Internet: Neue Vorwürfe an Google wegen Suchergebnis-Ranking

Eine Studie hat gezeigt, dass Google-Nutzer auf der ersten Suchergebnisseite oft weit scrollen müssen, um Nicht-Google-Ergebnisse zu sehen.

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Die Startseite der Google-Suche
Die Startseite der Google-Suche (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Google bietet in den Top-Positionen seiner Suchergebnisse immer mehr Links zu eigenen Produkten an als Links zu anderen Webseiten. Das hat eine großangelegte Untersuchung von The Markup gezeigt, die dafür unter anderem einen eigenen Scraper programmiert haben.

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The Markup hat über 15.000 Suchen angesagter Begriffe durchgeführt und festgestellt, dass Google die erste Ergebnisseite zu 41 Prozent mit eigenen Angeboten und sogenannten Direct Answers füllt. Diese bieten Antworten auf Fragen, ohne dass Nutzer einen Link anklicken müssen - die Informationen sind von anderen Webseiten kopiert.

20 Prozent der Suchen beinhalteten auf der ersten Seite gar keine externen Links. Bei der Suche nach dem Begriff "myocardial infarction" (Herzinfarkt) finden sich Wortdefinitionen von Google, ein Kasten mit verwandten Fragen, zusammengefasste Enzyklopädie-Artikel und ein Karussell mit Google-Suchen zu weiteren Krankheiten. In diesem Beispiel müssen Nutzer fast die Hälfte der Suchergebnisseite herunterscrollen, um erste Links zu WebMD oder der Harvard-Universität zu finden.

Kritik unter anderem aus der Reisebranche

Diese Überrepräsentierung von Google-eigenen Inhalten steht seit längerem in der Kritik und hat bereits zu Untersuchungen und Strafzahlungen geführt. Unter anderem sehen sich Reisesuchmaschinen benachteiligt, da Google beispielsweise bei Sehenswürdigkeiten erst eigene Ergebnisse in Maps anzeigt oder bei Flugsuchen Resultate von Google Flights.

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The Markup hat im Falle von Google Flights mehrere Suchen gefunden, bei denen andere Suchmaschinen, die nicht Google gehören, deutlich günstigere Ergebnisse gefunden haben. In einem Fall hat Google Flights gar keine Flüge gefunden, obwohl es welche gibt. In den Suchergebnissen taucht Google Flights dennoch vor Mitbewerbern auf.

Wie das auf die Reisebranche spezialisierte Medienunternehmen Skift schreibt, leide die gesamte Reisesparte unter der Art und Weise, wie Google Suchergebnisse präsentiert. Trip Advisor sieht den Abfluss an möglichen Zugriffen durch die Präsentation der Google-Suchergebnisse laut The Markup als "signifikanteste Herausforderung". Expedia, das zu Googles Werbekunden gehört, hält das Vorgehen für "eine Unsitte".

Google-Übersetzungen meist nicht die besten

Auch Übersetzungsanbieter beschweren sich über die Suchergebnisse. Bei Übersetzungsanfragen werden an erster Stelle Ergebnisse des Google-Übersetzers angezeigt, die in den wenigsten Fällen die beste Übersetzung darstellen.

Google begründet das Vorgehen auf Anfrage von The Markup damit, dass die Präsentation der Suchergebnisse den Nutzern die bestmöglichen Ergebnisse liefern würde. Die Vorgehensweise von The Markup hat das Unternehmen als fehlerhaft bezeichnet, da sie "auf einer nicht-repräsentativen Auswahl an Suchen" bestehe.

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