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(Bild: Golem.de)

Internet Archive: Antike Shareware im Browser ausprobieren

Das Internet Archive hat Tausende Shareware- und Freeware-Anwendungen für Windows 3.1 gesammelt und stellt sie jetzt zum Download bereit. Sie lassen sich im Browser testen - wir haben es ausprobiert.

Shareware war einst der Vertriebsweg des kleinen Mannes. Mit Einführung von Windows 3.1, der ersten wirklich nutzbaren grafischen Oberfläche von Microsoft, expandierte der Shareware-Markt enorm. Nicht zuletzt, weil endlich grafisch aufwendigere Spiele möglich waren. Unabhängige Programmierer und kleine Unternehmen sahen im Shareware-Konzept die Chance, ihre Software zu verbreiten - ohne teure Werbekampagnen oder den Namen großer Softwareunternehmen.

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Grund genug für das Internet Archive, seine Sammelleidenschaft auf die kleinen Programme auszuweiten. Bereits seit längerem bietet die gemeinnützige Organisation aus den USA eine Reihe von Datenträgern mit Shareware seit 1987 an: Seit 2015 stehen Tausende DOS-Spiele und -Anwendungen bereit.

Emuliertes Windows 3.1

Jetzt haben die Entwickler des Internet Archives begonnen, Share- und Freeware-Programme für Windows 3.1 einzeln auf ihrer Webseite freizugeben. Der Clou: Sie können im Browser in dem Javascript-basierten Emulator Dosbox (EM-DOSBOX) gestartet und ausprobiert werden.

Das Internet Archive hat Shareware und Freeware für Windows 3.1 gesammelt und ... (Screenshot: Golem.de) [1/17]

... stellt sie zum Ausprobieren und Herunterladen auf seiner Webseite bereit. (Screenshot: Golem.de) [2/17]

Darunter ist auch eine Demo, die Windows 95 vorstellt. (Screenshot: Golem.de) [3/17]

Sie zeigt nicht nur die Neuerungen des Betriebssystems, sondern ... (Screenshot: Golem.de) [4/17]

... überprüft auch, ... (Screenshot: Golem.de) [5/17]

... ob der Rechner leistungsstark genug ist. Der Emulator ist es wohl. (Screenshot: Golem.de) [6/17]

Das Internet Archive hat viele Spiele gesammelt, darunter eine Mahjongg-Variante aus Microsofts Entertainment Pack. (Screenshot: Golem.de) [7/17]

Beim Stöbern begibt man sich auf eine Zeitreise: Hier lassen sich die US-Präsidentschaftskandidaten von 1992 mit Torten bewerfen. (Screenshot: Golem.de) [8/17]

Die Möglichkeit, mit Kreditkarte zu zahlen, war damals noch die Ausnahme. (Screenshot: Golem.de) [9/17]

Manche Anwendungen erscheinen heute sinnlos. Mit Win4hier konnte man Unterordner für Anwendungsstarter erstellen. (Screenshot: Golem.de) [10/17]

Dafür musste man noch 10 US-Dollar irgendwie an die Privatadresse des Entwicklers schicken. (Screenshot: Golem.de) [11/17]

Einige Entwickler bauten sogar Fotos in die Splashscreens ihrer Anwendungen ein. (Screenshot: Golem.de) [12/17]

Selbst Benchmarkprogramme laufen noch in dem Browser-Emulator, der sich zeigt, wenn ... (Screenshot: Golem.de) [13/17]

... eine Anwendung beendet wird. (Screenshot: Golem.de) [14/17]

Im Browser wird dafür der Javascript-basierte Emulator Dosbox gestartet und dort eine abgespeckte ... (Screenshot: Golem.de) [15/17]

... Windows-3.1-Version installiert. (Screenshot: Golem.de) [16/17]

Einige Anwendungen laufen nur träge im Emulator. Sie lassen sich aber auch herunterladen und in einer eigenen Dosbox samt höherer Grafikauflösung installieren und nutzen. (Screenshot: Golem.de) [17/17]

Die Archivare haben dafür die wichtigsten Windows-3.1-Anwendungen in ein komprimiertes Archiv gepackt. Beim Start einer Shareware-Anwendung wird es heruntergeladen und Windows 3.1 in der Dosbox gestartet. Allerdings handelt es sich nicht um die gesamte Windows-Installation, die etwa 27 MByte ausmacht. Stattdessen haben sie die Windows-3.1-Umgebung auf etwa 6 MByte heruntergedampft. Als Zip verpackt beläuft sich der Download auf etwa 2,7 MByte. Microsoft selbst stellte den Support für Windows 3.1 vor mehr als 15 Jahren ein.

Neben Kuriositäten wie einer Vorschau auf Windows 95 von Microsoft gibt es zahlreiche Benchmark-Programme, Taschenrechner oder Kalender. Mit Whiskers lassen sich die Eingaben der Maustasten zusammen mit Tastatureingaben für spezielle Aufgaben kombinieren. Einige sind herrlich sinnfrei, wie Win4hier, mit dem lediglich Unterordner für Anwendungen im Programmmanager von Windows 3.1 angelegt und wieder gelöscht werden können. Immerhin verlangte der Entwickler 10 US-Dollar dafür. Wer möchte, kann auch Benchmarks in der Browser-Emulation laufen lassen, etwa das populäre Benchmark-Programm des PC Magazines.

Spiele, Spiele, Spiele

Die bei weitem größte Anzahl der Anwendungen sind aber auch hier Spiele, darunter diverse Mah-Jongg-Varianten. Eines davon, Taipei, stammt von dem Microsoft-Entwickler Dave Norris und war Teil des Entertainment-Packs für Windows 3.1. Der Entwickler Marc Rebeka war offenbar so stolz auf seinen Space-Invaders-Klon Aliens, dass er sich in den Splashscreens des Spiels mit einem Foto verewigte.

Nicht alle Anwendungen funktionieren in der Browser-Emulation. Monopoly Deluxe etwa, das eine ganz offizielle digitale und kostenlose Version des kapitalistischen Brettspiels ist, läuft unerträglich langsam. Wer Anwendungen in einer leistungsfähigeren Umgebung ausprobieren will, kann die Dosbox herunterladen, die alten Windows-3.1-Disketten ausbuddeln und Windows dort installieren - samt Grafik- und Sound-Treibern.

Das Internet Archive stellt sämtliche Anwendungen nämlich auch zum Download bereit. Immerhin gilt für Free- und besonders Shareware immer noch: Weitergeben erwünscht!

  1. Kopieren als Vertriebsweg
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