• IT-Karriere:
  • Services:

Intelexit: "Wir würden ja was faken, müssen aber nicht"

Die Initiative Intelexit will keine Whistleblower produzieren, sondern Aussteigern aus Geheimdiensten konkrete Hilfe anbieten. Neben der großen Medienöffentlichkeit für das Projekt freuen sich die Aktivisten vor allem über erste potenzielle Aussteiger.

Artikel von veröffentlicht am
Aktivisten plakatieren das Grundgesetz an der Zentrale des Verfassungsschutzes - Beamte reißen es wieder ab.
Aktivisten plakatieren das Grundgesetz an der Zentrale des Verfassungsschutzes - Beamte reißen es wieder ab. (Bild: Peng)

Die Initiative Intelexit hat auf einer Pressekonferenz in Berlin weitere Details zu ihrer Arbeit bekannt gegeben. Die Sprecherin des Geheimdienst-Aussteigerprojekts Intelexit Lizvlx betonte, dass das Programm keine Whistleblower produzieren wolle: "Wir sind für die Menschen da, nicht für die Daten". Das Projekt will mögliche Aussteiger betreuen und ihnen vor allem psychologische Hilfe anbieten. "Viele Aussteiger haben psychologische Probleme - sie fragen sich, ob sie durch einen Ausstieg die alten Kollegen verraten, oder ob sie mehr verändern können, wenn sie im Geheimdienst aktiv bleiben", sagte die Aktivistin weiter.

Stellenmarkt
  1. Radeberger Gruppe KG, Frankfurt am Main
  2. Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin

Innerhalb der ersten Tage hätten sich schon mehrere Leute gemeldet - jetzt wollen die Aktivisten herausfinden, ob es ernstgemeinte Anfragen sind oder nicht. Bei zwei Personen sei man sich aber recht sicher, dass es sich um derzeitige Geheimdienstmitarbeiter handele. "Wir würden ja was faken, müssen aber nicht", sagten die Aktivisten.

Details zu den Personen wollten die Aktivisten auf Nachfrage von Journalisten verständlicherweise nicht herausgeben. "Das sind nur Daten, erfinden Sie was, wenn Sie etwas schreiben wollen." Nach eigenen Angaben hat das Bündnis vor den Hauptsitzen von GCHQ, NSA und BND Informationen zum Aussteigerprogramm veröffentlicht. Am heutigen Mittwoch haben Aktivisten in Köln das Grundgesetz an die Zentrale des Bundesverfassungsschutzes plakatiert.

Drohnenanschläge legen das öffentliche Leben lahm

Die Pressekonferenz wurde eingeleitet mit Statements von Nighat Dad aus Pakistan, Mitat Özdemir aus Köln und dem Crypto-Aktivisten Jeremy Zimmerman von La Quadrature du Net. Dad sprach vor allem über die Auswirkungen des US-Drohnenprogramms in Pakistan - die ständigen Drohnenanschläge würden das öffentliche Leben in vielen Bereichen stilllegen. So würden viele Menschen aus Angst vor Drohnen nicht einmal mehr zu Beerdigungen gehen. Dad wies auch auf die deutsche Verstrickung in das Programm hin - die Relais vieler Drohnensteuerungen sind auf der US-Airbase Ramstein platziert.

Özdemir berichtete von seinen Erfahrungen mit dem Bundesnachrichtendienst nach den Anschlägen durch den NSU in der Kölner Keupstraße im Jahr 2004. Die Mitarbeiter des Verfassungsschutzes hätten die Anwohner der Straße verdächtigt, einen rechtsextremen Hintergrund aber ausgeschlossen. "Wen schützen sie eigentlich? Uns oder Institutionen?" Özdemir lud alle Mitarbeiter des Dienstes mit Gewissensbissen ein, sich bei Intelexit zu melden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote

blauerninja 01. Okt 2015

Das ist doch ihre Devise. :D

purzelbaum 30. Sep 2015

Nein, es geht darum werdende whistleblower vorher zu identifizieren zu betreuen und zu...


Folgen Sie uns
       


Nubia Z20 - Test

Das Nubia Z20 hat sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite einen Bildschirm. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten der Benutzung, wie sich Golem.de im Test angeschaut hat.

Nubia Z20 - Test Video aufrufen
Lovot im Hands-on: Knuddeliger geht ein Roboter kaum
Lovot im Hands-on
Knuddeliger geht ein Roboter kaum

CES 2020 Lovot ist ein Kofferwort aus Love und Robot: Der knuffige japanische Roboter soll positive Emotionen auslösen - und tut das auch. Selten haben wir so oft "Ohhhhhhh!" gehört.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Orcam Hear Die Audiobrille für Hörgeschädigte
  2. Schräges von der CES 2020 Die Connected-Kartoffel
  3. Viola angeschaut Cherry präsentiert preiswerten mechanischen Switch

Amazon, Netflix und Sky: Disney bringt 2020 den großen Umbruch beim Videostreaming
Amazon, Netflix und Sky
Disney bringt 2020 den großen Umbruch beim Videostreaming

In diesem Jahr wird sich der Video-Streaming-Markt in Deutschland stark verändern. Der Start von Disney+ setzt Netflix, Amazon und Sky gehörig unter Druck. Die ganz großen Umwälzungen geschehen vorerst aber woanders.
Eine Analyse von Ingo Pakalski

  1. Peacock NBC Universal setzt gegen Netflix auf Gratis-Streaming
  2. Joyn Plus+ Probleme bei der Kündigung
  3. Android TV Magenta-TV-Stick mit USB-Anschluss vergünstigt erhältlich

Digitalisierung: Aber das Faxgerät muss bleiben!
Digitalisierung
Aber das Faxgerät muss bleiben!

"Auf digitale Prozesse umstellen" ist leicht gesagt, aber in vielen Firmen ein komplexes Unterfangen. Viele Mitarbeiter und Chefs lieben ihre analogen Arbeitsmethoden und fürchten Veränderungen. Andere wiederum digitalisieren ohne Sinn und Verstand und blasen ihre Prozesse unnötig auf.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Arbeitswelt SAP-Chef kritisiert fehlende Digitalisierung und Angst
  2. Deutscher Städte- und Gemeindebund "Raus aus der analogen Komfortzone"
  3. Digitalisierungs-Tarifvertrag Regelungen für Erreichbarkeit, Homeoffice und KI kommen

    •  /