Abo
  • Services:

Intelligente Stromzähler: Gehackte Smart Meter machen Lichter aus

Sicherheitsexperten ist es gelungen, in Spanien eingesetzte intelligente Stromzähler zu hacken. Damit könnten sie den Strom abschalten, den Zähler manipulieren oder dort Malware installieren.

Artikel veröffentlicht am ,
Spanischen Sicherheitsexperten ist es gelungen, intelligente Stromzähler zu manipulieren.
Spanischen Sicherheitsexperten ist es gelungen, intelligente Stromzähler zu manipulieren. (Bild: CC BY-SA 3.0)

Die Sicherheitsforscher Alberto Garcia Illera und Javier Vazquez Vidal haben sich Zugriff auf einen intelligenten Stromzähler verschafft, der in Spanien weit verbreitet ist. Dort entdeckten sie schwere Sicherheitslücken, über die nicht nur der eine Smart Meter manipuliert werden könnte, sondern auch weitere des gleichen Herstellers. Die beiden Sicherheitsexperten präsentierten ihre Ergebnisse auf der Sicherheitskonferenz Black Hat Europe 2014.

Stellenmarkt
  1. RIEDEL Communications GmbH & Co. KG, Wuppertal
  2. SAUER GmbH / REALIZER GmbH, Stipshausen, Pfronten, Bielefeld

Nachdem sie ohne große Mühe die Firmware zweier intelligenter Stromzähler des gleichen Herstellers extrahiert hatten, stellten sie fest, dass beide einen identischen Schlüssel mit symmetrischem AES mit einer Länge von 128-Bit verwendeten. Zudem ließ sich die eindeutige Identifikationsnummer der beiden Geräte leicht fälschen. Da die Verbindung zu den intelligenten Stromzählern über das reguläre Stromnetz hergestellt wird, könnten Angreifer die eigentlich strikt voneinander getrennten Geräte über das Netzwerk miteinander verbinden. So ließe sich beispielsweise der Strom in ganzen Stadtvierteln ausschalten.

Manipulierte Stromzähler

Nur ein Stromzähler könnte reichen, um sich Zutritt auf das gesamte Netzwerk zu verschaffen. Mit einem entsprechend ausgestatteten mobilen Gerät könnten Angreifer auch einen bestimmten Haushalt angreifen, in dem sie es in der Nähe ans Netz hängen. Per Fernbefehl ließe sich dann beispielsweise der Zähler zurücksetzen. Selbst Malware habe sich in die Firmware der Smart Meter installieren lassen. Dann könnten Diebe anhand des Stromverbrauchs feststellen, ob Anwohner gerade zu Hause sind. Mit gefälschten Identifikationsnummern ließe sich auch eine Stromrechnung einem anderen Teilnehmer unterschieben.

Die beiden Experten betonen, dass sie ihre Versuche nur in einem internen Netzwerk ausprobiert haben und nicht im eigentlichen Stromnetz. Sie sind aber davon überzeugt, dass sich ihre Angriffsszenarien auch in der Realität umsetzen ließen.

Über den Hersteller der intelligenten Stromzähler gaben die beiden Experten keine Auskunft. Sie hätten ihn über ihren Hack noch nicht informiert, würden mit ihm aber zusammenarbeiten, um die Fehler zu beheben. Die Geräte seien in Spanien weit verbreitet, da sie von gleich drei Stromanbietern eingesetzt würden: Endesa, E.ON und Iberdrola. Insgesamt gebe es dort bereits 8 Millionen Haushalte, in denen intelligente Stromzähler installiert seien. Somit handele es sich um eine Frage der nationalen Sicherheit, so die beiden Datenexperten.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 9,99€

KritikerKritiker 09. Nov 2014

Es gibt genügend Orte auf der Welt, wo es zu ähnlichen Blackouts gekommen ist. Dort gab...

suicicoo 20. Okt 2014

Wusste ich nicht, was gelernt, danke - weißt du auch was die kosten?

TrashFan 20. Okt 2014

Letztes Jahr als Hörbuch gehört, super Buch! Sollte mir eigentlich die Zeit beim lästigen...

DY 20. Okt 2014

Man kann auswerten bis der Arzt kommt. Interessant wird es, wenn man eigene Solarzellen...

KritikerKritiker 18. Okt 2014

Naja, teilweise bin ich mir nicht mehr sicher, was auf dem Mist von Inkompetenz...


Folgen Sie uns
       


Nach E-Fail, was tun ohne sichere E-Mails - Livestream

Die E-Fail genannte Sicherheitslücke betrifft die standardisierten E-Mail-Verschlüsselungsverfahren OpenPGP und S/MIME. Im Livestream diskutieren wir den technischen Hintergrund der zuletzt aufgedeckten Lücken und besprechen, was Nutzer nun tun können, wenn sie ihre Nachrichten weiter sicher verschicken wollen.

Nach E-Fail, was tun ohne sichere E-Mails - Livestream Video aufrufen
Highend-PC-Streaming: Man kann sogar die Grafikkarte deaktivieren
Highend-PC-Streaming
Man kann sogar die Grafikkarte deaktivieren

Geforce GTX 1080, 12 GByte RAM und ein Xeon-Prozessor: Ab 30 Euro im Monat bietet ein Startup einen vollwertigen Windows-10-Rechner im Stream. Der Zugriff auf Daten, Anwendungen und Games soll auch unterwegs mit dem Smartphone funktionieren.
Von Peter Steinlechner

  1. Golem.de-Livestream Halbgott oder Despot?
  2. Rundfunk Medienanstalten wollen Bild Livestreaming-Formate untersagen
  3. Illegale Kopien Deutsche Nutzer pfeifen weiter auf das Urheberrecht

Wonder Workshop Cue im Test: Der Spielzeugroboter kommt ins Flegelalter
Wonder Workshop Cue im Test
Der Spielzeugroboter kommt ins Flegelalter

Bislang herrschte vor allem ein Niedlichkeitswettbewerb zwischen populären Spiel- und Lernrobotern für Kinder, jetzt durchbricht ein Roboter für jüngere Teenager das Schema nicht nur optisch: Cue fällt auch durch ein eher loseres Mundwerk auf.
Ein Test von Alexander Merz


    Xbox Adaptive Controller ausprobiert: 19 x Klinke, 1 x Controller, 0 x Probleme
    Xbox Adaptive Controller ausprobiert
    19 x Klinke, 1 x Controller, 0 x Probleme

    Microsoft steigt in den Markt der zugänglichen Geräte ein. Der Xbox Adaptive Controller ermöglicht es Menschen mit temporärer oder dauerhafter Bewegungseinschränkung zu spielen, ohne enorm viel Geld auszugeben. Wir haben es auf dem Microsoft Campus in Redmond ausprobiert.
    Von Andreas Sebayang

    1. Firmware Xbox One erhält Option für 120-Hz-Bildfrequenz
    2. AMD Freesync Xbox One erhält variable Bildraten
    3. Xbox One Streamer können Gamepad mit Spieler teilen

      •  /