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Intels Chefin der Desktop-Abteilung, Lisa Graff
Intels Chefin der Desktop-Abteilung, Lisa Graff (Bild: Intel)

Intels Desktop-Chefin im Interview: "Wir hatten unsere loyalsten Kunden frustriert"

Intels Chefin der Desktop-Abteilung, Lisa Graff
Intels Chefin der Desktop-Abteilung, Lisa Graff (Bild: Intel)

Im Gespräch mit Golem.de erklärt Lisa Graff, Intels Chefin für Desktop-PCs, warum sich das Unternehmen wieder stärker bei echten High-End-CPUs engagiert. Der Chiphersteller will Gamer, Overclocker und Technikfans auch langfristig an sich binden.

"Kunden", lautet die lapidare Antwort von Intels Desktop-Chefin Lisa Graff, als Golem.de sie auf dem IDF in San Francisco fragt, wer sie zum verstärkten Engagement für High-End-CPUs für stationäre PCs bewogen habe. Bisher hat Intel 2014 für besonders leistungshungrige Anwender den Core i7-4790K (Devils Canyon) mit 4,0 bis 4,4 GHz und den Core i7-5690X (Haswell-E) mit acht Kernen bei 3,0 bis 3,5 GHz vorgestellt. Der Nachfolger des 4770K war innerhalb nur weniger Monate entwickelt worden.

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In den vergangenen Jahren, so Lisa Graff auf Nachfragen, habe Intel die Technikfans, Overclocker und Medienproduzenten mit schmalem Budget, die nicht Xeon-Workstations verwenden können, ein wenig vernachlässigt. Das sei ihr nach dem Wechsel auf die neue Position Anfang 2013 schnell klargeworden. Die Ingenieurin arbeitet seit 26 Jahren für Intel und war bei vielen Chipdesigns involviert, insbesondere bei Intels großem RISC-Chip i960 aus dem Jahr 1989.

Menschen, die sich für schnelle Quad-Cores und CPUs mit noch mehr Kernen begeisterten, seien für Intel aber weiterhin wichtig: "Wir hatten unsere loyalsten Kunden frustriert", sei die Analyse gewesen. "Sie lieben ihren PC, und in den letzten Jahren hatten wir ihnen nicht genug Performance gegeben." Unter anderem, um diese Zielgruppe wieder zu begeistern, habe man den Devil's Canyon entwickelt. Dabei, so Graff weiter, habe durchaus zur Diskussion gestanden, den Prozessor etwas teurer anzubieten als den nur ein Jahr zuvor erschienenen 4770K. Man habe sich aber dagegen entschieden, um die Käufer nicht weiter zu verärgern: "Wir wollten lieber vielen Leuten die Gelegenheit geben aufzurüsten, als nur einigen wenigen, an denen wir dann mehr verdient hätten."

"Mein Ziel ist eindeutig: Performance"

Anders als von vielen Nutzern gehofft, ist das Die des 4970K aber nicht wie früher mit dem Heatspreader verlötet, was den besten Wärmeübergang verspricht. "Das ist eine immerwährende Diskussion", seufzt Lisa Graff auf die Frage nach dem besten Wärmeleitmaterial. Bei Devil's Canyon hatte sich Intel für ein neues Polymer entschieden. "Das war ein Timing-Problem, wir hätten die CPU sonst nicht so schnell bringen können, wie ich das wollte" erklärt Graff den Schritt. Die Abteilung für den Zusammenbau der Prozessoren, das Packaging, arbeite aber stets daran, andere Wärmeleitmaterialien auszuprobieren. Ob verlötet oder nicht, sei dabei aber nicht entscheidend: "Mein Ziel ist eindeutig: Performance. Ich will die höchste erreichbare Frequenz, ganz egal, welches Wärmeleitmaterial ich dafür einsetzen muss."

Beim zweiten High-End-Produkt, dem 5960X, war der Marktstart von einigen wenigen Mainboards überschattet worden, die beim Übertakten in Rauch aufgingen. Dass das, wie von einigen Beobachtern vermutet, an der Nutzung der zusätzlichen - von Intel aber nicht dokumentierten - Pins der CPU liegen könnte, wollte Lisa Graff noch nicht bestätigen: "Wir nehmen das ernst und forschen gerade nach. Bisher haben wir aber noch keine Ahnung, ob es am Prozessor, am Board oder etwa am Netzteil lag. Dazu kann man erst etwas nach der Analyse der defekten Teile sagen, und an der arbeiten wir gerade."

Auch zur Frage der Garantie für die CPUs, die durch den OC-Socket von Asus anders als vorgesehen genutzt wird, gibt es von Intel noch keine abschließende Antwort: "Wir sprechen gerade mit Asus", war alles, was Graff dazu sagen wollte. Verärgert über den Alleingang des Board-Herstellers zeigte sich die Managerin aber nicht: "Manchmal machen manche Kunden halt Dinge etwas anders", sagte Intels Desktop-Chefin mit einem Augenzwinkern. Der Vollständigkeit halber muss hier ergänzt werden, dass die Überhitzung nicht nur auf Mainboards von Asus, sondern auch auf solchen von MSI aufgetreten war.


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Crass Spektakel 16. Sep 2014

Hab mich vertan, meinte "Intel hat im Low-Power-Mode teilweise mehr Leistung als AMD im...

quadronom 15. Sep 2014

Ach so ein Unsinn. GPU-Rendering ist völlig bedeutunglos. Die beiden großen, Maxwell und...

Jorgo34 15. Sep 2014

"Die Ingenieurin arbeitet seit 26 Jahren für Intel... " Und du Oberprofi meinst sie...

Der Held vom... 14. Sep 2014

Benchmarks liegen bisher nur für Ultralight-Varianten vor, die für Tablets gedacht sind...

Der Held vom... 14. Sep 2014

In der Praxis für geschätzte 95% aller Anwender bedeutet das vermutlich überhaupt...



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