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Internet-Grundversorgung: Millionen Einzelfälle auszubauen, hält VATM für unmöglich

Ein Branchenverband sieht im Ausbau von 300.000 anspruchsberechtigten Haushalten für die Mindestversorgung eine unlösbare Aufgabe.
/ Achim Sawall
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Eine Satanlage von Eutelsat Konnect (Bild: Eutelsat Konnect)
Eine Satanlage von Eutelsat Konnect Bild: Eutelsat Konnect

VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner verteidigt Netzbetreiber und MVNOs gegen Kritiken, man würde nur da ausbauen, wo maximale Profite zu erwirtschaften sind. "Wir drücken uns nicht vor der Verantwortung - ganz im Gegenteil -, aber es wird uns bei höheren Vorgaben und einem faktischen Verzicht auf Sat-Lösungen schlicht unmöglich gemacht, die wirklich Bedürftigen zuerst zu versorgen." Konzepte dazu habe man seit Jahren vorgelegt, doch diese seien abgebügelt worden.

Man versuche mit allen Mitteln, den schwarzen Peter loszubekommen und die Schuld den Unternehmen zuzuschieben, die trotz der "in Deutschland seit vielen Jahren suboptimalen Investitionsmöglichkeiten den Ausbau anpacken" würden, sagte Grützner.

Satelliteninternet ist nutzbar

Die Mitgliedsunternehmen des VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) "wollten genau dort bauen - auch mit Förderung -, wo es nicht am lukrativsten ist" , betonte Grützer. Aber Einzelprojekte, und das in Millionen Einzelfällen, stellten den Infrastrukturausbau völlig auf den Kopf. Versorgungsnetze würden nicht millionenfach einzeln zu Haushalten gebracht, sondern "in einem gut geplanten Ausbau für ganze Straßenzüge und Ortschaften" . Es gibt 300.000 anspruchsberechtigte Haushalte für die Mindestversorgung in Deutschland.

"Im Rahmen der aktuellen Diskussion um das Recht auf schnelles Internet in Deutschland wurden die Fähigkeiten des geostationären Satelliteninternets sowie dessen Kapazität, die digitale Lücke zu schließen, immer wieder infrage gestellt" , sagte ein Sprecher des Satellitenbetreibers Konnect. Es gäbe viele praktische Beispiele aus den entlegenen Regionen, die ohne Satellit noch jahrelang nicht versorgt wären.

Eutelsat Konnect erreichte im Test von Golem.de 100 MBit/s im Download und beim Upload sogar 5 Mbit/s statt der angegebenen 3 MBit/s. Der Ping braucht mindestens 600 ms. Starlink kam laut Ookla bei der Upload-Geschwindigkeit auf 15,17 MBit/s und zeigte eine Latenz von 47 ms. Golem.de erreichte im April 2021 mit Starlink sogar maximal 165 MBit/s im Download und rund 20 MBit/s im Upload bei einer Latenz von 27 ms.


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