International Games Week: Nicht ohne meine Brille

Datingfieber oder Grabesruhe - virtuelle Realitäten sind unbegrenzt. Auf dem Festival A Maze während der International Games Week in Berlin kann man sie erkunden.

Artikel veröffentlicht am , Achim Fehrenbach/Zeit Online
Flugsimulator mit Datenbrille
Flugsimulator mit Datenbrille (Bild: Jean-Francois Monier/AFP/Getty Images)

Die Bombe tickt, und das Entschärfungsteam wird nervös. Das liegt auch daran, dass nur einer der Experten sie überhaupt sehen kann. Er trägt eine Virtual-Reality-Brille, die ein 3D-Bild des Bombenverstecks erzeugt: ein enger Raum mit einem Schaltfeld voller verwirrender Funktionen. Seine Kollegen tragen keine solchen Brillen, sondern brüten über einem Handbuch mit kryptischen Codes. Sie sind darauf angewiesen, dass der Experte die Situation vor Ort präzise beschreibt: Nur so können sie gemeinsam die Bombe entschärfen.

Inhalt:
  1. International Games Week: Nicht ohne meine Brille
  2. Date mit dem Cyborg

Keep Talking and Nobody Explodes ist eines von 65 Spielen, die in den kommenden Tagen beim Festival A Maze gezeigt werden. A Maze ist Teil der International Games Week, die vom 21. bis 26. April in Berlin stattfindet. Auf dem Programm stehen auch die Entwicklerkonferenz Quo Vadis, die Verleihung des Deutschen Computerspielpreises sowie Theaterabende und Konzerte. A Maze versteht sich als Bühne für Independent Games, für Spiele unabhängiger Entwickler, die nicht im Auftrag großer Firmen arbeiten, sondern ihre Ideen weitgehend ungefiltert umsetzen. "Wir sehen Games nicht als Produkt", sagt der Festival-Organisator Thorsten S. Wiedemann. "Es geht um Leidenschaft, um Emotionen, um Subjektivität." Neben der Ausstellung bietet A Maze auch zahlreiche Workshops für Gamedesigner.

Als jährliches Festival spiegelt A Maze die Trends der Indie-Szene wider. Viele Entwickler begeistern sich derzeit besonders für Virtual Reality. Zwar gibt es VR-Brillen schon seit Jahrzehnten, doch erst jetzt scheint ihr Durchbruch bevorzustehen: Neue Geräte sind bereits auf dem Markt, weitere sollen bald folgen. Brillen-Hersteller wie Oculus VR haben ihre Prototypen früh für externe Entwickler freigegeben und damit eine Flut von Virtual-Reality-Games ausgelöst. Allein unter den 20 Finalisten des A-Maze-Wettbewerbs findet sich ein halbes Dutzend Spiele mit VR-Unterstützung. Noch einmal so viele laufen außer Konkurrenz im Rahmenprogramm.

Realität einbinden oder abtrennen?

Spannend sind diese virtuellen Spielwelten vor allem deshalb, weil niemand absehen kann, wie sie sich weiterentwickeln. Schon jetzt gibt es Konzepte mit völlig gegensätzlicher Stoßrichtung: Die einen lassen Spieler immer tiefer in digitale Welten abtauchen und schirmen sie hermetisch von der Außenwelt ab, um die Illusion nicht zu zerstören. Die anderen sorgen für permanente Rückkopplung mit der physischen Welt und beziehen daraus ihren Reiz - so wie das Bombenentschärfungsspiel, das beide Welten voneinander abhängig macht.

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Über all dem schwebt die Frage, wie Virtual Reality unser Leben verändern wird. Schließlich soll VR nicht nur bei Spielen zum Einsatz kommen, sondern auch in Lehre und Forschung, im Gesundheitswesen oder im Tourismus. Geht es um menschliche Kommunikation, so sind die Kritiker schnell auf dem Plan und befürchten eine zunehmende Isolierung des Individuums. Auch aus der Games-Branche kommt Kritik: Der Chef der Spielefirma Take 2 Interactive nannte Oculus Rift eine "asoziale Technologie", die bestenfalls für Hardcore-Spieler geeignet sei - nicht aber für jene, die gerne im Familien- und Freundeskreis spielen.

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Date mit dem Cyborg 
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