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Intel-CEO: Wer zu viel korrigieren muss, fliegt raus

CEO Lip-Bu Tan will Intel von Konzern- auf Start-up-Mentalität umgestellt haben. Entscheidungen sollen schneller fallen, Produkte im Zeitplan bleiben.
/ Johannes Hiltscher
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Intel-CEO Lip-Bu Tan (Bild: Intel)
Intel-CEO Lip-Bu Tan Bild: Intel

Intel-Produkte lagen in der Vergangenheit oft hinter dem Zeitplan. Darüber hätten sich große Kunden beschwert, sagte CEO Lip-Bu Tan im Rahmen der Global Technology, Media and Communications Conference(öffnet im neuen Fenster) der Bank J.P. Morgan.

Um das künftig zu vermeiden, habe er eine neue Firmenpolitik eingeführt: Neue Chips sollten in der ersten Revision (A0) funktionieren. Eine zweite, das sogenannte B-Stepping, sei noch vertretbar, wer damit noch kein fertiges Produkt abliefere, werde gefeuert.

Ob dies für ein komplettes Team, leitende Entwickler oder Manager gilt, ließ Tan offen. Seine Anmerkung, Mitarbeiter hätten dies bis zur Umsetzung für einen Scherz gehalten, legt aber nahe, dass bereits Angestellte aufgrund der neuen Politik gehen mussten.

Die neue Strategie soll aufwendige Designänderungen vermeiden, die zur Fehlerkorrektur neue Masken benötigen. Diese bedeuten stets eine mehrmonatige Verzögerung.

Zudem verlangt Tan, dass Manager Probleme oder Beschwerden von Kunden ernst nehmen. Wer das nicht an ihn weitergebe, bekomme "ernste Probleme", so der CEO. In der Vergangenheit habe Intel Kunden belehrt, statt deren Probleme ernst zu nehmen.

Viele Meetings, langsame Entscheidungen

Auch zur Ausdünnung des Managements äußerte sich Tan: In einigen Bereichen habe es zwölf Hierarchieebenen gegeben, mehr als fünf seien hinderlich. Das habe Verantwortlichkeiten verwischt und Entscheidungen ausgebremst.

Es seien Berichte geschrieben und Meetings abgehalten worden, anstatt Entscheidungen zu treffen. Bei Intel hätten Entscheidungen, die in anderen Unternehmen eine Woche benötigten, über ein Jahr gedauert. Jetzt gebe es eine Art Start-up-Mentalität und das Management wisse, über welche Probleme es entscheide.

Großes Interesse an Intel 14A

Zur Fertigung gab Tan ein kurzes Update. Für den Intel 14A-Prozess solle externen Kunden im Oktober 2026 Version 0.9 des PDK (Process Development Kit) zur Verfügung gestellt werden. Intel selbst bekommt das PDK früher, um mit eigenen Chips eventuelle verbliebene Probleme zu beseitigen. Insgesamt sei man bei Intel 14A dem Zeitplan voraus.

Die Risikoproduktion solle 2028, die Serienfertigung 2029 starten, etwa zeitgleich mit TSMCs A14-Prozess. Bei Intel 18A seien die Ziele bei der Ausbeute (Yield) übertroffen worden. Sie steige monatlich um sieben Prozent.

Eine Reihe möglicher Kunden habe für Intel 14A bereits konkrete Produktvorstellungen, so der CEO. Er nenne aber keine Namen, da Interessenten teils um Fertigungskapazitäten bei Konkurrenten – gemeint ist TSMC – fürchteten, wenn bekannt würde, dass sie mit Intel Foundry Services arbeiteten. Für das Unternehmen sei es aktuell am wichtigsten, eine langfristige Roadmap aufzubauen, um Gewinn aus dem Foundry-Geschäft werde sich später gekümmert.

Ausstieg aus dem Speichergeschäft war ein Fehler

Für Intel selbst sieht Tan großes Potenzial in der gestiegenen CPU-Nachfrage durch agentische KI. Daneben werde physische KI – in Autos, Edge-Geräten und Industrie – sowie Robotik künftig maßgeblich zum Umsatz des Halbleiterherstellers beitragen. Hier wolle Intel mit neuen Produkten an anderen Anbietern vorbeiziehen.

Tan betonte zudem mehrmals die Bedeutung von Speicher. Mit dem Start-up Saimemory arbeitet Intel am sogenannten Z-Angle-Memory(öffnet im neuen Fenster) (ZAM), der eine Alternative zu High Bandwidth Memory (HBM) werden soll. Indirekt kritisierte Tan auch die Entscheidung, die Flash-Sparte an SK Hynix zu verkaufen.


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