab es jedoch einen abrupten Wandel: Seitdem steigt die Anzahl der aktiven IPv4-Adressen nicht mehr und rangiert nun kontinuierlich bei etwa 850 Millionen wöchentlich aktiven Adressen.

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 Internet Protocol: Der Adresskollaps von IPv4 kann verzögert werdenIneffiziente Nutzung der Adressen birgt Potenzial 
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/mecki78 17. Okt 2019

Genauso läuft das eigentlich. Und weil du eine Suchdomain hast, heißt es sogar oft nur...

xSureface 08. Nov 2016

warum sollte es auch? nur wenn man nicht genug intelligenz besitzt schon mal was von DNS...

Crass Spektakel 06. Nov 2016

Und sollte uns IPv6 nicht reichen können wir immer noch auf voll symantische AX.25...

Neuro-Chef 01. Nov 2016

De facto is wurscht, was sein sollte. Es ist, wie es ist.

DerVorhangZuUnd... 31. Okt 2016

Achso... Ja, leider kam irgendwann jemand auf die Idee das es besser wäre die...



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