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Intel Moorefield: 7 US-Dollar für Smartphone-Quadcores

Um Marktanteile im Smartphone-Segment zu erreichen, verteilt Intel Marketing-Zuschüsse und verkauft die Moorefield-Chips angeblich zum Selbstkostenpreis an Samsung. Während deren Geschwindigkeit stimmt, scheint die Leistungsaufnahme hoch zu sein.
/ Marc Sauter
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"Salt Bay"-Referenzdesign mit Moorefield (Bild: Fabian Hamacher/Golem.de)
"Salt Bay"-Referenzdesign mit Moorefield Bild: Fabian Hamacher/Golem.de

Smartphones mit den im Februar auf dem MWC 2014 vorgestellten Merrifield- und Moorefield -Chips gibt es praktisch noch keine - zumindest abseits von Intels "Salt Bay" getauftem Referenzdesign. Damit sich das ändert, hat der Hersteller das Turnkey -Programm mit Marketing-Zuschüssen angekündigt und, so berichtet der koreanische Ddaily(öffnet im neuen Fenster) , verkaufe die Moorefields für unter 7 US-Dollar das Stück an Samsung.

Dies dürfte dem Selbstkostenpreis oder noch weniger entsprechen, was ein Schnäppchen ist. Vergleichbare Produkte anderer Hersteller sollen 20 bis 25 US-Dollar kosten, wobei Qualcomms Snapdragons den gewichtigen Vorteil des integrierten Modems bieten - bei Intel muss dieses (etwa das XMM 7260) zugekauft werden, was Samsung angeblich tut.

Wie wir bei unserem Hands on mit Moorefield feststellten, sind die Quadcore-Chips mit PowerVR-G6430-Grafikeinheit im 3DMark Ice Storm Unlimited klar schneller als die Konkurrenz - dafür soll die Leistungsaufnahme darüber liegen. Aus diesem Grund drosselt Samsung laut Ddaily den CPU-Takt von 2,33 auf 1,7 GHz.

Grob überschlagen und ungeachtet dessen, dass im CPU-Test des 3DMark wahrscheinlich nicht immer der volle Takt anliegt, wäre Moorefield damit noch gleichauf mit einem Snapdragon 801, sofern die GPU-Frequenz oder Speicherbandbreite unangetastet blieben.

Unterm Strich versucht Intel ein durchaus gutes Produkt durch Marketing-Zuschüsse und extrem niedrige Preise in den Markt zu drücken. Das ist prinzipiell nicht verboten, Parallelen zur Milliardenstrafe gibt es daher kaum. Anders als im PC-Markt hat Intel bei Smartphones keine vorherrschende Stellung, daher kann der Konsument wohl kaum von einer freien Wahl abgehalten werden.

Ganz im Gegenteil: Intel muss hoffen, dass Konsumenten wie auch Hersteller Notiz von Moorefield-Smartphones nehmen. Dauerhaft dürften die massiven Verluste der MCG (Mobile and Communications Group) selbst Intel nicht schmecken.


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