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Flugsimulator mit Datenbrille
Flugsimulator mit Datenbrille (Bild: Jean-Francois Monier/AFP/Getty Images)

Date mit dem Cyborg

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Die Beiträge zu A Maze thematisieren genau diese Nahtstelle von Eigen- und Fremdbezug. Und das bisweilen auf sehr drastische Weise. In Taphobos etwa werden Spieler lebendig begraben. Sie legen sich in einen offenen Sarg und schnallen eine Oculus-Brille über, die das Innere desselben zeigen - Quentin Tarantino lässt grüßen. Der Wettbewerbsbeitrag Pixel Rift zieht gleich zwei virtuelle Ebenen ein. Ausgerüstet mit einem VR-Headset schlüpft man in die Rolle eines Computerspielfans, der sich von Kindesbeinen bis ins Erwachsenenalter seinem Lieblingsspiel (Pixel Rift) widmet - und dabei so gut wie möglich die Ablenkungen des Alltags ignoriert, ob das nun zornige Lehrer oder störende Eltern sind.

Besonders originell ist die Verzahnung von virtueller und physischer Welt im Wettbewerbsbeitrag Cyborg Dating. Ziel des Spiels ist - der Name lässt es erahnen - ein gelungenes Date zwischen zwei Teilnehmern. Dafür wird einer der Spieler mit einer klobigen VR-Brille ausgestattet, dem Google Cardboard. Sein Gegenüber benutzt schlicht ein Smartphone. Der nach außen blinde Spieler-Cyborg wird von seinem Partner durch den öffentlichen Raum geführt, etwa durch eine Fußgängerzone - dabei sieht er durch seine Brille einen digitalen Wald, der sich mit den GPS-Koordinaten des Smartphones wandelt. Auf ihrem Zwei-Welten-Spaziergang erhalten die Dating-Partner Gesprächsvorschläge, der Guide kann für den Cyborg gar einen "romantischen Nachthimmel" aktivieren. Als "finale Herausforderung" sieht das Spiel einen realen Kuss vor: angesichts des sperrigen Cardboards keine einfache Aufgabe.

Bei A Maze konzentrieren sich nicht alle VR-Spiele auf menschliche Interaktion. Trip the Light Fantastic ist ein meditativer Erkundungsflug durch ein Fraktaluniversum, im Biometrie-Spiel Deep beeinflusst die Atemfrequenz das Aussehen einer Unterwasserlandschaft. Die VR-Spiele des Wettbewerbs konkurrieren um den Other Dimensions Award, daneben werden aber noch weitere Preise vergeben. Hauptpreis ist der mit 3.000 Euro dotierte Most Amazing Game Award, während der WTF?! Award besonders provokanten und experimentellen Spielen vorbehalten ist. Dazu zählt gewiss auch das Spiel Line Wobbler, das die Macher als "eindimensionalen Dungeon Crawler" bezeichnen.

Neben Virtual Reality macht A Maze auch noch andere Trends sichtbar. Etwa lokale Multiplayer-Games, die nicht zuletzt dank erfolgreicher Indie-Produktionen wie Nidhogg oder Towerfall Ascension eine Renaissance erleben. Oder Indie-Spiele mit sozialkritischer Botschaft wie der Obdachlosigkeits-Simulator namens Outcasted, den das Cologne Game Lab beisteuert. Zugleich erscheinen immer mehr Indie-Games, die sehr persönliche Erfahrungen verarbeiten, etwa die Geschichte einer missbräuchlichen Beziehung (Curtain). "Genau daran wächst das Medium Computerspiel", sagt der Festivalleiter Wiedemann. "Menschen sehen es als Chance, ihr Leben nach außen zu tragen - ähnlich wie in Film und Literatur."

A Maze läuft vom 22. bis 25. April auf dem Gelände von Urban Spree in Berlin. Details zum Festival gibt es hier.

 International Games Week: Nicht ohne meine Brille

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Endwickler 22. Apr 2015

Unabhängig davon, dass es immer jemanden gibt, der irgend etwas als asozial und seiner...



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