Interner Frust bei SAP: Nur gut jeder zweite SAP-Beschäftigte vertraut noch dem Vorstand
Bei Softwarekonzern SAP herrscht erhebliche Unruhe in der Belegschaft. Wie das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eine interne Befragung aus dem Monat April berichtet, ist das Vertrauen der Beschäftigten in die Konzernspitze um Vorstandschef Christian Klein eingebrochen.
Danach haben nur noch 54 Prozent der Beschäftigten Vertrauen in den Vorstand, ein Rückgang um fünf Prozentpunkte im Vergleich zu einem halben Jahr zuvor. 87 Prozent (plus 1 Prozent) verstehen den Zusammenhang ihrer Tätigkeit mit der SAP-Strategie. Doch der Glaube, dass der Konzern diese Strategie auch umsetzen kann, sank um sieben Prozentpunkte auf 63 Prozent.
Die kürzlich durchgeführte Unfiltered-Umfrage fand noch vor der Hausmesse Sapphire statt, betonte ein SAP-Sprecher gegenüber Golem. Inzwischen habe das Event "bereits spürbar positive Impulse im gesamten Unternehmen gesetzt". Die Ergebnisse bestätigten ein starkes Fundament, einschließlich eines hohen Vertrauens innerhalb der Teams und gegenüber den Führungskräften, einer positiven Teamkultur sowie einer inklusiven Unternehmenskultur. "Gleichzeitig zeigt sich eine Abschwächung beim Engagement, beim Vertrauen in Führung und Strategieumsetzung sowie eine geringere Begeisterung für die Zukunft von SAP", erklärte er.
IG Metall gewann Betriebsratswahl
Personalvorständin Gina Vargiu-Breuer erklärte in einer internen Mail, die dem Handelsblatt vorliegt, es gäbe Verbesserungsbedarf beim Vergütungsmodell, bei der Klarheit von Rollen und bei Informationen rund um KI.
Bei der Betriebsratswahl der SAP im März konnte die IG Metall(öffnet im neuen Fenster) ihre Position als stärkste Kraft erneut bestätigen. Die Gewerkschaftsliste erreichte 24 Prozent der Stimmen und stellt damit weiterhin die größte Gruppe im Gremium.
In der vergangenen Gehaltsrunde "schätzen wir die durchschnittliche Gehaltserhöhung für Beschäftigte bei SAP auf den niedrigeren Karriereleveln auf etwa 4 Prozent und bei den höheren Karriereleveln auf etwa 2,5 Prozent", erklärte die Gewerkschaft(öffnet im neuen Fenster). Damit wäre die Gehaltsrunde etwas besser als in den vergangenen Jahren, bleibt aber weiterhin hinter der Entwicklung von Inflation und Produktivitätszuwachs zurück. "Die Kolleginnen und Kollegen in den höheren Karriereleveln, immerhin die Hälfte der Belegschaft, erhalten jedoch deutlich weniger", sagte Eberhard Schick, ehemals Betriebsratsvorsitzender der SAP.
Die IG-Metall-Liste Pro Mitbestimmung bekam 11 von 45 Sitzen. Die Verdi nahestehende Liste Upgrade kam auf fünf Sitze. Obwohl sie damit mehr als ein Drittel der Sitze stellen, ist keine der gewerkschaftsnahen Listen im Vorsitz des Betriebsrats. Von 22.188 wahlberechtigten Beschäftigten haben sich nur 8.236 (fast 37 Prozent) an der Betriebsratswahl beteiligt.
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