Abo
  • Services:

Internet der Dinge: Bei Echo Mord?

Kann Amazons vernetzter Lautsprecher Echo bei der Aufklärung eines Mordes helfen? Die Polizei im US-Bundesstaat Arkansas hofft das und will nun an die Daten von Amazon.

Artikel von Eike Kühl/Zeit Online veröffentlicht am
Amazons Lautsprecher Echo
Amazons Lautsprecher Echo (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Amazons sprachgesteuerter Lautsprecher Echo ist ein bemerkenswertes Gerät. Längst noch nicht fertig entwickelt, kann die darin enthaltene virtuelle Assistentin Alexa derzeit bereits Musik abspielen, Informationen abfragen, Termine organisieren, schlechte Witze erzählen und seinen Nutzer auf fast schon beängstigend menschliche Art und Weise Gute Nacht wünschen. Jetzt soll sie auch noch bei der Aufklärung eines Mordfalls helfen - hofft jedenfalls die Polizei aus Bentonville im US-Bundestaat Arkansas.

Inhalt:
  1. Internet der Dinge: Bei Echo Mord?
  2. Vernetzte Geräte wecken Begehrlichkeiten

Wie das Technikportal The Information am Dienstag erstmals berichtete, hat die Polizei eine richterliche Anordnung erwirkt, wonach Amazon sämtliche auf ihren Servern gespeicherte Informationen eines bestimmten Echo-Lautsprechers aushändigen soll. Dessen Besitzer, ein gewisser James A. Bates, wurde des Mordes angeklagt. Er soll im November vergangenen Jahres einen Arbeitskollegen in seinem Haus umgebracht haben. Möglicherweise könnte der Lautsprecher in dieser Nacht etwas aufgezeichnet haben, was seine Schuld belegt.

Es ist der bislang erste bekannte Fall, in dem ein Echo-Gerät im Blick der Strafverfolgungsbehörden steht. Es dürfte nicht das letzte Mal gewesen sein. Denn das Internet der Dinge (IoT) und das vernetzte Eigenheim der Zukunft sammeln Daten, die Begehrlichkeiten wecken.

Amazon will die Daten nicht einfach herausrücken

Echo etwa lauscht über seine integrierten Mikrofone ständig mit, was im Raum gesprochen wird. Sagen die Nutzer das Wort "Alexa", aktivieren sie die gleichnamige Assistentin. Erst dann werden die Anfragen auf die Server von Amazon übertragen. In der zugehörigen App lassen sich sowohl die Anfragen als auch die gespeicherten Aufnahmen nachträglich einsehen und auf Wunsch manuell von Amazons Servern löschen. Von diesen möglicherweise noch gespeicherten Informationen verspricht sich die Polizei laut ihrem Durchsuchungsbefehl Beweise für den vorliegenden Fall.

Stellenmarkt
  1. Lachmann & Rink GmbH, Freudenberg und Dortmund
  2. ENERCON GmbH, Aurich

Wie genau diese aussehen könnten, ist dabei unklar. Offenbar hoffen die Ermittler, dass vor der Tat das Gerät in irgendeiner Form aktiviert wurde. Denkbar wäre, dass im Hintergrund einer Anfrage etwas zu hören ist, was möglicherweise auf ein Motiv schließen lässt, ein Streit zwischen den Männern etwa. Im Durchsuchungsbefehl steht zudem, dass Echo möglicherweise auch ohne vorherige Aktivierung Aufzeichnungen übermittle.

Ein smarter Wasserzähler maß auffällig hohen Verbrauch

Diese Behauptung sei falsch, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Echo höre zwar ständig zu, die Eingaben werden aber nur bei Aktivierung versendet. Des Weiteren sei Amazon bislang nicht allen Forderungen der Polizei nachgekommen. Man habe zwar auf Anordnung das Kundenprofil des Angeklagten und dessen Kaufhistorie an die Polizei übergeben. Weitere persönliche Daten wolle man aber erst nach einer "rechtsgültigen und bindenden Aufforderung" herausgeben.

Selbst wenn Amazon den Forderungen nachkäme, scheint es unwahrscheinlich, dass die Ermittler in den Echo-Daten etwas für den Fall relevantes finden. Der Fall ist dennoch interessant, weil er verdeutlicht, wie das Internet der Dinge, das vernetzte Eigenheim und andere Gadgets künftig stärker in den Fokus von Strafverfolgern rücken könnten

Vernetzte Geräte wecken Begehrlichkeiten 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. 4,99€
  3. (u. a. Division 2: Standard Edition, Call of Duty: Black Ops 4, Red Dead Redemption 2)
  4. 8,49€

Carl Weathers 01. Jan 2017

Wie bitte?

zilti 30. Dez 2016

Facebook scheint das Mikro tatsächlich für sehr fragwürdige Zwecke zu nutzen - es gibt...

Anonymouse 30. Dez 2016

Ja klar, das ist sicherlich sehr Förderlich für die Ermittlungen. Dann darf man...


Folgen Sie uns
       


Samsung Galaxy S10e - Test

Das Galaxy S10e ist das kleinste Modell von Samsungs neuer Galaxy-S10-Reihe - und für uns der Geheimtipp der Serie.

Samsung Galaxy S10e - Test Video aufrufen
Raspi-Tastatur und -Maus im Test: Die Basteltastatur für Bastelrechner
Raspi-Tastatur und -Maus im Test
Die Basteltastatur für Bastelrechner

Für die Raspberry-Pi-Platinen gibt es eine offizielle Tastatur und Maus, passenderweise in Weiß und Rot. Im Test macht die Tastatur einen anständigen Eindruck, die Maus hingegen hat uns eher kaltgelassen. Das Keyboard ist zudem ein guter Ausgangspunkt für Bastelprojekte.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Bastelcomputer Offizielle Maus und Tastatur für den Raspberry Pi
  2. Kodi mit Raspberry Pi Pimp your Stereoanlage
  3. Betriebssystem Windows 10 on ARM kann auf Raspberry Pi 3 installiert werden

Elektromobilität: Was hat ein Kanu mit Autos zu tun?
Elektromobilität
Was hat ein Kanu mit Autos zu tun?

Veteranen der deutschen Autoindustrie wollen mit Canoo den Fahrzeugbau und den Vertrieb revolutionieren. Zunächst scheitern die großen Köpfe aber an den kleinen Hürden der Startupwelt.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. EU Unfall-Fahrtenschreiber in Autos ab 2022 Pflicht
  2. Verkehrssenatorin Fahrverbot für Autos in Berlin gefordert
  3. Ventomobil Mit dem Windrad auf Rekordjagd

Orientierungshilfe: Wie Webseiten Nutzer tracken dürfen - und wie nicht
Orientierungshilfe
Wie Webseiten Nutzer tracken dürfen - und wie nicht

Für viele Anbieter dürfte es schwierig werden, ihre Nutzer wie bisher zu tracken. In monatelangen Beratungen haben die deutschen Datenschützer eine 25-seitige Orientierungshilfe zum DSGVO-konformen Tracking ausgearbeitet.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Cookie-Banner Deutsche Datenschützer spielen bei Nutzertracking auf Zeit
  2. Fossa EU erweitert Bug-Bounty-Programm für Open-Source-Software
  3. EU-Zertifizierung Neues Gesetz soll das Internet sicherer machen

    •  /