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Internet der Dinge: Industrie will Interoperabilität verbessern

Das Internet der Dinge kommt nur langsam voran. Haupthindernis sind fehlende Standards für die Kommunikation der Systeme und Sensoren. Mehrere Großunternehmen wollen das jetzt ändern, auch Siemens ist interessiert.

Artikel veröffentlicht am , hw
Beim IIC dominieren die IT-Anbieter.
Beim IIC dominieren die IT-Anbieter. (Bild: IIC)

AT&T, Cisco, General Electric (GE), IBM und Intel haben das Industrial Internet Consortium (IIC) gegründet, um beim Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) die Interoperabilität zwischen Systemen, Komponenten und Sensoren zu vereinheitlichen. Das Konsortium ist offen für weitere Mitglieder. Nach einem Bericht der New York Times sollen Siemens und Fujitsu bereits Interesse für eine Mitarbeit bekundet haben.

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Die Gründung des IIC ist aber nicht die erste Initiative dieser Art. Beispielsweise hat Cisco zusammen mit Rockwell Automation und Panduit bereits im vorigen Jahr ein neues proprietäres Protokoll entwickelt, das speziell für den Einsatz in der Fertigungsautomatisierung ausgelegt ist. Das neue Protokoll entspricht zwar weitestgehend dem Ethernet-Standard, doch in vielen Punkten weicht es davon ab. Ethernet/IP heißt dieser Standard, wobei die Abkürzung IP nicht für das allgemein übliche Internetprotokoll steht, sondern Industrial-Protocol bedeutet.

IBM baut eigene Kommunikationsbox

Außer Rockwell, Cisco und Panduit arbeitet auch IBM an einer eigenen Kommunikationsstruktur. Hierzu hat das Unternehmen eine vollständig integrierte Kommunikationsbox namens Messagesight auf den Markt gebracht. Dieses Gerät ist speziell für die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M) in der Fertigung oder in anderen komplexen autonomen Systemen ausgelegt.

Messagesight basiert auf dem MQTT-Protokoll, das wenig Strom benötigt und auch noch in unzuverlässigen Netzen mit geringen Bandbreiten genutzt werden kann. Das macht das System besonders gut geeignet für drahtlos angeschlossene Sensoren, beispielsweise in der Logistik oder in räumlich weit verteilten Automatisierungsanlagen. Laut IBM kann Messagesight 13 Millionen Nachrichten pro Sekunde von einer Million Sensoren oder Endgeräten bearbeiten. Und außerdem gibt es auch ein EU-Projekt mit dem Namen IoT@work, das unter der Federführung von Siemens "die neuen IoT-Technologien für den Einsatz in Industrie- und Automatisierung aufbereiten soll".

IoT: Wie der Turmbau zu Babel

Alle diese neuen Kommunikationsplattformen sind bislang nicht kompatibel. Das heißt, jedes Teilnetz spricht seine eigene Sprache. "Das IoT ist wie der Turmbau zu Babel", sagt Joe Salvo vom Systems Engineering Laboratory bei GE. GE schätzt, dass es gegenwärtig zehn Milliarden verbundene Geräte gibt, doch das sei nur ein Prozent von dem, was möglich ist. Im Jahr 2020 sollen es dann 50 Milliarden Geräte sein.

Industrie 4.0 versa Cyber-Physical-Systems

Die Verbindung von physischen Geräten mit dem Internet wird von vielen als eine neue Phase der Industrialisierung angesehen. In Deutschland spricht man in diesem Zusammenhang von Industrie 4.0, in den USA ist eher der Begriff Cyber-Physical-Systems (CPS) bekannt.

Führend ist dort Jay Lee vom Cooperative Research Centers on Intelligent Maintenance Systems an der University of Cincinnati. Ihm geht es vor allem um bereits heute erzielbare Vorteile von CPS. So würde eine intelligente Auswertung von Maschinendaten schon jetzt signifikante Vorteile bieten. Beispielsweise, indem bei Wartungsarbeiten die Bauteile nicht mehr nach Zeitintervallen, sondern anhand von aktuellen Mess- und Verschleißdaten ausgetauscht werden, Just-in-Time Maintenance nennt sich das.

Skepsis gegenüber IT- und Netzanbietern

Lee sieht gegenwärtig auch deutliche Unterschiede bei der Entwicklung in Deutschland und in den USA. "In Deutschland sind die Ausgangspunkte die Produktion und die zugehörigen Prozesse, die fortan besser vernetzt und besser steuerbar sind. In den USA drängen vor allem die großen IT- und Netzanbieter in den Produktionsbereich vor, da sie sich dort neue Märkte erhoffen", lautet seine Einschätzung.

Er ist allerdings skeptisch, was die Initiativen der IT-Unternehmen angeht: "Ich habe vor kurzem Cisco besucht. Die können immense Datenmengen durch ihre Systeme hindurchleiten, aber sie wissen nicht, was sie mit diesen Daten anfangen können. Cisco ist jetzt Mitglied an unserem Institut geworden, um herauszufinden, was die Probleme in der Fertigung sind und wo sie mit ihren Lösungen ansetzen könnten", sagt er über die Aktivitäten des Netzwerkspezialisten.

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gollum911 09. Apr 2014

Weitere Infomationen zum warum: http://www.industrial-ip.org/ Oder man geht einfach diese...

gollum911 09. Apr 2014

.... es ist schon längst da und Du merkst es nicht ;)

Pingu 31. Mär 2014

Also Ethernet/IP ist definitiv nicht mit Cisco entwickelt worden. Ethernet/IP ist ein...

LuB 31. Mär 2014

Wenn die "Dinge" schon selbsständig mit der Welt reden wollen, will ich zumindest selbst...


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