Internationale Energieagentur: Verdopplung des Energiebedarfs von Rechenzentren erwartet
Der Strombedarf von Rechenzentren wird sich bis 2030 weltweit auf rund 945 Terawattstunden (TWh) mehr als verdoppeln. Laut der am 10. April 2025 vorgelegten Prognose(öffnet im neuen Fenster) der Internationalen Energieagentur (IEA, International Energy Agency) ist das etwas mehr als der gesamte gegenwärtige Energiebedarf Japans. KI wird der wichtigste Treiber dieses Anstiegs sein.
In den USA wird der Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 voraussichtlich fast die Hälfte des Zuwachses in dem Bereich ausmachen. "Aufgrund des KI-Einsatzes wird die US-Wirtschaft im Jahr 2030 voraussichtlich mehr Strom für die Datenverarbeitung verbrauchen als für die Herstellung aller energieintensiven Güter zusammen, darunter Aluminium, Stahl, Zement und Chemikalien. In den Industrieländern werden Rechenzentren voraussichtlich bis 2030 mehr als 20 Prozent des Wachstums des Energiebedarfs ausmachen."
Die Internationale Energiebehörde ist eine autonome Einheit der OECD mit Sitz in Paris.
Betrieb umweltfreundlicher Rechenzentren ist möglich
Fatih Birol, Exekutivdirektor der IEA, sagte: "Die Auswirkungen werden in einigen Ländern besonders stark sein. So werden Rechenzentren in den USA voraussichtlich fast die Hälfte des wachsenden Strombedarfs ausmachen, in Japan mehr als die Hälfte und in Malaysia sogar ein Fünftel."
Gartner schätzte im November 2024 , dass der Stromverbrauch von Rechenzentren zum Betrieb KI-optimierter Server im Jahr 2027 insgesamt 500 Terawattstunden (TWh) pro Jahr erreichen wird, was dem 2,6-Fachen des Werts im Jahr 2023 entspricht, – in einer Welt, in der rund 840 Millionen Menschen keinen Zugang zu Elektrizität haben.
Die Umweltschutzorganisation BUND fordert(öffnet im neuen Fenster) , die immense Abwärme der Rechenzentren zwingend in der Stadtplanung als Wärmequelle einzusetzen. Rechenzentren dürften nur mit Strom aus zusätzlicher erneuerbarer Energie betrieben werden. Die hohen Schadstoffemissionen der Notstromdiesel müssten deutlich gesenkt werden.
Der Koalitionsvertrag von Union und SPD geht jedoch in eine andere Richtung: "Wir sehen erstmals den von uns seit Langem geforderten Paradigmenwechsel in der Rechenzentrumspolitik in Deutschland, hin zu mehr Wettbewerbsfähigkeit" , sagte Béla Waldhauser(öffnet im neuen Fenster) , Sprecher der unter dem Dach des Eco-Verbands gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland.
Insbesondere die geplante Einbeziehung der Rechenzentrumsbranche in die Strompreiskompensation sei ein zentraler Faktor. Auch die Ankündigung, bestehende Vorgaben zur Abwärmenutzung zu erleichtern, sieht der Verband positiv. Man hoffe, dass die bedingungslose Verpflichtung zur Abwärmenutzung und die bestehenden Beweislasten "durch die neue Bundesregierung geprüft und bereinigt werden" .
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