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Traditionelle Produktionstechniken wie Stricken sollen für Wearables nutzbar gemacht werden.
Traditionelle Produktionstechniken wie Stricken sollen für Wearables nutzbar gemacht werden. (Bild: Mr.TinDC/(CC BY-ND 2.0)

Das Überwachungspotenzial ist ein riesiges Problem

Süddeutsche Zeitung: Ist vernetzte Kleidung reif für den Massenmarkt?

Katharina Bredies: Vor fünf Jahren war das noch ein Nischenthema, mittlerweile bricht das als Trend schon in den Markt durch. Aktuell haben wir viele Wearables, die keine Textilien sind: Fitnessarmbänder, Uhren wie die Apple Watch, intelligente Schmuckstücke. Aber auch bei den Textilien gibt es gerade im Sportbereich schon Massenprodukte mit Sensorfunktion.

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Süddeutsche Zeitung: Wie wäscht man solche smarten Kleidungsstücke eigentlich?

Katharina Bredies: Sehr vorsichtig! Unsere Textilien enthalten Metalle - und die oxidieren. Das kennt man vom Silberlöffel daheim in der Schublade. Es gibt mittlerweile aber versilbertes Garn mit einer speziellen Beschichtung, die das Oxidieren verhindert. Die Sachen müssen waschbar sein, man trägt sie ja am Körper. Ein smartes Textil ist das moderne Äquivalent zu Anzug oder Kaschmirpulli: Die trocknet man auch nicht im Schleudergang.

Süddeutsche Zeitung: Wenn die Technik uns wie eine zweite Haut überzieht und ständig Informationen versendet: Ist das nicht der Albtraum jedes Datenschützers?

Katharina Bredies: Das Überwachungspotenzial ist ein riesiges Problem. Wenn unsere Produkte persönlichste Körperdaten erheben, dann will ich die natürlich nicht mit jedem teilen. Das Problem sind nicht die Daten an sich, sondern wie wir sie in unserer Gesellschaft nutzen wollen: Wenn es darum geht, ob Krankenkassen Gesundheitsdaten von uns nutzen dürfen, um Tarife festzulegen, dann ist das eine politische Frage.

Süddeutsche Zeitung: Das spricht ja gegen Wearable Tech.

Katharina Bredies: Naja. Es gibt einerseits diese Dystopie, andererseits haben die Produkte auch unglaubliches positives Potenzial. Es ist wie mit dem Internet: Es vernetzt Menschen auf der ganzen Welt und kann helfen, Revolutionen loszutreten. Gleichzeitig bietet es das Potenzial, die Menschen auszuspionieren. Ob die Technik "gut" oder "böse" ist, hängt ab von ihrer Anwendung. Es ist unsere Aufgabe im Designprozess, sie möglichst sicher zu gestalten.

Süddeutsche Zeitung: Wird unsere Kleidung bald so smart sein, dass wir kein Smartphone mehr brauchen?

Katharina Bredies: Es geht nicht um Verdrängung. Die Frage ist: Wie erweitern Textilien die Möglichkeit, mit Elektronik umzugehen? Bei konventionellen Geräten gibt es Regler, Schalter und Touchscreens. Bei Textilien ist nichts definiert. Wir erfinden die Elektronik neu, alles ist erlaubt. Was wäre zum Beispiel, wenn mein Radio schon immer gestrickt gewesen wäre? Wenn man solche Fragen stellt, kommen aufregende Dinge heraus.

Süddeutsche Zeitung: Wie geht man denn praktisch vor, wenn man ein Radio stricken will?

Katharina Bredies: Im Moment strickt man das Radio am besten noch von Hand, oder mit einer Strickmaschine, wie es sie in den 80er Jahren gab. Das ist eine Mischung aus Handarbeits- und Elektronikbastelkurs. Manche elektrischen Bauteile lassen sich aktuell noch nicht so einfach verarbeiten, sind unbeweglich und nicht gemacht für das Arbeiten mit Textilien. In Zukunft, wenn wir textile Materialien für alle elektrischen Komponenten haben, dann ist ein gestricktes Radio auch nicht viel anders als ein komplizierter Norwegerpulli - da hat man ja auch mal ein halbes Dutzend verschiedene Materialien und komplizierte Muster.

Interview von Angela Gruber

 Intelligente Kleidung: Wenn der Pullover Daten sammelt

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DeathMD 03. Dez 2015

.... lauf ich nur noch nackt herum. :D

ambio 03. Dez 2015

der Mensch spinnt gibt er Zeichen! Schachsinnszeug in Reinkultur!

Bill Carson 03. Dez 2015

Ich nutze ja nun schon länger smarte Waschmittel. Nanoroboter haften bei der Wäsche an...

DY 03. Dez 2015

Was alles möglich ist und wie uns das im Alltag mehr Komfort verschaffen kann...



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