Internet of Wine: Das entspannende Klicken eines smarten Rotweins

Das IoT macht wirklich vor gar nichts halt, so kultiviert es sich auch gibt: Das Startup Kuvée will die Weinflasche durch einen Dummy mit Display und Kartuschen ersetzen. Na Prost!

Artikel veröffentlicht am ,
Wein aus Kartuschen: die Kuvée-Flasche mit zwei Alubehältern
Wein aus Kartuschen: die Kuvée-Flasche mit zwei Alubehältern (Bild: Kuvée)

Das US-Startup Kuvée will eine Lösung für das jahrhundertealte Problem vieler Weintrinker gefunden haben: Trinken wir jetzt einen Roten oder einen Weißen? Und wenn wir zwei Flaschen öffnen, was machen wir dann nach ein, zwei Gläsern mit dem Rest? Immer eine ganze Flasche alleine trinken ist auf Dauer schließlich nicht unbedingt die beste Lösung, und Weine über Tage in der geöffneten Flasche stehen lassen? Igitt.

Mit Kuvée lassen sich verschiedene Weine trinken, ohne dass die dionysische Köstlichkeit nach ein, zwei Tagen nachlässt. Kuvée ist eine smarte Weinflasche, die mit Weinkartuschen gefüllt wird und über ein Display verfügt. Das klingt für Weinpuristen jetzt möglicherweise eher unsexy, hat aber auf Indiegogo so vielen Personen so gut gefallen, dass sie das anvisierte Crowdfunding-Ziel von 50.000 US-Dollar in zehn Stunden geknackt haben.

  • Ein gutes Essen und Wein in Aluflaschen (Bild: Kuvée)
  • Über das Display der Kuvée-Flasche gibt es Informationen zum Wein. (Bild: Kuvée)
  • Das Abendessen der Zukunft? Eine Flasche, viele Weine (Bild: Kuvée)
  • Die Kuvée-Flasche mit zwei Nachfüllkartuschen (Bild: Kuvée)
  • In die Kartuschen passen 750 Milliliter Wein. (Bild: Kuvée)
Ein gutes Essen und Wein in Aluflaschen (Bild: Kuvée)

Die Kuvée-Flasche wird von unten mit einer Aluminiumkartusche befüllt, die mit einem Weinschlauch aus Kunststoff gefüllt ist. Die 750 Milliliter Wein in dieser Kartusche sollen - wie bei einem herkömmlichen 5-Liter-Kanister Landwein - vor dem Ausschenken nicht mit Sauerstoff in Berührung kommen. Daher soll der Wein bis zu 30 Tage lang frisch und fruchtig schmecken.

Das satte Klicken eines guten Weines

Nach dem für Wein-Connaisseure bisher eher unbekannten "Klick", wenn die Kartusche in die Flasche einrastet, lässt sich der Rebensaft wie gewohnt eingießen. Offen ist die Kartusche jedoch nicht. Ein Ventil soll dafür sorgen, dass keine Luft an den Wein in der Kartusche gelangt. Theoretisch sollte dies tatsächlich dafür sorgen, dass der Wein länger frisch schmeckt.

Wer in einer geselligen Runde mehrere Weine ausschenken will, kann die angebrochenen Kartuschen munter durchwechseln: An der Tülle der Kuvée-Flasche sollen keine Weinreste haften bleiben, so könnten also auch weiße und rote Weine abwechselnd ausschenkbar sein. An das Klicken dürften sich Weinliebhaber jedoch erst einmal gewöhnen müssen; ob es letztlich auch zu Veränderungen im Sprachgebrauch kommen wird? "Schatz, kannst du mir mal die Kartusche einklicken?" klingt zumindest nach aktuellem Stand eher fragwürdig.

Display gibt Informationen zum Wein

Um möglicher Verwirrung, welcher Wein jetzt gerade in der Flasche steckt, vorzubeugen, haben die Kuvée-Macher ihre Smart-Bottle mit einem Display ausgestattet. Es zeigt Weintrinkern nicht nur ein digitales Etikett des aktuell degustierten Weines an, sondern auch weitere Informationen zum Weingut. Über die Flasche lassen sich, dank WLAN-Vernetzung, auch gleich neue Weine bei Kuvée bestellen. Während des Gelages kann so gleich für Nachschub gesorgt werden. Insgesamt sollen zum Marktstart im Oktober 2016 48 kalifornische Weine zur Verfügung stehen. Auch über eine App und über einen Onlineshop sollen die Kartuschen erhältlich sein.

Die Akkulaufzeit soll nur sechs Stunden betragen, allerdings gibt es einen Standby-Modus bei Nichtbenutzung. Geladen wird die Flasche über eine Ladestation. Kuvée soll zunächst in den USA vertrieben werden, ein internationaler Marktstart soll folgen. Allerdings scheinen die USA noch nicht so recht für das Internet of Wine bereit zu sein: In bestimmten Bundesstaaten wird die kluge Flasche nach aktuellem Stand nie zu bekommen sein, da Wein hier nicht verschickt werden darf. Aktuell können US-Weinliebhaber in den passenden Staaten die Kuvée-Flasche mit vier Kartuschen für 200 US-Dollar vorbestellen, der nächsthöhere Unterstützungsbetrag liegt bei 230 US-Dollar. Das Finanzierungsziel hat das Projekt bereits erreicht.

Beginn eines "Internet of Wine"?

Kuvée ist nicht das erste Startup, das sich mit der Vernetzung von Wein beschäftigt. So konnten wir auf der Maker Faire 2015 in Rom bereits ein smartes Korkensystem bestaunen, das Informationen über den Zustand des Weins liefern soll. Ob aber auch Weinkenner für vernetzte Rebensäfte bereit sind, bleibt abzuwarten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anonymer Nutzer 31. Mär 2016

Selbst den 5L Apfelsaft im Karton mit innenliegendem Folienschlauch/-Ballon ist technisch...

Sybok 31. Mär 2016

Du glaubst also auch noch an das Märchen, dass verkorkter Wein besser schmeckt? Ein...

Anonymer Nutzer 30. Mär 2016

Offensichtlich. Sonst hätten nicht so viele deppen investiert. XD

Lasse Bierstrom 30. Mär 2016

Weil es nicht so gut funktioniert. Sobald Sauerstoff rankommt fängt es an. Absaugen...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
25 Jahre Starship Troopers
Paul Verhoevens missverstandene Satire

Als Starship Troopers in die Kinos kam, wurde ihm faschistoides Gedankengut unterstellt. Dabei ist der Film des Niederländers Paul Verhoeven eine beißende Satire.
Von Peter Osteried

25 Jahre Starship Troopers: Paul Verhoevens missverstandene Satire
Artikel
  1. Azure DevOps: Die Entwicklerplattform, die es richtig macht
    Azure DevOps
    Die Entwicklerplattform, die es richtig macht

    Azure DevOps ist eine mächtige und ständig wachsende Plattform. Ich bin Fan - und zwar aus guten Gründen.
    Ein IMHO von Rene Koch

  2. Lügenvorwürfe: Beschwerden über Telekom-Drückerkolonnen auch in Karlsruhe
    Lügenvorwürfe
    Beschwerden über Telekom-Drückerkolonnen auch in Karlsruhe

    Wie in Köln arbeiten Telekom-Werber offenbar auch in Karlsruhe mit fragwürdigen Methoden. Verbraucherschützer fordern ein Verbot solcher Besuche ohne Einwilligung.

  3. Energiekrise: Brauchen wir Atomkraftwerke noch?
    Energiekrise
    Brauchen wir Atomkraftwerke noch?

    Wegen des Kriegs in der Ukraine laufen die letzten drei deutschen Atomkraftwerke bis Mitte April. Ein Weiterbetrieb wird gefordert. Wie realistisch oder sinnvoll ist das?
    Eine Analyse von Werner Pluta

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Kingston NV2 2TB 104,90€ • Patriot Viper VPN100 2TB 123,89€ • Alternate: Weekend Sale • WSV bei MediaMarkt • XIAOMI Watch S1 149€ • Alphacool Eiswolf 2 AiO 360 Radeon RX 6800/XT 227,89€ • MindStar: be quiet! Dark Power 13 1000W 259€ • The Legend of Zelda: Link's Awakening 39,99€ [Werbung]
    •  /