Abo
  • Services:
Anzeige
Die smarte Türklingel Ring kann Angreifern das WLAN-Passwort verraten.
Die smarte Türklingel Ring kann Angreifern das WLAN-Passwort verraten. (Bild: Pentestpartner)

Internet of Things: Die smarte Türklingel verrät das WLAN-Passwort

Die smarte Türklingel Ring kann Angreifern das WLAN-Passwort verraten.
Die smarte Türklingel Ring kann Angreifern das WLAN-Passwort verraten. (Bild: Pentestpartner)

Eine Gegensprechanlage, die mit dem Smartphone zusammenarbeitet. Klingt eigentlich praktisch, doch leider weist das Gerät Sicherheitsmängel auf, wie Hacker jetzt herausfanden.

Die smarte Türklingel Ring kann das WLAN-Passwort der Nutzer an Angreifer verraten, wie Sicherheitsforscher der Firma Pentestpartner herausgefunden haben. Die Sicherheitslücke wurde mittlerweile durch ein Update geschlossen. Ring ermöglicht es, mit Besuchern vor der Haustür über das eigene Smartphone zu sprechen, selbst wenn der Besitzer nicht zu Hause ist. Dazu nutzt das Gerät eine interne Kamera und einen Annäherungssensor. Das Gespräch läuft dann über eine App. Das Gerät ist zudem Kompatibel mit verschiedenen smarten Türschlössern, über die die Tür dann auch geöffnet werden könnte.

Anzeige

Das Gerät wird außerhalb der Wohnungstür angebracht. Dazu wird zunächst eine Halterplatte an die Wand geschraubt. Auf diese wird die eigentliche Ring-Hardware geschoben und mit zwei Torx-T4-Schrauben fixiert. Da Torx-Schraubendreher mittlerweile extrem einfach zu beziehen sind, kann das Gerät leicht gestohlen werden. Nach Angaben von Pentestpartner bietet der Hersteller daher sogar einen kostenlosen Ersatz bei Diebstahl an. Doch die unsichere Befestigung führt noch zu weiteren Problemen.

Passwort wird im Klartext ausgeliefert

Um den WLAN-Schlüssel auszulesen, muss das Gerät von der Wand gelöst werden. Auf der Rückseite findet sich der orange Setup-Button, mit dem das integrierte Gainspain-WLAN-Modul in den Access-Point-Modus versetzt wird. Ist das geschehen, können sich Angreifer mit dem neu geschaffenen Access-Point ohne weitere Authentifizierung verbinden und auf den lokalen HTTP-Server des Geräts zugreifen. Fragt ein Angreifer die URL "/gainspan/system/config/network" auf dem Webserver ab, bekommt er die SSID des WLANs und das Passwort im Klartext zurückgeliefert. Diese Lücke wurde mittlerweile von Ring geschlossen.

Weil der physische Zugriff auf das Gerät so einfach ist, sind nach Angaben von Pentestpartner weitere Angriffsszenarien denkbar. So könnte ein Angreifer möglicherweise eine modifizierte Firmware hochladen und damit weitere Angriffe ausführen. Außerdem ist der Key auch weiterhin in dem Gerät gespeichert - fraglich ist, wie gut er gesichert ist. Auf dem 32C3 zeigte das Team um Karsten Nohl, dass sich auch ein sogenanntes Hardware-Security-Modul von außen auslesen lässt. Eine Möglichkeit, die eigene Kommunikation vor unsicheren IoT-Geräten abzusichern, ist die Verwendung getrennter WLANs für das Smart-Home und die Internetnutzung.

Viele IoT-Geräte werden in unsicherer Standardkonfiguration ausgeliefert

Die Hacker vermuten, dass es sich bei der URL um eine Standardfunktion der Gainspain-Firmware handelt, die von Ring nicht deaktiviert wurde. Ein generelles Problem von Internet-of-Things-Lösungen sind Basiskomponenten, die eine sichere Konfiguration häufig grundsätzlich ermöglichen, die aber aus Unkenntnis oder auf Grund zu schneller Produktzyklen und mangelnder Qualitätskontrolle nicht aktiviert werden.

Trotz der geschilderten Probleme: Die Forscher loben Ring für die schnelle Bearbeitung des Bugreports. Innerhalb weniger Minuten habe es eine erste Antwort gegeben, die Lücke wurde innerhalb von zwei Wochen nach der vertraulichen Meldung der Sicherheitslücke geschlossen.

Das Gerät kostet in deutschen Onlineshops rund 220 Euro. Weiterführende Informationen über die geschlossene Sicherheitslücke und den Patch finden sich auf der Webseite von Ring derzeit nicht.

Nachtrag vom 13. Januar 2016, 14:23 Uhr

Das Gerät kann nicht, wie ursprünglich beschrieben, selbst die Tür öffnen. Dies ginge nur im Verbund mit zusätzlicher Hardware. Wir haben den Text entsprechend angepasst.


eye home zur Startseite
M.Kessel 17. Jan 2016

Bei dem "internet of things" frage ich mich immer, wie die ins Internet kommen wollen...

JouMxyzptlk 14. Jan 2016

Da dieser ganze Müll immer über Umwege von Cloud Diensten läuft statt rein lokal im WLAN...

Niaxa 13. Jan 2016

Schlüssel + Pinpad (Selbstreinigend xD) + Fingerabdrucksensor (ratet mal was...

jaykay2342 13. Jan 2016

KNX ist eine gute basis. Wenn ich in ein paar Jahren mal ein Eigenheim baue werde ich...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Bürstner GmbH & Co. KG, Kehl
  2. Meierhofer AG, München, Hannover, Berlin
  3. Fidor, München
  4. Daimler AG, Böblingen


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 16,99€
  2. 9,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Datenrate

    Kunden wollen schnelle Internetzugänge

  2. Essential Phone im Test

    Das essenzielle Android-Smartphone hat ein Problem

  3. Pixel Visual Core

    Googles eigener ISP macht HDR+ schneller

  4. TK-Marktstudie

    Telekom kann ihre Glasfaseranschlüsse nur schwer verkaufen

  5. Messenger

    Whatsapp lässt Aufenthaltsort über längere Zeiträume teilen

  6. ZBook x2

    HPs mobile Workstation macht Wacom und Surface Konkurrenz

  7. Krack-Angriff

    Kein Grund zur Panik

  8. Electronic Arts

    Entwicklungsneustart für Star Wars Ragtag

  9. EU-Urheberrechtsreform

    Streit über Uploadfilter und Grundrechte

  10. Netzneutralität

    Warum die Telekom mit Stream On noch scheitern könnte



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Flettner-Rotoren: Wie Schiffe mit Stahlsegeln Treibstoff sparen
Flettner-Rotoren
Wie Schiffe mit Stahlsegeln Treibstoff sparen
  1. Hyperflight China plant superschnellen Vactrain
  2. Sea Bubbles Tragflächen-Elektroboote kommen nach Paris
  3. Honolulu Strafe für Handynutzung auf der Straße

Cybercrime: Neun Jahre Jagd auf Bayrob
Cybercrime
Neun Jahre Jagd auf Bayrob
  1. Antivirus Symantec will keine Code-Reviews durch Regierungen mehr
  2. Verschlüsselung Google schmeißt Symantec aus Chrome raus
  3. Übernahme Digicert kauft Zertifikatssparte von Symantec

Passwortmanager im Vergleich: Das letzte Passwort, das du dir jemals merken musst
Passwortmanager im Vergleich
Das letzte Passwort, das du dir jemals merken musst
  1. 30.000 US-Dollar Schaden Admin wegen Sabotage nach Kündigung verurteilt
  2. Cyno Sure Prime Passwortcracker nehmen Troy Hunts Hashes auseinander
  3. Passwortmanager Lastpass ab sofort doppelt so teuer

  1. Re: Kann ich eigendlich Epic Games verklagen weil...

    beaglow | 12:51

  2. Re: Whatsapp kopiert nur noch von Telegram...

    pEinz | 12:50

  3. Re: Selber schuld

    Hardy2oo6 | 12:46

  4. Re: Kleinreden ist Verteidigung der Hersteller

    confuso | 12:44

  5. Re: Diese Traffic-Preise sind absurd.

    Toms | 12:44


  1. 12:56

  2. 12:01

  3. 11:48

  4. 11:21

  5. 11:09

  6. 11:01

  7. 10:48

  8. 10:46


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel