Intelligente Tore: Technik gegen Fehlentscheidungen im Fußball

Ist der Fußball drin oder nicht drin? Bei dieser Frage können Schiedsrichter künftig Unterstützung durch intelligente Tore bekommen. Zwei Techniken kommen dabei infrage.

Artikel veröffentlicht am ,
Tor oder nicht? Goalref informiert den Schiedsrichter per Funk.
Tor oder nicht? Goalref informiert den Schiedsrichter per Funk. (Bild: Fraunhofer IIS)

Das International Football Association Board (IFAB) hat am 5. Juli 2012 auf einer Sondersitzung in Zürich beschlossen, die Torlinientechnologie im Fußball einzuführen, berichtet die Fifa. Schiedsrichter müssen demnächst nicht mehr ohne technische Hilfsmittel entscheiden, ob der Ball nun die Torlinie überquert hat oder nicht - das intelligente Tor soll das für sie genau ermitteln können.

Nach neun Monate dauernden Testläufen mit konkurrierenden Systemen in England, Deutschland, Ungarn und Italien wurden nun die Systeme Goalref und Hawk-Eye zugelassen. Sie erhalten beide die Möglichkeit, Fifa-Lizenznehmer für Torlinientechnologie zu werden. Bevor sie für den breiten Einsatz zugelassen werden, müssen sie sich aber noch bei der Fifa-Klub-Weltmeisterschaft und beim Confederations Cup bewähren.

Englische gegen deutsche Technik

Das Goalref-System setzt auf Magnetfeldtechnik. Rund um das Tor werden dabei schwach magnetische Felder erzeugt. Sobald der Ball, ausgestattet mit einer kleinen elektronischen Vorrichtung, die Torlinie vollständig überquert hat, wird dies durch kleinste Veränderung des magnetischen Feldes erkannt. Mit herkömmlichen Fußbällen ohne integrierte Elektronik funktioniert die Technik nicht. Entwickelt wurde Goalref in Deutschland vom Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen.

"Man kann sich Goalref als einen unsichtbaren Vorhang vorstellen, der hinter Querlatte und Torlinie gespannt ist. Sobald der Ball diesen 'Vorhang' komplett passiert, wird ein Tor erkannt", so Ingmar Bretz, Projektleiter von Goalref, in einer Pressemitteilung. Diese Information sendet das System automatisch über verschlüsselte Funksignale in Echtzeit an die Schiedsrichter, deren Spezialarmbanduhren das Ereignis visuell und mittels Vibration anzeigen.

Für die Tests des Systems hat der Fraunhofer-Partner Select einen Ball mit Goalref-Technik bestückt. Peter Knap, CEO von Select und Derbystar: "Die Herausforderung war es, einen Ball zu entwickeln, der sogar einem Schuss von Ronaldo standhält und gleichzeitig mit dem intelligenten Tor kommuniziert." Der intelligente Ball - von den Fraunhofer-Ingenieuren auch als iBall bezeichnet - wird auch vom Sportartikelhersteller Derbystar angeboten. Zukünftig sollen Spielbälle weiterer Hersteller mit Goalref-Technik ausgerüstet werden können.

Genauer hingucken

Das britische Hawk-Eye-System hingegen braucht keine speziellen Fußbälle. Es setzt auf eine rein optische Erkennung mit sechs bis acht Hochgeschwindigkeitskameras je Tor. Sie erfassen den Fußball aus verschiedenen Winkeln, um die exakte Position des Balls zu berechnen. Die Daten werden an eine Videosoftware übertragen, die ein Bild (3D) der Flugbahn des Balls erstellt und den Schiedsrichtern die Information - Tor oder nicht Tor - innerhalb einer Sekunde zur Verfügung stellen soll. Diese aus dem Tennis bekannte Technik hat aber laut ZDF Sport eine Schwäche: Sie funktioniert nicht, wenn ein Spieler auf dem Fußball liegt und die Sicht darauf versperrt.

Das International Football Association Board (IFAB) will die beiden Torlinientechnologien Goalref und Hawk-Eye nun final testen. Es ist geplant, die Systeme bei der Fifa-Klub-Weltmeisterschaft in Japan 2012 und beim Confederations Cup 2013 in Brasilien zu evaluieren.

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Bouncy 09. Jul 2012

Ja das ist der Punkt, keinen Kopf, kein Nachdenken, keine Kritik, alles ist bunt und...

derKlaus 06. Jul 2012

Ganz derselben Meinung. Beim American Football hat das Spiel konzeptionell Pausen...

Bouncy 06. Jul 2012

Zum Sport an sich, ja, auch das Schiedsrichterdasein ist schließlich quasi eine eigene...

s1ou 06. Jul 2012

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