Interne Präsentation: Apple nannte Android einst "ein massives Tracking-Gerät"
Apple sah sich gegenüber Google in puncto Datenschutz offenbar gut aufgestellt, wie eine interne Präsentation aus dem Jahr 2013 zeigt.
In einer internen und als vertraulich eingestuften Apple-Präsentation aus dem Jahr 2013, die Apples Datenschutzpraktiken jenen des Konkurrenten Google gegenüberstellt, wird das insbesondere auf Smartphones und Tablets weitverbreitete Betriebssystem Android als "massives Tracking-Gerät" bezeichnet. Das berichtet Android Authority unter Verweis auf jüngst vom US-Justizministerium veröffentlichtes Beweismaterial (PDF) im Rahmen eines laufenden Google-Kartellverfahrens.
Die interne Präsentation wurde am 10. Januar 2013 von Apples Senior Vice President Eddy Cue per E-Mail an den Apple-CEO Tim Cook übermittelt. Auf einer der darin enthaltenen Folien kommt der Ersteller des Dokuments nach einigen Gegenüberstellungen verschiedener Datenschutzpraktiken von Apple und Google zu einem klaren Fazit: "Android ist ein massives Tracking-Gerät" – abgesehen von der Fußzeile ist das alles, was auf dieser Folie zu lesen ist.
Apple sah sich in puncto Datenschutz gut aufgestellt
Bei den Gegenüberstellungen auf vorherigen Folien wird Google unter anderem vorgeworfen, Daten dienstübergreifend zu kombinieren, wohingegen Apple dies nur dann mache, wenn dies ein besseres Nutzererlebnis zur Folge habe. Außerdem sei Googles Sprachsuche immer an ein Google-Konto gebunden, bei Apples Siri hingegen gebe es eine solche Account-Bindung nicht.
Auf einer weiteren Folie behauptet der Ersteller der Präsentation, Google spiele in Google Maps Werbeanzeigen aus, wohingegen es in Apple Maps keine solchen Anzeigen gebe. Darüber hinaus werde in Google Maps sowie in der Google-Suche sämtliche Aktivität eines Nutzers mit dessen Account verknüpft, bei Apple Maps, Safari und Siri gebe es jedoch keine Verbindung zur Apple-ID des Anwenders.
"Wir nehmen Datenschutz sehr ernst", zitiert das Dokument abschließend die Worte des im Jahr 2011 verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs.
26 Milliarden USD für die Standard-Suche
Die erst jetzt veröffentlichte Präsentation war Teil einer im September getätigten Zeugenaussage von Eddy Cue im Rahmen eines laufenden Kartellverfahrens gegen Google. Das US-Justizministerium wirft dem Konzern vor, durch Exklusivverträge mit verschiedenen Geräteherstellern den Suchmaschinenmarkt zu monopolisieren.
Erst kürzlich erklärte ein Google-Manager bei diesem Verfahren, das Unternehmen habe allein im Jahr 2021 über 26 Milliarden US-Dollar dafür bezahlt, Google zur Standard-Suchmaschine auf Smartphones und in Webbrowsern zu machen. Mit rund 18 Milliarden US-Dollar ging angeblich ein Großteil davon an Apple.