Vernetzte Geräte wecken Begehrlichkeiten

"Mein Klient hat ein Recht auf Privatsphäre in seinen eigenen vier Wänden und ich habe ein Problem damit, dass die Strafverfolgungsbehörden Technik, die unser Leben verbessern soll, gegen ihn einsetzt", sagt die Anwältin des Angeklagten im Gespräch mit The Information.

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Tatsächlich hat es die Polizei nicht bloß auf den Echo-Lautsprecher abgesehen, sondern hat auch weitere andere vernetzte Geräte im Haushalt von Bates beschlagnahmt: einen Thermostat des Herstellers Nest, ein Alarmsystem und einen smarten Wasserzähler, der in der Nacht des Mordes ungewöhnlich viel Wasserverbrauch registrierte. Dieser stehe in Verbindung mit den Blutspuren, die am Tatort offenbar von der Veranda gespült wurden, heißt es im Bericht der Ermittler.

Datenschützer dürfte diese Entwicklung nicht überraschen. Sie warnen schon seit Jahren davor, dass IoT-Geräte viele persönliche Daten aufzeichnen, häufig ungesichert über das Internet vermitteln und letztlich Begehrlichkeiten bei den Behörden wecken. Längst sind es nicht nur die Hersteller und Dienstleister, die an den Daten der Nutzer interessiert sind, sondern auch Dritte.

Erinnerungen an den Fall Apple vs. FBI

Bereits die sogenannten Fitnesstracker haben diese Entwicklung aufgezeigt. In einem Fall aus Florida hat die Polizei die Daten eines Fitbit-Armbandes einer Frau ausgewertet um zu zeigen, dass sie nicht wie angegeben vergewaltigt wurde - sondern zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt schlief. In diesem Fall übergab die Frau den Behörden ihre Logindaten freiwillig, doch es ist denkbar, dass die Ermittler in anderen Fällen mit entsprechenden richterlichen Anordnungen bei den Herstellern anklopfen könnten.

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Die stecken in einem Dilemma. Einerseits könnten die Aufnahmen eines Amazon Echo, die Daten eines Fitnesstrackers oder eines smarten Garagenöffners möglicherweise tatsächlich dabei helfen, Verbrechen oder Betrug aufzuklären. Versicherungen etwa hoffen, dass IoT-Geräte Versicherungsbetrug künftig besser verhindern könnten. Andererseits werben viele Hersteller eben auch mit Datenschutz und Privatsphäre und ein Unternehmen wie Amazon kann es sich nicht leisten, Echo-Daten gänzlich ohne Widerstand herauszugeben. Schließlich würde das nicht gerade das Vertrauen in die eigenen Produkte steigern.

Der aktuelle Fall aus Arkansas erinnert deshalb an die Auseinandersetzung zwischen Apple und dem FBI im vergangenen Frühjahr. Apple weigerte sich, das iPhone eines Attentäters zu entsperren. Nach einer Debatte über die Einführung möglicher Hintertüren für Verschlüsselung fand das FBI schließlich einen anderen Weg: Es kaufte auf dem Schwarzmarkt eine Hintertür und verschaffte sich auch ohne Apples Hilfe Zugang. Genau das versuchen nun offenbar auch die Ermittler aus Arkansas: "Unsere Behörde hat die Fähigkeit, Daten auch ohne den Einsatz von Passwörtern abzugreifen", zitiert das IT-Portal Cnet aus der richterliche Anordnung. Möglicherweise gelingt es ihnen, über das beschlagnahmte iPhone des Verdächtigen auf die Echo-Aufnahmen zuzugreifen. Ob sie dabei etwas brauchbares finden, wird sich Anfang 2017 klären, wenn der Prozess gegen Bates beginnt.

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 Internet der Dinge: Bei Echo Mord?
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