Intel: Chip-Fabrik in Magdeburg könnte "Sogwirkung" haben

Ein Experte des IWH rechnet mit einer positiven Wirkung für Sachsen-Anhalt. Demografische Probleme bleiben trotz Milliarden-Investition.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener/ dpa
Der Standort Magdeburg kann von Intels Plänen profitieren.
Der Standort Magdeburg kann von Intels Plänen profitieren. (Bild: Ajepbah/Wikimedia Commons)

Intel will 17 Milliarden US-Dollar in einen neuen Standort in Sachsen-Anhalt investieren. In einer sogenannten Mega-Site mit zwei Werken sollen ab 2027 Halbleiter produziert werden. Intel-Chef Pat Gelsinger bezeichnete Magdeburg als "Silicon Junction": Die Stadt soll ein Knotenpunkt für das Unternehmen werden. Große Pläne, auf die auch Politik und Wirtschaft reagieren.

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Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff nennt den Zuschlag einen wahrgewordenen Traum. Man habe sich sehr um Intel bemüht. "Das ist die strategische Investition für die IT-Gesellschaft des 21. Jahrhunderts", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag. "Das wird über Jahrzehnte hinweg die wirtschaftliche Entwicklung, das Image und die Branchenstruktur unseres Bundeslandes prägen."

Er sei davon überzeugt, dass die Ansiedlung "eine Sogwirkung" entfalten werde und rechne mit einem Zustrom von Fachkräften. "Wir sollten in puncto Wirtschaft nicht mehr länger vom Osten sprechen, sondern von der Mitte Europas", sagte der Ministerpräsident. "Diejenigen, die global unterwegs sind, sehen, dass Sachsen-Anhalt ein zentrales Land in Europa ist."

Auch der Ostbeauftragte Carsten Schneider sieht enorme Bedeutung in der Standort-Entscheidung. Dies sei "die größte Unternehmensinvestition in Ostdeutschland in den letzten Jahrzehnten", erklärte der SPD-Politiker am Dienstag. Die Bundesregierung habe sich bereiterklärt, "mit erheblichen Mitteln die Ansiedlung zu unterstützen, um Deutschland wieder zu einem konkurrenzfähigen Standort im Bereich der Mikroelektronik zu machen." Für Ostdeutschland bedeute diese Investition die Chance auf Reindustrialisierung. "Die wirtschaftliche Landkarte kann damit neu gezeichnet werden."

Sogwirkung - trotz Sorge um Fachkräfte

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Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erwartet von dem angekündigten Bau ebenfalls eine positive Wirkung für die Region. Es sei zu vermuten, dass auch andere Investoren stärker auf Sachsen-Anhalt schauten, sagte Oliver Holtemöller, Vizepräsident des IWH. Die Ansiedlung von Intel ist aus Sicht des Konjunkturexperten ein wichtiger Schritt, um die Produktivitätslücke zwischen West- und Ostdeutschland weiter zu schließen. Auch kleinere Zulieferer im Umland könnten profitieren.

Ein anhaltendes Problem sei jedoch die Demografie, sagte Holtemöller. In Sachsen-Anhalt scheiden mehr Menschen aus dem aktiven Berufsleben aus, als junge Beschäftigte nachkommen. Außerhalb der beiden großen Städte Magdeburg und Halle werde es für Unternehmen immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden. Das könne die Investitionsentscheidungen von Unternehmen negativ beeinflussen, erklärte Holtemöller.

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Ministerpräsident Haseloff kündigte an, dass die Landesregierung Intel bei der Gewinnung von Fachkräften unterstützen wird. Man sei verschiedene Verpflichtungen eingegangen, sagte Haseloff. "Wir werden auf allen Ebenen dafür sorgen, Fachkräfte professionell zu rekrutieren - mit der Bundesagentur für Arbeit genauso wie mit den umliegenden Hochschulen." Die Hochschulen sollen verändert, Schwerpunkte von Lehrstühlen überprüft und technische Studiengänge gezielt beworben werden.

Bundeskanzler heißt Intel willkommen

Intel gab seine Entscheidung für Magdeburg am Dienstag bekannt. Auch andere Standorte in Deutschland und in mehreren europäischen Ländern hatten sich um die Investition des weltgrößten Chipherstellers beworben. Intel hatte im vergangenen Jahr den Bau einer europäischen Großfabrik angekündigt. Neben Magdeburg wird für 12 Milliarden US-Dollar ein neuer Standorte im irischen Leixlip entstehen.

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz begrüßte "die umfangreichen Investitionen, die das Unternehmen plant, um 3.000 High-Tech-Arbeitsplätze und viele weitere in der Wertschöpfungskette zu schaffen." Die erste Produktionsstätte ihrer Art in der EU werde dazu beitragen, die weltweite Chipknappheit wieder ins Gleichgewicht zu bringen und eine widerstandsfähigere Lieferkette zu schaffen.

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