Internet of Shit: Mann kämpft elf Stunden gegen smarten Wasserkocher

Moderne Hauselektronik nimmt ihren Bewohnern Arbeit ab, sieht Wünsche voraus und macht das Leben insgesamt einfacher - so die Theorie. Bei einem Mann in England ging das aber gründlich schief.

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Der smarte Wasserkocher lässt sich per App fernsteuern - wenn er denn funktioniert.
Der smarte Wasserkocher lässt sich per App fernsteuern - wenn er denn funktioniert. (Bild: iKettle)

Eigentlich wollte sich der Brite Mark Rittman morgens nur einen Tee kochen - doch das dauerte etwas länger als gedacht. Der Grund: Rittman, von Beruf Big-Data-Spezialist bei Oracle, kämpfte mit einem vermeintlich smarten Wasserkocher der Firma Smarter AM. Nach elf Stunden Debugging gelang es ihm endlich, mit dem Gerät Wasser zu kochen.

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Rittman verwendete das Modell Smarter iKettle, mit einem Ladenpreis von rund 100 britischen Pfund. Das Gerät arbeitet mit einer App zusammen, so dass Nutzer aus der Ferne Wasser erwärmen können - wenn bereits welches in dem Gerät vorhanden ist. Immerhin soll auch der Wasserfüllstand des Geräts per App abgefragt werden können. Dass das Gerät wirklich geeignet ist, die Effizienz im Alltag drastisch zu erhöhen, darf bezweifelt werden - bei Rittman jedenfalls funktionierte es gar nicht.

Das Gerät verwendet einen iWifi-Nano-Socket, um eine Verbindung mit dem WLAN herzustellen und eine Kommunikation mit der App des Herstellers zu ermöglichen. Doch genau diese Komponente bereitete offenbar Probleme, als die Basisstation des Kochers einen erzwungenen Reset durchführte und dann keine Verbindung zum WLAN mehr herstellen konnte.

Das Gerät baut ein eigenes WLAN auf

Offenbar baute das Gerät zunächst ein eigenes WLAN-Netzwerk mit dem Namen iKettle2.0 auf, mit dem dann die initiale Konfiguration durchgeführt werden konnte. Immerhin scheint dies mit einem Kennwort versehen zu sein.

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Um das Gerät nach dem fehlgeschlagenen Reset in seinem Netzwerk zu lokalisieren, suchte Rittman per Portscan nach dem angeblich smarten Gerät. Da waren bereits drei Stunden vergangen. Zwischenzeitlich wurden seine Probleme größer, weil der beliebte Twitter-Account @internetofshit seine Leidensberichte teilte - das habe dann zur Überlastung seines Hadoop-Clusters in der Garage geführt, schrieb Rittman. Wo genau das Problem lag, ist noch nicht bekannt - Rittmans Äußerungen lassen aber darauf schließen, dass der Wasserkocher und der DHCP-Server Probleme miteinander hatten.

Den Vorschlag, einfach einen normalen Wasserkocher zu verwenden, verwarf Rittman - weil er eine Testumgebung für ein smartes Haus bauen will. Eines der Ziele: per Sprachbefehl an Amazons Echo Wasser kochen. Dafür fehlte dem von ihm erworbenen Gerät aber eine IFTTT-Schnittstelle (If this, then that), die er kurzerhand selbst entwickelte.

Nach rund elf Stunden gelang es ihm, den Wasserkocher wie geplant zu nutzen. Während des Abendessens mit der Familie gab es aber ein weiteres Problem, denn die smarten Lampen im Haus schalteten sich ab. Grund: ein Firmware-Update. Aber ein Dinner bei Kerzenschein soll ja auch schön sein.

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Gaius Baltar 23. Okt 2016

Deswegen kauft man auch Wasserkocher mit 3000W. Gibts zweimal im Jahr für 20 Euro...

Lebostein 15. Okt 2016

so ist das nun mal und keiner wir das verneinen. Ein "smarter" Wasserkocher ist nun...

Analysator 15. Okt 2016

Warum sollte ich davon ausgehen, dass all diese Errungenschaften längere Zeit ausfallen...

qupfer 15. Okt 2016

...gibt es in diesem Artikel: https://medium.com/mark-rittman/the-story-behind-the...

BLi8819 14. Okt 2016

Sollte es wirklich dahin gehen, dass jedes Gerät mit dem Netzwerk verbunden ist, benötigt...


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