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Die Radarsensoren von Siemens sind noch alles andere als zuverlässig.
Die Radarsensoren von Siemens sind noch alles andere als zuverlässig. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Wem gehören die Parkplatzdaten?

Wobei sich an diesem Punkt die Frage stellt, welche Ziele die Kommunen mit der Parkraumüberwachung anstreben und wem diese Daten gehören. "Die Überwachung von Ladesäulen, Busspuren und Fahrradstreifen ist in der ersten Aufbauphase wichtiger, als bei den Hotspots der Parkraumnachfrage eine Detektion aufzubauen", sagt Blümel. Cleverciti Systems setzt hingegen eher auf eine effizientere Parkraumbewirtschaftung. Obwohl Parkraum ein sehr wertvolles Gut in der Innenstadt sei, werde nur ein Bruchteil davon bezahlt, sagt Hohenacker. Der Grund: "Die Leute haben keine Lust, nach der ewigen Suche auch noch Geld zu bezahlen." Daher will seine Firma nicht nur mit Hilfe einer App die Fahrer zu dem Parkplatz lotsen, sondern auch gleich die Bezahlung des Parkplatzes ermöglichen.

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Siemens will auf der Basis der aufgenommenen Daten sogar eine Prognose für die künftige Parkplatzbelegung berechnen. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz werde in dem Projekt ein entsprechendes Modul entwickeln und integrieren. Die Software soll erkennen, "wenn sich die Parkplatzsituationen in wiederkehrenden Zyklen ähnlich gestaltet".

Kartendienste wollen Daten einbinden

Kein Wunder, dass an solchen Daten auch Kartendienste wie Here interessiert sind. Letztlich ist eine Einbindug in ein Gesamtsystem auch sinnvoller, als für jeden Parkplatz eine eigene App anzubieten. Laut Hohenacker gibt es bereits "intensive Gespräche" mit dem Unternehmen, das im vergangenen Jahr von den deutschen Autoherstellern Daimler, BMW und Audi gekauft wurde. Schon jetzt bietet Here in seinem Navigationsdienst Informationen zu Parkhäusern an. Rein technisch ist es kein Problem, die Daten einer Parkraumüberwachung in Kartendienste einzubinden. An einem solchen System arbeitet auch der Automobilzulieferer Bosch.

Im Vorbeifahren sollen Fahrzeuge mit Parkassistenzsystemen automatisch Lücken zwischen parkenden Autos erkennen und vermessen. Diese Daten sollen an einen zentralen Server gehen, um eine Parkkarte in Echtzeit zu generieren. Die Karte soll dann Autofahrern auf dem Smartphone oder über die Internetverbindung des Fahrzeugs zur Verfügung stehen. Ein konsequenter Schritt. Schließlich müssen selbstfahrende Autos in Zukunft in der Lage sein, alleine einen Parkplatz zu finden. Die notwendige Hard- und Software müssen Autohersteller und Zulieferer daher ohnehin entwickeln.

Parkraum verändert sich sehr dynamisch

Die Berliner Senatsverwaltung betrachtet solche Ansätze jedoch mit Skepsis. "Die Parkplatzdaten gehören meiner Meinung nach dem sogenannten Straßenbaulastträger, also dem Eigentümer der Straßen, der öffentlichen Hand", sagt Blümel. Das heißt, dass seiner Ansicht nach eine kommerzielle Nutzung der Daten ohne die Zustimmung der Kommune nicht erlaubt wäre. Zumal ohnehin fraglich ist, wie zuverlässig ein solches System sein kann. Entweder müssten die Autos genau erkennen, ob eine freie Lücke tatsächlich genutzt werden kann, oder auf dem Server müssen die Parkdaten exakt zu jeder GPS-Position hinterlegt sein. Dies ist jedoch mit einem erheblichen Aufwand verbunden.

Laut Blümel verändert sich der öffentliche Parkraum sehr dynamisch. Eine tägliche Veränderung von fünf Prozent des Angebots sei nicht überraschend, beispielsweise durch Umzüge, Baustellen oder andere Einschränkungen. Das hätten Tests bei 1.200 Parkplätzen im Berliner Stadtteil Friedenau ergeben. Zu einer intelligenten Parkraumüberwachung müsste es daher gehören, solche Daten möglichst schnell auf dem Server zu aktualisieren. Sonst ist der Frust doppelt groß, wenn man zu einem angeblich freien Platz gelotst wird, der dann doch besetzt ist oder gar nicht zur Verfügung steht.

Weltweite Nachfrage nach Systemen

Das kann auch passieren, wenn mehrere Autofahrer gleichzeitig einen freien Parkplatz angezeigt bekommen. Cleverciti hat daher eine "virtuelle Reservierung" entwickelt. "Wenn mehrere Leute dieselbe Adresse eingeben, dann wird für den am nächsten Ankommenden dieser Parkplatz weiter angezeigt, den anderen aber nicht mehr", erläutert Hohenacker. Was natürlich nicht verhindert, dass ein anderes Auto einem doch noch den Parkplatz wegschnappt. Allerdings werden die Daten alle drei Sekunden aktualisiert, so dass nur eine geringe Verzögerung entsteht.

Angesichts des Entwicklungsvorsprungs gegenüber Radarsensoren und der Vorteile gegenüber Bodendetektoren wundert es nicht, dass Cleverciti derzeit Anfragen aus der ganzen Welt erhält. In den Niederlanden würden demnächst in den Städten Rotterdam, Den Haag und Helmond Projekte gestartet, ebenso im polnischen Katowice, in Kopenhagen, Mexico City, San Salvador, Dubai und Mailand. In Deutschland seien die Kommunen noch zurückhaltender, was aber nicht nur am Datenschutz liege. "Es wird hier viel gesprochen über Smart City, aber die Niederländer machen es tatsächlich", sagt Hohenacker. Demnächst sollen die Sensoren aber in Köln installiert werden.

KfW bei Cleverciti eingestiegen

Inzwischen sind schon Investoren auf das Startup aufmerksam geworden. So ist die bundeseigene KfW Anfang des Jahres mit 15 Prozent eingestiegen. Auch die belgische Firma D'Ieteren (Carglass) beteiligt sich an Hohenackers Firma. Es bleibt abzuwarten, ob der Siemens-Konzern mit seiner Größe in der Lage ist, bis Ende des Jahres ein funktionierendes Radarsystem entgegenzustellen.

Dem Autofahrer dürfte es am Ende egal sein, mit welchem Sensor er einen freien Parkplatz angezeigt bekommt. Entscheidend für die Akzeptanz dürfte neben dem Datenschutz vor allem die Zuverlässigkeit sein. Und die Tatsache, dass es überhaupt noch freie Parkplätze in den Städten gibt.

 Radarsensoren zu schwer für Lampenmasten

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Kleba 23. Mär 2016

Hi automobiles, das die Wagen schon jetzt viel können, will ich auch gar nicht in Abrede...

cpt.dirk 22. Mär 2016

Das dürfte unter anderem daran liegen, dass der ÖPNV, wie etliche andere Einrichtungen...

sydthe 22. Mär 2016

Ich würde mal behaupten das ein Parkhaus mehr Einnahmen generiert als ein Wohnhaus. Wenn...

deefens 21. Mär 2016

Vor allem in Kleinstädten um die 50.000 Einwohner sind die ÖPNV-Verbindungen meist ein...

Nogul 21. Mär 2016

Hier wieder. Dass man ein Auto besitzen muss scheint so fest verankert zu sein, dass man...



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