Intel-Vorstand Keyvan Esfarjani: Intel hält trotz späterem Baustart an Magdeburg fest
Intel hält trotz drastisch gestiegener Rohstoff- und Energiepreise am Bau der Megafab in Magdeburg fest. Dennoch zeigte sich Vorstandsmitglied Keyvan Esfarjani in einem Interview mit Zeit Online(öffnet im neuen Fenster) im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos besorgt. "Eine Chipfabrik mit Strompreisen von 50 Cent ist definitiv nicht wettbewerbsfähig" , sagte Esfarjani. Man habe die Planung bei Energiekosten von 6 bis 8 Cent je Kilowattstunden begonnen, nun liege man bei 40 bis 50 Cent.
Neben den Energiekosten sei auch eine Knappheit von Ingenieuren und Bauarbeitern in Deutschland ein Problem, was zu großem Kostendruck führe. Die Planung würde trotzdem gut anlaufen, versicherte Esfarjani. Intel sei vom schnellen Tempo der Behörden in Magdeburg positiv überrascht. Dennoch wurde der Start des Baubeginns zuletzt verschoben . Intel plant ihn nun für 2024, ursprünglich wurde der Baubeginn noch in diesem Jahr erwartet.
Intel hält an Magdeburg fest
Die Versicherung kommt kurz nach der Ankündigung, dass ein anderes Großprojekt Intels Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen ist: Der Bau eines neuen Entwicklungszentrums in Israel wurde gestoppt . Esfarjani nennt die finanzielle Unterstützung der Bundesregierung als Schlüsselfaktor für die Stärkung des Standorts in Deutschland, man müsse "schließlich den wirtschaftlichen Sturm überstehen" . Es gehe bei der Frage nach Subventionen "nicht allein um das Bekenntnis zu Magdeburg, sondern wie Europa im Vergleich zu anderen Regionen wettbewerbsfähig bleibt" .
Intel selbst hinterfrage das Projekt in Magdeburg nicht. "Wir sind entschlossen, das Magdeburger Projekt zum Erfolg zu führen" , sagte Esfarjani Reuters zuvor schon am Rande einer Chip-Konferenz. "Auch wenn wir uns in diesem aktuellen Umfeld zurückhalten müssen, dürfen wir den Ball nicht aus den Augen verlieren."
Anfang des Jahres befürchtete der Präsident des Branchenverbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) Gunther Kegel, dass Europa beim Ausbau der Chipindustrie von den USA abgehängt werde . Während in den USA schon 2022 ein 52 Milliarden US-Dollar schweres Investitionsprogramm beschlossen wurde , wird über den European Chip Act noch diskutiert .
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