Intelligente Infrastruktur: Honda-Kameras melden Schlaglöcher an Behörden

Moderne Fahrzeuge verfügen über eine Vielzahl an Kameras, Lidar-Sensoren und Radarsystemen, um Kollisionen zu verhindern. Eine zweijährige Pilotstudie von Honda(öffnet im neuen Fenster) in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium von Ohio (Ohio Department of Transportation, ODOT) zeigt nun, dass diese Technik auch zur proaktiven Instandhaltung der Infrastruktur genutzt werden kann. Das System erkennt Schlaglöcher, beschädigte Leitplanken und verblasste Fahrbahnmarkierungen während der normalen Fahrt.
Hohe Trefferquote bei der Schadenserkennung
Das Projekt mit dem Namen Proactive Roadway Maintenance System startete bereits 2021. In Kooperation mit der University of Cincinnati und spezialisierten IT-Unternehmen wurden rund 4.800 Kilometer (3.000 Meilen) Straße in Ohio analysiert. Die Ergebnisse sind laut Honda beachtlich: Das System identifizierte beschädigte oder verdeckte Straßenschilder mit einer Genauigkeit von 99 Prozent. Bei beschädigten Leitplanken lag die Trefferquote bei 93 Prozent, während Schlaglöcher in 89 Prozent der Fälle korrekt erkannt wurden.
Die Daten werden von den Fahrzeugsensoren erfasst und über Analyseplattformen der Partnerunternehmen Parsons und i-Probe ausgewertet. Da herkömmliche Fahrzeugkameras primär für Sicherheitsfunktionen und nicht für das Asset-Monitoring ausgelegt sind, mussten spezielle Algorithmen entwickelt werden, um die Daten für Behörden nutzbar zu machen. Menschliche Prüfer validierten die Ergebnisse anschließend, um die Zuverlässigkeit zu bestätigen.
Millionenersparnis für Verkehrsbehörden
Der Einsatz der Technologie verspricht erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Laut Honda könnte das Verkehrsministerium von Ohio allein durch die Reduzierung manueller Inspektionen und eine effizientere Planung von Reparaturen jährlich etwa 4,5 Millionen US-Dollar einsparen. Durch die Echtzeit-Datenübermittlung können präventive Wartungsarbeiten durchgeführt werden, bevor kleine Risse zu großflächigen Straßenschäden werden.
In der nächsten Phase der Entwicklung will Honda untersuchen, wie Fahrer ihre Daten anonymisiert zur Verfügung stellen können. Ziel sei es, ein flächendeckendes Netzwerk zu schaffen, das Behörden automatisch über Mängel im Straßennetz informiert. Damit ließe sich die Verkehrssicherheit erhöhen, während gleichzeitig die Kosten für die öffentliche Hand sinken.