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Intelligente Pneus: Pirellis Cyber-Reifen werden zu Straßenwächtern

Die intelligenten Reifen von Pirelli erkennen Schlaglöcher, Risse und Aquaplaning-Gefahren in Echtzeit. Das will sich der Staat zunutze machen.
/ Michael Linden
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Pirelli Cyber Tyre (Bild: Pirelli)
Pirelli Cyber Tyre Bild: Pirelli

Pirellis Cyber-Tire-Technologie(öffnet im neuen Fenster) könnte weit über die Sicherheitssysteme einzelner Fahrzeuge hinaus Anwendung finden. Der italienische Reifenhersteller lotet derzeit Einsatzmöglichkeiten aus, die Verkehrsbehörden und Straßenbauverwaltungen zugute kommen könnten, wie Ars Technica berichtet.(öffnet im neuen Fenster)

Die Technologie, die erstmals in McLarens Plug-in-Hybridfahrzeugen zum Einsatz kam, überträgt per Bluetooth Low-Energy-Daten zu Reifendruck, Temperatur und spezifischen Reifeneigenschaften an das Fahrzeug. Das System funktioniert als Ersatz zu herkömmlichen, an der Felge montierten Reifendruckkontrollsystemen.

In Zusammenarbeit mit Bosch ermöglicht Pirellis Technik es nun, dass Fahrzeuge Antiblockiersysteme und elektronische Stabilitätskontrolle auf die montierten Reifen abstimmen, heißt es in dem Bericht.

Infrastrukturüberwachung durch Reifendaten

Pirelli-CTO Piero Misani erklärte Ars Technica, das Unternehmen arbeite mit mehreren Automobilherstellern an Integrationsprojekten. "Wir arbeiten bereits an zwei Projekten in Europa und zwei Projekten in China", so Misani. Weitere Projekte in England und Korea sollen im Januar starten.

Die Technologie wurde in der italienischen Region Apulien zur Bewertung von Straßenoberflächen getestet. Eine Flotte mit Cyber-Tire-ausgestatteten Fahrzeugen sammelte Daten, die auf Probleme mit dem Straßenzustand hinweisen können. In Zusammenarbeit mit dem schwedischen Start-up Univrses kombiniert Pirellis Ansatz Reifensensordaten mit Kamerasystemen, um noch mehr Daten zu gewinnen.

Visuelle Systeme können Schlaglöcher erkennen, die Reifen möglicherweise nicht erfassen, wenn Fahrer ihnen ausweichen. Reifensensoren hingegen messen Aufprallkräfte, die Kameras nicht quantifizieren können. Die Kombination liefert Informationen über Risstiefe und Auswirkungen auf die Fahrstabilität.

Das System kann auch noch mehr Informationen verarbeiten, einschließlich Verkehrsschildern und deren Korrelation mit den tatsächlichen Straßenverhältnissen. Das könnte bei der Frage helfen, ob ausgeschilderte Geschwindigkeitsbegrenzungen zur aktuellen Oberflächenqualität der Straße passen.

Verkehrsbeeinflussung anhand von Reifendaten

Pirelli entwickelt ein Programm für Italien, das auf aktives Verkehrsmanagement mithilfe der gewonnenen Daten abzielt. Das System könnte Geschwindigkeitsbegrenzungen basierend auf erkannten Bedingungen wie stehendem Wasser, das Aquaplaning verursachen könnte, anpassen.

Der Zeitplan für eine flächendeckende Einführung bleibt unklar, allerdings befinden sich laut Pirelli mehrere Proof-of-Concept-Projekte mit Herstellern in fortgeschrittenen Stadien.


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