Internet of Things: Die smarte Türklingel verrät das WLAN-Passwort

Eine Gegensprechanlage, die mit dem Smartphone zusammenarbeitet. Klingt eigentlich praktisch, doch leider weist das Gerät Sicherheitsmängel auf, wie Hacker jetzt herausfanden.

Artikel veröffentlicht am ,
Die smarte Türklingel Ring kann Angreifern das WLAN-Passwort verraten.
Die smarte Türklingel Ring kann Angreifern das WLAN-Passwort verraten. (Bild: Pentestpartner)

Die smarte Türklingel Ring kann das WLAN-Passwort der Nutzer an Angreifer verraten, wie Sicherheitsforscher der Firma Pentestpartner herausgefunden haben. Die Sicherheitslücke wurde mittlerweile durch ein Update geschlossen. Ring ermöglicht es, mit Besuchern vor der Haustür über das eigene Smartphone zu sprechen, selbst wenn der Besitzer nicht zu Hause ist. Dazu nutzt das Gerät eine interne Kamera und einen Annäherungssensor. Das Gespräch läuft dann über eine App. Das Gerät ist zudem Kompatibel mit verschiedenen smarten Türschlössern, über die die Tür dann auch geöffnet werden könnte.

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler (m/w/d)
    rocon Rohrbach EDV-Consulting GmbH, Stuttgart, Köln, Mainz, Frankfurt am Main
  2. Frontend-Entwickler:in
    LBD-Beratungsgesellschaft mbH, Berlin (Home-Office möglich)
Detailsuche

Das Gerät wird außerhalb der Wohnungstür angebracht. Dazu wird zunächst eine Halterplatte an die Wand geschraubt. Auf diese wird die eigentliche Ring-Hardware geschoben und mit zwei Torx-T4-Schrauben fixiert. Da Torx-Schraubendreher mittlerweile extrem einfach zu beziehen sind, kann das Gerät leicht gestohlen werden. Nach Angaben von Pentestpartner bietet der Hersteller daher sogar einen kostenlosen Ersatz bei Diebstahl an. Doch die unsichere Befestigung führt noch zu weiteren Problemen.

Passwort wird im Klartext ausgeliefert

Um den WLAN-Schlüssel auszulesen, muss das Gerät von der Wand gelöst werden. Auf der Rückseite findet sich der orange Setup-Button, mit dem das integrierte Gainspain-WLAN-Modul in den Access-Point-Modus versetzt wird. Ist das geschehen, können sich Angreifer mit dem neu geschaffenen Access-Point ohne weitere Authentifizierung verbinden und auf den lokalen HTTP-Server des Geräts zugreifen. Fragt ein Angreifer die URL "/gainspan/system/config/network" auf dem Webserver ab, bekommt er die SSID des WLANs und das Passwort im Klartext zurückgeliefert. Diese Lücke wurde mittlerweile von Ring geschlossen.

Weil der physische Zugriff auf das Gerät so einfach ist, sind nach Angaben von Pentestpartner weitere Angriffsszenarien denkbar. So könnte ein Angreifer möglicherweise eine modifizierte Firmware hochladen und damit weitere Angriffe ausführen. Außerdem ist der Key auch weiterhin in dem Gerät gespeichert - fraglich ist, wie gut er gesichert ist. Auf dem 32C3 zeigte das Team um Karsten Nohl, dass sich auch ein sogenanntes Hardware-Security-Modul von außen auslesen lässt. Eine Möglichkeit, die eigene Kommunikation vor unsicheren IoT-Geräten abzusichern, ist die Verwendung getrennter WLANs für das Smart-Home und die Internetnutzung.

Viele IoT-Geräte werden in unsicherer Standardkonfiguration ausgeliefert

Golem Akademie
  1. Linux-Systeme absichern und härten
    8.-10. November 2021, online
  2. Microsoft 365 Security Workshop
    27.-29. Oktober 2021, online
  3. Penetration Testing Fundamentals
    17.-18. Januar 2022, online
Weitere IT-Trainings

Die Hacker vermuten, dass es sich bei der URL um eine Standardfunktion der Gainspain-Firmware handelt, die von Ring nicht deaktiviert wurde. Ein generelles Problem von Internet-of-Things-Lösungen sind Basiskomponenten, die eine sichere Konfiguration häufig grundsätzlich ermöglichen, die aber aus Unkenntnis oder auf Grund zu schneller Produktzyklen und mangelnder Qualitätskontrolle nicht aktiviert werden.

Trotz der geschilderten Probleme: Die Forscher loben Ring für die schnelle Bearbeitung des Bugreports. Innerhalb weniger Minuten habe es eine erste Antwort gegeben, die Lücke wurde innerhalb von zwei Wochen nach der vertraulichen Meldung der Sicherheitslücke geschlossen.

Das Gerät kostet in deutschen Onlineshops rund 220 Euro. Weiterführende Informationen über die geschlossene Sicherheitslücke und den Patch finden sich auf der Webseite von Ring derzeit nicht.

Nachtrag vom 13. Januar 2016, 14:23 Uhr

Das Gerät kann nicht, wie ursprünglich beschrieben, selbst die Tür öffnen. Dies ginge nur im Verbund mit zusätzlicher Hardware. Wir haben den Text entsprechend angepasst.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


M.Kessel 17. Jan 2016

Bei dem "internet of things" frage ich mich immer, wie die ins Internet kommen wollen...

JouMxyzptlk 14. Jan 2016

Da dieser ganze Müll immer über Umwege von Cloud Diensten läuft statt rein lokal im WLAN...

Niaxa 13. Jan 2016

Schlüssel + Pinpad (Selbstreinigend xD) + Fingerabdrucksensor (ratet mal was...

jaykay2342 13. Jan 2016

KNX ist eine gute basis. Wenn ich in ein paar Jahren mal ein Eigenheim baue werde ich...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Geschäftsethik bei Videospielen
Auf der Suche nach dem Wal

Das Geschäftsmodell von aktuellen Free-to-Play-Games nimmt das Risiko in Kauf, dass Menschen von Spielen abhängig werden. Eigentlich basiert es sogar darauf.
Von Evan Armstrong

Geschäftsethik bei Videospielen: Auf der Suche nach dem Wal
Artikel
  1. WSL 2 in Windows 11: Von der Hassliebe zur fast perfekten Windows-Linux-Symbiose
    WSL 2 in Windows 11
    Von der Hassliebe zur fast perfekten Windows-Linux-Symbiose

    Das Windows Subsystem für Linux bietet in Windows 11 theoretisch alles, was sich der Linux-Redakteur wünscht. Einige Fehler und Abstürze trüben jedoch den Eindruck.
    Ein Test von Sebastian Grüner

  2. UBBF: MTN wird Afrika mit Glasfaser und Rechenzentren ausbauen
    UBBF
    MTN wird Afrika mit Glasfaser und Rechenzentren ausbauen

    MTN baut nicht nur das Seekabel 2Afrika mit Facebook. Der südafrikanische Konzern will den gesamten Kontinent mit Glasfaser erschließen.

  3. Nintendo Switch: Deutscher Jugendschutz sperrt Dying Light in Australien
    Nintendo Switch
    Deutscher Jugendschutz sperrt Dying Light in Australien

    Das frisch für die Switch veröffentlichte Dying Light ist in Europa und in Australien nicht erhältlich - wegen des deutschen Jugendschutzes.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week Finale: Bis 33% auf Digitus-Monitorhalterungen & bis 36 Prozent auf EVGA-Netzteile • Samsung-Monitore (u. a. 24" FHD 144Hz 169€) • Bosch Professional zu Bestpreisen • Sandisk Ultra 3D 500GB 47,99€ • Google Pixel 6 vorbestellbar ab 649€ + Bose Headphones als Geschenk [Werbung]
    •  /