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Intel VROC: NVMe-RAID für Xeons wird doch nicht eingestellt

Die Produkteinstellung wird eingestellt: Erst kündigte Intel an, VROC nicht mehr anbieten zu wollen, jetzt gibt es einen Rückzieher.
/ Johannes Hiltscher
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VROC kann bis zu vier NVMe-SSDs zu einem RAID zusammenfassen. (Bild: Intel)
VROC kann bis zu vier NVMe-SSDs zu einem RAID zusammenfassen. Bild: Intel

Anfang Januar 2023 kündigte Intel in einer Änderungsmitteilung (Product Change Notification, PCN) an, sein sogenanntes Virtual RAID on CPU (VROC)(öffnet im neuen Fenster) nicht weiter unterstützen zu wollen. Jetzt folgt, wie Serve The Home berichtet(öffnet im neuen Fenster) , die Kehrtwende: Nach Gesprächen mit Kunden wolle man aufgrund großer Nachfrage die entsprechende Software weiter entwickeln.

Dass viele Kunden nicht auf VROC verzichten wollen, ist verständlich: Damit lassen sich über die integrierten PCI-Express-Lanes an die CPU angeschlossene NVMe-SSDs zu einem RAID verbinden. Das hat gegenüber einem separaten RAID-Controller mehrere Vorteile: Die Latenz ist geringer, es lassen sich höhere Datenraten und mehr Input/Output-Operationen pro Sekunde (IOPS) erzielen. Möglich wird das durch die integrierten Volume Management Devices (VMDs), die etwa auch zur Unterstützung von Hypervisoren dienen.

Jedes VMD verwaltet 16 PCIe-Lanes - mehr, als viele RAID-Controller zur Kommunikation mit der CPU nutzen - und kann so vier NVMe-SSDs zu einem RAID vereinen. Zudem fällt der Zwischenschritt über einen externen Controller weg. Auch wenn die VMDs in allen Prozessoren stecken, muss VROC erst durch einen Lizenzschlüssel freigeschaltet werden. Der kostet in der Basisvariante(öffnet im neuen Fenster) 99 US-Dollar, dafür gibt es allerdings nur die RAID-Level 0, 1 und 10. Für Level 5 und Hardware-Verschlüsselung ist der Premium-Schlüssel(öffnet im neuen Fenster) für 249 US-Dollar erforderlich.

Dass Intel ernsthaft über die Einstellung von VROC nachdachte, zeigt die Aufstellung der unterstützten Plattformen (PDF)(öffnet im neuen Fenster) : Hier finden sich die kürzlich vorgestellten Xeons der vierten Generation (Sapphire Rapids) noch nicht. Offensichtlich macht Intel gerade Frühjahrsputz bei seiner Software - nicht nur im Bereich Open Source .

Eines der ersten Bezahlfeatures

Eingeführt hatte Intel VROC 2017 mit den Skylake-SP-CPUs (g+) , AMD zog kurz darauf bei den Threadrippern nach . Ursprünglich war VROC auch für Desktop-CPUs wie den Core i9 7900X erhältlich, auch hier war ein Schlüssel zum Freischalten erforderlich. Der kostete genauso viel wie für die Xeons, was allerdings den meisten Kunden wohl zu teuer war - das Feature verschwand hier wieder und wurde Xeon-exklusiv. Einen neuen Vorstoß mit nur gegen Aufpreis nutzbaren Features wagte Intel 2022 , Ausgang ungewiss.


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