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Intel Foundry: Mehr Unabhängigkeit und AWS als erster Großkunde

Intels Halbleiterfertigung wird stärker vom Rest des Unternehmens getrennt. Mit AWS wurde zudem eine milliardenschwere Kooperation geschlossen.
/ Johannes Hiltscher
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CEO Pat Gelsinger motiviert seine Mitarbeiter zum Durchhalten. (Bild: Intel)
CEO Pat Gelsinger motiviert seine Mitarbeiter zum Durchhalten. Bild: Intel

In einem umfangreichen Brief an die Mitarbeiter hat Intel-CEO Pat Gelsinger sich zur Zukunft des aktuell kriselnden Unternehmens geäußert. In dem veröffentlichten Schreiben(öffnet im neuen Fenster) stimmt der Chef die Angestellten auf eine schwierige Zeit ein, hat aber auch eine gute Nachricht: Mit AWS konnte die Foundry-Sparte, aktuell Intels größtes Sorgenkind, einen Großkunden gewinnen.

AWS nimmt dabei sowohl Fertigungs- als auch Entwicklungsdienstleistungen in Anspruch: So soll ein nicht genauer spezifiziertes "AI Fabric" – es dürfte sich dabei um die nächste Version des Netzwerk-Controllers Nitro handeln – im Intel-18A-Prozess gefertigt werden. Auch am Nachfolger Intel 14A soll AWS interessiert sein.

Darüber hinaus wird AWS auf die eigenen Anforderungen angepasste Xeon-6-Prozessoren entwickeln und fertigen lassen. Details hierzu, etwa ob es sich um angepasste Sierra Forest, Granite Rapids oder ein ganz eigenes Design handelt, wurden nicht genannt. Allerdings soll die mehrjährige Kooperation Intel mehrere Milliarden US-Dollar einbringen. Zudem sorgt sie für eine verlässliche Auslastung der Fertigungskapazitäten.

Unabhängige Tochter mit mehr Finanzierungspotenzial

AWS als Großkunde ist zudem wichtig, um anderen Interessenten Vertrauen in die Zuverlässigkeit von Intels Fertigung zu vermitteln. Auch die Sorge, Intel könne die Entwicklung seiner Fertigungsprozesse zu sehr an den Bedürfnissen seiner eigenen CPUs ausrichten, will die Unternehmensführung entkräften. Dazu wird die Foundry-Sparte künftig als unabhängiges Tochterunternehmen geführt.

Dessen Leitung berichtet zwar noch an CEO Gelsinger, die Fertigungstochter kann sich jedoch selbst um neue Finanzierungsmöglichkeiten kümmern. Die ebenfalls im Raum stehende vollständige Ausgründung ist damit vorerst vom Tisch. Dass sie noch kommen könnte, zeigt allerdings der FPGA-Entwickler Altera: Intel wird einen Teil seiner Anteile verkaufen, mit dem Ziel, das Unternehmen langfristig wieder selbstständig an die Börse zu bringen.

Daneben finden sich noch eine Reihe kleinerer und teils nicht ganz konkreter Ankündigungen: So soll die Produktpalette bei x86-Prozessoren gestrafft, der Fokus auf kundenspezifische Chips gestärkt werden. Große Hoffnungen setzt Intel weiter auf KI-Chips, Gelsinger sieht sein Unternehmen hier gut aufgestellt. Daneben werden die Prozessor- und Netzwerksparten etwas umstrukturiert, Intel will sich zudem von zwei Dritteln seiner Immobilien trennen. Zudem teilte Gelsinger mit, dass durch das Abfindungsprogramm bereits die Hälfte der für 2024 geplanten 15.000 Entlassungen erreicht seien.


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