Schöne neue IoT-Welt mit holprigen Apps

Das heißt: Schwesterfirmen wie Bosch Building Technology kommen beispielsweise auf die IoT-Entwickler zu, um Brandmelde- oder Einbruchmeldeanlagen internetfähig zu machen. Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit sei bereits das sogenannte Effilink-Gateway, erläuterte Hahn. Dieses werde wiederum im IoT-Campus eingesetzt, um den Serverraum abzusichern. "Living Iot-Lab" heißt das Konzept. Zudem arbeite Bosch derzeit an einer Lösung, um die sogenannten vernetzten Stromzähler, die Smart Meter Gateways, über ein Backend zu administrieren.

Doch die schöne neue IoT-Welt wird für Entwickler vor allem dann problematisch, wenn es um die Interaktion mit dem Endnutzer geht. "Je näher wir an den Kunden kommen, desto instabiler wird die Umgebung", sagt Hahn. Auch aus diesem Grund hat Bosch den E-Scooter-Dienst Coup gestartet, um Erfahrungen im digitalen Geschäft mit Endkunden zu sammeln.

Das Ergebnis ist in diesem Fall durchaus verbesserungswürdig. Dies erkennt man leicht an den Kommentaren im Google-Playstore. "Seit dem Update ist das Entsperren der Roller nicht mehr möglich. App ist deswegen unbrauchbar", schrieb ein Nutzer Anfang April. Ein anderer beklagte: "Ständige Probleme mit App und mit dem Ausloggen. Sehr großer Akkuverbrauch!" 500 positiven Bewertungen stehen fast ebenso viele negative gegenüber. Eine Testanmeldung von Golem.de scheiterte zunächst an der Android-Version und endgültig daran, dass die alten grauen "Lappen" nicht als Führerschein akzeptiert werden. Was der Hipster nicht kennt ...

Anwendungsebene als Schwerpunkt

Nach Ansicht Hahns wird das Problem noch größer, wenn es in den Bereich Smart Home geht. Dann müssen nicht nur Smartphones, sondern auch noch Tablets und Desktop-Geräte mit den vernetzten Anwendungen funktionieren. Doch solche Kunden-Apps muss der Berliner IoT-Campus nicht entwickeln. Dafür hat Bosch unter anderem die Firmentochter Robert Bosch Engineering India, die mit 17.000 Mitarbeitern an mehreren Standorten weltweit Software programmiert.

Ebenfalls nicht in Berlin angesiedelt ist beispielsweise die Entwicklung eingebetteter Geräte wie Sensoren oder gar von Hardware-Produkten. Laut Hahn geht es vor allem um die Anwendungsebene, mit einem Schwerpunkt auf der Backend-Einbindung über die IoT-Suite. "Ich muss alle Geräte erst einmal anbinden, ich muss sie managen können, ich muss sie verwalten, Software-Updates machen können, muss Rechte steuern und die Geräte sicher machen", sagte Hahn. Die IoT-Suite verfüge über die entsprechenden abstrakten Bausteine, auf die die Domain-spezifischen Anwendungen aufgesetzt würden. Die Bosch-Securityfirma Escrypt hat ebenfalls ein Dutzend Mitarbeiter in Berlin-Tempelhof.

Schmutzige und saubere Werkstatt

Zwar verfügt der IoT-Campus über eine "schmutzige" Werkstatt mit Lötkolben und Schraubstöcken sowie eine "saubere" Werkstatt mit 3D-Drucker und Legosteinen. Doch es ist sicher kein Zufall, dass die Räume beim Besuch von Golem.de sehr aufgeräumt und fast schon verwaist wirkten. Denn die Hardware-Tüftler mit IoT-Faible sind dort weniger gefragt. "Wir reden über Software-Entwickler, über Software- und Lösungsarchitekten", erläutert Hahn. Anwendungen müssten von Anfang an im "Bosch-Maßstab" gedacht werden.

Dazu zählen sowohl Großserien als auch kleinere Stückzahlen. Produkte, wie der vor ein paar Jahren entwickelte Spargelsensor hätten eher noch Pioniercharakter und noch keine hohen Verkaufszahlen. "Auf der anderen Seite reden wir über Bereiche mit Millionen und mehr produzierten Erzeugnissen. Da muss die Architektur natürlich entsprechend aussehen", sagt Hahn. Zudem würden hohe Anforderungen an die IT-Sicherheit gestellt, wie beispielsweise bei dem neuen E-Call-System für die automatische Alarmierung nach einem Autounfall. "Da kann ich nicht mehr mit einer Startup-Lösung herangehen und ein Update machen, wenn es einen Bug gibt", sagt Hahn.

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 Internet der Dinge: Ein Birkenwäldchen für die Bosch-EntwicklerEin Wohnwagen als Konferenzraum 
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logged_in 18. Apr 2018

Wie soll denn so was mit einer WLAN-Glühbirne korrelieren? Oder mit einem...

SanderK 16. Apr 2018

Das der gesamte Arbeitsbereich ausgeleuchtet ist? Strom Gespart wird weil der andere...

FreiGeistler 16. Apr 2018

Mittlerweile kann man den durch diverse psychologische Faktoren entstehnden...

Umaru 15. Apr 2018

Erinnert mich an Isla Sorna und Anlage B.



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