Internet der Dinge: Smart-TV von LG offenbar mit Ransomware infiziert

Heiligabend sitzt die Familie in trauter Runde vor dem Fernseher und genießt das Weihnachtsprogramm? Nicht so bei Darren Cauthon. Der Softwareentwickler aus Kansas City bekam es zum Fest mit einem durch die Ransomware Flocker gekaperten Smart-TV von LG zu tun. Wie er auf Twitter berichtet(öffnet im neuen Fenster) , habe das Schadprogramm den Fernseher einfrieren lassen und mit einer angeblichen Meldung des FBI zur Zahlung von 500 US-Dollar aufgefordert.
Die Ransomware war demnach durch das Ausführen einer bösartigen App auf das Gerät gelangt. Diese habe ausgesehen, als erlaube sie TV-Streaming. Die genaue Quelle oder den Namen der App wollte Cauthon nicht nennen.
Alle Versuche, das Gerät über einen Neustart oder das Kappen der Internetverbindung wieder funktionstüchtig zu machen, seien erfolglos gewesen. Informationen von Seiten des Herstellers seien zu Beginn spärlich gewesen. Er solle einen LG-Techniker kommen lassen, was Cauthon zufolge mit 340 US-Dollar zu Buche geschlagen hätte, sonst könne man nichts tun.
LG hilft widerwillig
Schließlich leistete der Hersteller doch Support: LG verriet Cauthon einen zuvor unbekannten Factory Reset, der nicht im offiziellen Handbuch von LG(öffnet im neuen Fenster) beschrieben ist. Mit der Tastenkombination "Settings + Channel Down" sei es möglich gewesen, einen kompletten Data Wipe durchzuführen und das Gerät anschließend neu zu starten. So habe sich Flocker entfernen und die Kontrolle über das Gerät wieder erlangen lassen.
Das betroffene LG-Modell 50GA6400 läuft unter Google TV, einer speziell für Smart-TVs angepassten Android-Version. Google TV wurde zwischen 2010 und 2014 in Zusammenarbeit mit Intel, Sony und Logitech entwickelt, später aber wieder eingestellt. Sicherheitsupdates erhalten Google-TV-Geräte seitdem nicht mehr.
#Internetofshit
Bereits im Sommer hatte der Antivirenhersteller Trend Micro vor einem solchen Szenario gewarnt(öffnet im neuen Fenster) . Die Ransomware Flocker sei flexibel genug, um von Smartphones auch auf andere Android-basierte Geräte wie Smart-TVs überzugreifen. "Seitdem Flocker im Mai 2015 erstmals auftauchte, haben wir über 7.000 Varianten in unserer Datenbank gesammelt." Davon seien einige erfolgreich auf Smart-TVs getestet worden.
Neuere LG-Fernseher laufen zwar unter dem inzwischen hauseigenen WebOS, dessen Quellcode auch offen liegt(öffnet im neuen Fenster) , das generelle Problem bleibt aber bestehen. Je mehr Geräte mit schlecht programmierter oder nicht mehr gepflegter Software an das Internet angeschlossen werden, desto höher ist das Risiko einer Infektion mit Malware.



