Abo
  • Services:
Anzeige
Ein sogenanntes Smart Meter Gateway für ein intelligentes Strommesssystem
Ein sogenanntes Smart Meter Gateway für ein intelligentes Strommesssystem (Bild: Dr. Neuhaus)

Intelligente Stromzähler: Regierung sieht keine Gefahr für Echtzeitüberwachung

Ein sogenanntes Smart Meter Gateway für ein intelligentes Strommesssystem
Ein sogenanntes Smart Meter Gateway für ein intelligentes Strommesssystem (Bild: Dr. Neuhaus)

Überwachen intelligente Strommesssysteme in Echtzeit den Verbrauch normaler Nutzer? Der Gesetzentwurf der Regierung sieht dies nicht vor. Dennoch warnen Verbraucherschützer vor einer "Zwangsdigitalisierung durch die Kellertür".

Anzeige

Der überwiegende Teil der Stromkunden muss durch den Einbau von intelligenten Stromzählern und Messsystemen keine detaillierte Überwachung des Verbrauchs befürchten. Wie die Bundesregierung mitteilte, werden nur bei den wenigsten Haushalten laufend die aktuellen Verbrauchswerte an die Messstellenbetreiber übermittelt. "Verbraucher bis zu einem Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden behalten nach dem Entwurf zum Messstellenbetriebsgesetz ihre Daten 'vor Ort' allein zum Zwecke der Verbrauchsveranschaulichung. Grundeinstellung ist hier die jährliche Übermittlung", schreibt das Bundeswirtschaftsministerium in seinen "Häufig gestellten Fragen" zum Thema. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt verbraucht rund 3.500 Kilowattstunden Strom im Jahr.

Das Ministerium präsentierte am Montag seinen 195-seitigen Gesetzentwurf "zur Digitalisierung der Energiewende". Länder und Verbände haben nur bis Mitte Oktober Zeit, dazu Stellung zu nehmen.

Verbraucherschützer fordern Zustimmung der Kunden

Dies ließ im Falle der Verbraucherschützer nicht lange auf sich warten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) wiederholte seine bereits zuvor geäußerte Kritik an den Plänen. "Wieder einmal sollen Verbraucher die Zahlmeister der Energiewende sein. Hightech in den Kellern bringt den Verbrauchern kaum Mehrwert, dafür aber dauerhafte Kosten", sagte Klaus Müller, Vorstand des vzbv.

  •  
  •  
  •  
  • Der aktuelle Rollout-Plan der Bundesregierung vom September 2015 (Quelle: BMWi)
  • Elektronische Stromzähler, wie sie derzeit bei Neubauten und Renovierungen eingebaut werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der erste in Deutschland zugelassene Smart Meter der Firma Görlitz (Bild: Goerlitz.com)
 

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen alle Haushalte mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden ein intelligentes Messsystem bekommen. Alle anderen Haushalte sollen schrittweise mit intelligenten Zählern ausgerüstet werden. Netzbetreiber dürfen allerdings auch Haushalte, die weniger als 6.000 Kilowattstunden verbrauchen, nach eigenem Ermessen mit intelligenten Messsystemen ausstatten. Verbraucher können dem laut Gesetzentwurf nicht widersprechen. Die Verbraucherschützer fordern die Regierung dazu auf, den Einbau intelligenter Stromzähler und Messsysteme nur auf freiwilliger Basis vornehmen zu lassen.

Warnung vor Spionagezählern

Zudem befürchtet der vzbv, dass nun flächendeckend sensible Daten der Stromkunden gesammelt werden. "Es ist ein Novum, dass Verbraucher zur Preisgabe von Daten quasi gezwungen werden und dem nicht widersprechen können. Die Zwangsdigitalisierung durch die Kellertür ist der falsche Weg", sagte Müller. Dem Gesetzentwurf zufolge müssen jedoch erst ab einem Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden die Messwerte viertelstündlich übermittelt werden. "Nur wenn vom Verbraucher ein Tarif gewählt wird, der eine feinere Messung und Übermittlung erfordert, werden weitere Daten an Netzbetreiber und Lieferanten versendet", schreibt das Ministerium.

Datenschützer warnten bereits vor Jahren vor einer solchen "Fernübertragung unseres Stromverbrauchs in Echtzeit". Diese sei ein "Alptraum für unsere Privatsphäre in den eigenen vier Wänden". Mit diesen Daten der "Spionagezähler" könnten "unsere An- und Abwesenheit, unsere Besucher, unsere Geräte und unsere Gewohnheiten im eigenen Heim enthüllt werden - ein unglaublicher Angriff auf die Unverletzlichkeit der Wohnung", hieß es auf der Website Daten-Speicherung.de.

Bitkom will schnelleren Rollout

Der IT-Branchenverband Bitkom begrüßte nun, dass der Entwurf "sehr hohe Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit" vorsehe. "Die Hoheit über die Daten muss laut dem Gesetz beim Kunden verbleiben. Eine Beschlagnahmung von Daten durch die Polizei oder Behörden wird ausgeschlossen", teilte der Verband mit. "Diese hohen Ansprüche an Datenschutz und Datensicherheit sind für die Akzeptanz von intelligenten Messsystemen beim Kunden entscheidend", sagte Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder.

Dem Verband geht das sogenannte Rollout der Stromzähler aber nicht schnell genug. Dem Gesetzentwurf zufolge soll das Gros der Nutzer mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden erst von 2020 an mit den Messsystemen ausgestattet werden. Bis 2032 sollen alle Messstellen über einen elektronischen Stromzähler verfügen und die bisherigen elektromechanischen Ferrariszähler ausgetauscht sein.

Ein intelligentes Messsystem besteht aus einem elektronischen Stromzähler und einer Kommunikationseinheit, dem sogenannten Smart Meter Gateway. Auf diese Weise können nicht nur die Verbrauchsdaten zeitnah an den Netzbetreiber übermittelt, sondern auch mit Hilfe von Schaltboxen oder Smart-Grid-fähigen Haushaltsgeräten Stromverbraucher oder -erzeuger zu- oder abgeschaltet werden. Zudem erlauben sie variable Stromtarife.


eye home zur Startseite
robinx999 24. Sep 2015

Und da tanken viele Privat Leute mitlerweile dann wenn es günstig ist. Sieht man ja wie...

Ach 22. Sep 2015

Das "coolste" Detail in der Beziehung find ich ja, dass bei der VDS Ämter und Behörden...

DY 22. Sep 2015

abgibt. Maximale Überwachung, dabei aber so tun als ob es eher zufällig geschieht.

pandarino 22. Sep 2015

Wenn von denen jemand nur "Guten Morgen" sagt, schaue ich erst einmal auf die Uhr...

Snooozel 22. Sep 2015

aber nur wenn es mich nichts kostet. Keine Einbaukosten, zum jetzigen Zähler...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. IABG Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH, Koblenz, Ottobrunn bei München
  2. SEITENBAU GmbH, Konstanz
  3. Robert Bosch GmbH, Reutlingen
  4. über Ratbacher GmbH, Karlsruhe


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 274,90€ + 3,99€ Versand (Vergleichspreis Karte 294€ und Pad 40€)
  2. 116,00€
  3. 184,90€ + 3,99€ Versand (Bestpreis!)

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing


  1. Surge 1

    Xiaomis erstes Smartphone-SoC ist ein Mittelklasse-Chip

  2. TC-7680

    Kabelmodem für Gigabit-Datenraten vorgestellt

  3. Störerhaftung

    Regierung will Netzsperren statt Abmahnkosten

  4. Voice ID

    Alexa soll Nutzer an der Stimme erkennen können

  5. Chrome

    Bluecoat bremst Einführung von besserem TLS-Protokoll

  6. HTC D4

    Cog Systems will das sicherste Smartphone der Welt zeigen

  7. Raspberry Pi Zero W

    Zero bekommt WLAN und Bluetooth

  8. Gebäudesteuerung

    Luxusklinik vergaß IT im Netz

  9. Internet.org

    Facebook plant neue Flüge für Solardrohne Aquila

  10. Toughbook CF-33

    Panasonics Detachable blendet mit 1.200 Candela/qm



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Motion Control: Kamerafahrten für die perfekte Illusion
Motion Control
Kamerafahrten für die perfekte Illusion
  1. Konzeptfahrzeug Peugeot Instinct - autonom fahren oder manuell steuern
  2. Später Lesen Mozilla übernimmt Hersteller von Pocket
  3. Senkrechtstarter Solardrohne fliegt wie ein Harrier

Nintendo Switch eingeschaltet: Zerstückelte Konsole und gigantisches Handheld
Nintendo Switch eingeschaltet
Zerstückelte Konsole und gigantisches Handheld
  1. Nintendo Interner Speicher von Switch offenbar schon jetzt zu klein
  2. Hybridkonsole Leak zeigt Menüs der Nintendo Switch
  3. Hybridkonsole Hardware-Details von Nintendo Switch geleakt

Blackberry Key One im Hands on: Android-Smartphone mit toller Hardware-Tastatur
Blackberry Key One im Hands on
Android-Smartphone mit toller Hardware-Tastatur
  1. Lenovo Moto Mod macht Moto Z zum Spiele-Handheld
  2. Alternatives Betriebssystem Jolla will Sailfish OS auf Sony-Smartphones bringen
  3. Digitale Assistenten Google und Amazon kämpfen um Vorherrschaft

  1. Re: Das Gehäuse

    brotiger | 15:32

  2. Re: Alternativen?

    honk | 15:27

  3. Re: Abgefahren...

    Muhaha | 15:25

  4. Re: Treiben zu großen Anbietern

    subjord | 15:24

  5. Re: An sich sehr nett, aber...

    PedroKraft | 15:23


  1. 15:23

  2. 14:57

  3. 14:40

  4. 14:28

  5. 13:44

  6. 12:47

  7. 12:21

  8. 12:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel