Internet der Dinge: RISC-Gründer stellen Open-Source-Chips zur Verfügung

Informatiker an der US-Universität Berkeley setzen sich für eine neue Open-Source-Alternative für Computerchips ein, wie die Webseite Gigaom berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Die Architektur namens RISC-V soll Entwicklern und kleinen Firmen helfen, in aufstrebende Märkte wie Cloud Computing und Internet der Dinge weiter vorzudringen. RISC steht für Reduced Instruction Set Computer und beschreibt Rechner, die über einfache statt komplexe Befehle funktionieren. Das ermöglicht ein einfaches Chipdesign.
"Hardware wird immer spezialisierter, sowohl für die Kunden als auch für die Cloud" , erklärte David Patterson(öffnet im neuen Fenster) Gigaom. Der Informatiker aus Berkeley entwickelte das System mit seinen Kollegen. "Wir denken, es ist sinnvoll, spezielle Hardware für Cloud-Computing zu entwickeln, die effizienter ist als Standardprozessoren." Bisher seien kleine Unternehmen allerdings extrem eingeschränkt, weil sie entweder teure Lizenzen von großen Unternehmen kaufen müssten oder fürchteten, beim Experimentieren gegen Lizenrechte zu verstoßen. Mit RISC-V jedoch erhielten Tüftler einen "uneingeschränkten Befehlssatz" zum Experimentieren, erklärte Entwickler Patterson.
Ursprünglich hatten die Berkeley-Wissenschaftler um Patterson RISC-V nur als Hilfestellung entwickelt, um Studenten Computerarchitektur beizubringen. Nachdem vor wenigen Monaten aber Entwickler angefragt hätten, ob sie RISC-V nutzen könnten, entschloss sich die Forschungsgruppe, die Architektur öffentlich zu machen(öffnet im neuen Fenster) . An der Universität in Berkeley wurden bereits mehrere Projekte auf der Basis von RISC-V entwickelt, auch andere Institutionen nutzen es für ihre Forschung.
David Patterson entwickelte vor mehr als 30 Jahren bereits den Original-Befehlssatz RISC, auf dem heute viele Prozessor-Architekturen basieren, unter anderem von IBM Power, ARM und MIPS. Angesichts strikter Lizenzregeln der Firmen sind diese aber nicht mehr ohne weiteres offen zugänglich. Mit der Open-Source-Alternative will der Forscher kleinen Firmen und Forschern wieder die Möglichkeit geben, innovative Chips zu designen.