• IT-Karriere:
  • Services:

Internet der Dinge: Dein Kühlschrank beobachtet dich

Der US-Geheimdienstdirektor James Clapper will Menschen über das Internet der Dinge überwachen. Wen glaubt er wohl, im vernetzten Haushalt ausspionieren zu können?

Artikel veröffentlicht am , Patrick Beuth/Zeit Online
James Clapper, Director of National Intelligence der USA
James Clapper, Director of National Intelligence der USA (Bild: Jason Reed/Reuters)

Die gute Nachricht zuerst: Am 9. Februar hat die GSMA, die weltweite Industrievereinigung von Mobilfunkanbietern, einen ganzen Stapel von Sicherheitsrichtlinien für das Internet der Dinge veröffentlicht. Sie enthalten zahlreiche Empfehlungen für die Hersteller vernetzter Geräte, wie sie ihre Produkte gegen "die üblichen Sicherheitsrisiken und Schwachstellen" absichern können. Wer sich nicht daran hält, muss damit rechnen, nicht ins Netz der Mobilfunkanbieter gelassen zu werden.

Stellenmarkt
  1. Allianz Lebensversicherungs - AG, München
  2. über duerenhoff GmbH, Wien (Österreich)

Die schlechte Nachricht: Ebenfalls am 9. Februar hat der US-Geheimdienstdirektor James Clapper erstmals öffentlich gesagt, seine Behörden könnten das Internet der Dinge in Zukunft zur "Identifizierung, Überwachung, Beobachtung, Lokalisierung und zur Auswahl für die Rekrutierung" benutzen, "oder um Zugang zu Netzwerken oder Passwörtern zu gewinnen". Vernetzte Autos oder Geschirrspüler werden zu Wanzen, jetzt auch ganz offiziell.

Was Clapper da in seiner Aussage vor dem US-Senat von sich gegeben hat, ist zum einen die ultimative Geschäftsschädigung für eine Branche, die ohnehin schon im Ruf steht, Sicherheit für zweitrangig zu halten. Zum anderen verdeutlicht es noch einmal, auf wessen schriftliches Versprechen sich die EU-Kommission verlässt, dass es künftig keine Massenüberwachung von Europäern durch die USA mehr geben soll. Auch wenn das Büro der Justizkommissarin mittlerweile großen Wert auf die Feststellung legt, dass nicht Clapper persönlich diese Zusage gegeben habe, sondern die Behörde, der er vorsteht, was natürlich etwas völlig anderes ist.

Wer landet wohl als erstes im Überwachungsnetz?

Jedenfalls tut Clapper herzlich wenig, um die US-Geheimdienste auch nur ein bisschen vertrauenswürdiger aussehen zu lassen. Gerade erst hat die NSA die Zusammenlegung ihrer offensiven und defensiven Sicherheitsexperten verkündet, entgegen der von Präsident Obama eingesetzten Kommission zur Reform der US-Dienste. Jene Spezialisten also, die Schwachstellen suchen und diese den Herstellern melden sollen, arbeiten künftig mit denen zusammen, die diese Schwachstellen für Angriffe ausnutzen sollen. Nur eine von beiden Seiten kann ihre Arbeit gut machen.

Und noch einmal zur Erinnerung: Es war die NSA, die - häufig zusammen mit dem britischen Geheimdienst GCHQ - Rechenzentren von Google gehackt, die transatlantischen Datenströme nahezu komplett erfasst, die Webcams von Millionen Privatnutzern angezapft und sensibelste Daten von zahlreichen Unverdächtigen aufbewahrt hat.

Wer also wird eher im Schleppnetz der US-Dienste landen, wenn diese anfangen, das Internet der Dinge in ein Waffensystem zu verwandeln? Konspirativ arbeitende Kriminelle - oder ganz normale Menschen, die sich ein Auto und einen Geschirrspüler mit Internetanschluss kaufen, allein schon, weil es keine nicht-vernetzten mehr gibt?

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. bis -25% auf Monitore und Notebooks, 15% auf Hardware und bis -40% auf Zubehör und Software)
  2. (u. a. Frühjahrsangebote mit reduzierter Hardware, PC-Zubehör und mehr)
  3. 44€ (Bestpreis mit Media Markt. Vergleichspreis ca. 55€)
  4. 5€ (Bestpreis!)

M.Kessel 12. Feb 2016

Es kommt nur das in dein Heimnetz, was du auch reinlässt. Punkt. "Smarte" Geräte kommen...

LCO1 11. Feb 2016

ist seit Jahren Realität. Wo hängt denn das Spielzeug im Normalfall? Am Wohnungsrouter...

elgooG 11. Feb 2016

Ach selbst wenn noch die künsten Vorstellungen von Verschwörungstheoretikern weit...

triplekiller 10. Feb 2016

Die haben dann wohl Kühe im Keller als Geisel!


Folgen Sie uns
       


Doom Eternal - Test

Doom Eternal ist in den richtigen Momenten wieder eine sehr spaßige Ballerorgie, wird aber an einigen Stellen durch Hüpfpassagen ausgebremst.

Doom Eternal - Test Video aufrufen
Starsky Robotics: Woran ein Startup für autonome Lkw gescheitert ist
Starsky Robotics
Woran ein Startup für autonome Lkw gescheitert ist

Der Gründer eines Startups für selbstfahrende Lkw hält die Technik noch lange nicht für praxistauglich.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Neue Prioritäten Daimler setzt beim autonomen Fahren zuerst auf Lkw
  2. Autonomes Fahren AutoX und Fiat planen autonome Taxis in China
  3. Human Drive Autonomer Nissan Leaf fährt durch Großbritannien

Next-Gen: Welche neue Konsole darf's denn sein?
Next-Gen
Welche neue Konsole darf's denn sein?

Playstation 5 oder Xbox Series X: Welche Konsole besser wird, wissen wir auch noch nicht. Grundüberlegungen zur Hardware und den Ökosystemen.
Ein IMHO von Peter Steinlechner

  1. Elektroschrott Kauft keine kleinen Konsolen!
  2. IMHO Porsche prescht beim Preis übers Ziel hinaus

IT-Chefs aus Indien: Mehr als nur ein Klischee
IT-Chefs aus Indien
Mehr als nur ein Klischee

In den Vorstandsetagen großer Tech-Unternehmen sind Inder allgegenwärtig. Der Stereotyp des IT-Experten aus Südasien prägt die US-Popkultur. Doch hinter dem Erfolg indischstämmiger Digitalunternehmer steckt viel mehr.
Ein Bericht von Jörg Wimalasena

  1. Jobporträt Softwaretester "Ein gesunder Pessimismus hilft"
  2. Frauen in der IT Software-Entwicklung ist nicht nur Männersache
  3. Virtuelle Zusammenarbeit Wie Online-Meetings nicht zur Zeitverschwendung werden

    •  /