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Internationale Raumstation: Russland plant Recycling der ISS

Der von Russland gebaute Teil der ISS soll Teil der geplanten eigenen Raumstation werden. Ob das funktioniert, wird bereits bezweifelt.
/ Mario Petzold
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Die ISS im Jahr 2005 (Bild: Getty Images/Nasa)
Die ISS im Jahr 2005 Bild: Getty Images/Nasa

Arstechnica(öffnet im neuen Fenster) zitiert mehrere russische Meldungen, wonach eine Vielzahl an Anpassungen an den Plänen für die zukünftige russische Raumstation vorgenommen werden. Die ersten Elemente dafür sollten 2027 in den Orbit starten.

Schon 2028, also zwei Jahre vor der geplanten Außerdienststellung der ISS, hätte die erste Besatzung ankommen sollen. In den insgesamt sieben Modulen war zudem ein Bereich für Weltraumtouristen eingeplant.

Außerdem hätte die neue Russische Orbitalstation, kurz ROS genannt,(öffnet im neuen Fenster) in einem polaren Orbit platziert werden sollen, um Russland überblicken zu können.

Änderung der Position der Raumstation

Anfang Dezember wurde jedoch verkündet, dass die zukünftige Station auf der gleichen Flugbahn wie die ISS um die Erde kreisen soll. Anschließend wurde mitgeteilt, dass die russische Weltraumbehörde eine Weiterverwendung von Teilen der Internationalen Raumstation geprüft hat, nachdem erst im April 2025 der Bau einer komplett neuen Station angekündigt worden war.

Laut dem Bericht(öffnet im neuen Fenster) gilt es als wahrscheinlichstes Szenario, dass das von Russland gebaute Wohnmodul der ISS nach Abkopplung weiterhin genutzt wird. Es wäre am Ende der Mission der ISS 30 Jahre alt.

Nicht nur das Alter und der damit einhergehende Wartungsaufwand dürften den Plan jedoch verkomplizieren. Über die Jahre haben sich Bakterien und Pilze auf der Raumstation gesammelt, die sowohl für zukünftige Besatzungen als auch für die Elektronik gefährlich werden könnten.

Eine Zukunft mit vielen Raumstationen

Ob die erheblich verkleinerten Pläne für eine russische Raumstation überhaupt umgesetzt werden, bleibt daher fraglich. Sanktionen und die Kosten für den Krieg in der Ukraine fördern die zivile Raumfahrt sicherlich nicht, auch wenn die Versorgung der ISS aktuell noch funktioniert. Wobei die einzige Startrampe zuletzt beschädigt wurde.

Noch ist die Zukunft der ISS nicht gänzlich geklärt. Vorstellbar ist laut Nasa eine Nutzung über das Jahr 2030 hinaus. Das hängt allerdings davon ab, ob bis dahin Ersatz im Orbit ist.

Pläne dazu haben bereits mehrere private Initiativen. Zudem plant Indien eine eigene Station. Und die bemannte chinesische Raumstation ist seit 2021 im Orbit.


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