Intel 4004: Die 740-kHz-CPU, die nicht Intel gehörte

Intel leistete in den 70ern Pionierarbeit und wäre dennoch fast gescheitert. Denn ihren bahnbrechenden 4-Bit-Mikroprozessor wurde das Unternehmen erst gar nicht los.

Artikel von Martin Wolf veröffentlicht am  (aktualisiert am )
Masatoshi Shima und Federico Faggin haben den ersten Mikroprozessor für Intel entworfen.
Masatoshi Shima und Federico Faggin haben den ersten Mikroprozessor für Intel entworfen. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Die Geschichte von Intel begann lange vor der Firmengründung mit der Legende eines Verrats. Im Labor des Nobelpreisträgers William Shockley braute sich 1957 etwas zusammen. Shockley, Miterfinder des Halbleiters und Mitentdecker des Transistoreffektes, war zwar ein brillanter Wissenschaftler, aber kein guter Chef - und außerdem paranoid. Das ging so weit, dass er alle Telefongespräche aufzeichnen ließ. Überall sah er Feinde, selbst unter seinen Kollegen. Eines Tages eröffnete er seinen erstaunten Angestellten gar, dass sie sich allesamt einem Lügendetektortest unterziehen sollten.

Shockley hatte eine Firma gegründet, um aus seinen Forschungsergebnissen ein verkaufsfähiges Produkt zu machen. Dazu versammelte er einige der talentiertesten jungen Männer aus den US-Universitäten um sich. Diese waren von der Technologie überzeugt - aber nicht von der konkreten Umsetzung und erst recht nicht von Shockleys Führungsstil. Also begannen einige von ihnen, in höchster Geheimhaltung, an seinem Stuhl zu sägen. Und zwar, indem sie dem Hauptinvestor des Shockley Semiconductor Laboratory, Shockleys Firma, ein Ultimatum setzten: Entweder der tyrannische Laborleiter würde auf einen Doktorposten abgeschoben und durch einen fähigen Manager ersetzt oder sie würden das Unternehmen verlassen.

Der Geldgeber zögerte jedoch, folglich kündigten Shockleys wichtigste Mitarbeiter. Die Namen dieser sogenannten verräterischen Acht sind Julius Blank, Victor Grinich, Jean Hoerni, Eugene Kleiner, Jay Last, Gordon Moore, Robert Noyce und Sheldon Roberts. Jeder von ihnen sollte die Zukunft der jungen Halbleiterindustrie entscheidend prägen.

Zwei der vergraulten Acht gründeten 1968 Intel

Zwei von ihnen, Robert Noyce und Gordon Moore, gründeten 1968 gemeinsam mit dem Chemiker Andy Grove eine Firma, die später weltbekannt werden sollte: Intel. Den Firmennamen, der aus Integrated und Electronics hergeleitet ist, mussten die drei Jungunternehmer erst einmal der Hotelkette Intelco abkaufen. Er klang jedoch besser als die ursprüngliche Idee: NM Electronics, kurz für Noyce und Moore. Das Geld für den Coup sowie Geräte und einen Grundstamm an Angestellten hatten die Gründer in Rekordzeit beisammen - sie hatten sich nach ihrer Zeit im Shockley-Labor einen Namen in der aufstrebenden Industrie gemacht.

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In nur 48 Stunden telefonierte ihr erster Investor zweieinhalb Millionen US-Dollar Anschubfinanzierung herbei. Das Startup konzentrierte sich zunächst auf den vielversprechenden Markt für Speicher. Es war abzusehen, dass integrierte Schaltkreise aus Halbleiterelementen den langsamen und extrem teuren Kernspeicher ablösen würden.

Kernspeicher bestanden aus unzähligen kleinen Ferrit-Ringen, die per Hand zu einem Gitter verdrahtet wurden. Mehr Speicher bedeutete mehr Gitter, benötigte mehr Platz und hatte vor allem eine höhere Fehleranfälligkeit des filigranen Konstruktes zur Folge. Intels erster Speicherchip 3101 fasste 64 Byte, war winzig und nach nur einem Jahr Entwicklungszeit zwar ein Erfolg, aber kein Durchbruch für die Firma.

Der kam kurze Zeit später mit dem Modell 1101.

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Speicherchips als Geschäftsgrundlage 
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Stromverbrauch66/86/58 Watt65/86/59 Watt10/66/65/71 Watt58/65/53 Watt30/35/28 Watt43/54/39 Watt
Kerne10c/20t10c/20t8c/16t10c/20t6c/12t,6c/12t
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Trollversteher 16. Nov 2021

Mein erster und ältester war ein Intel 8049 (von 1976) in dem Lern- und Steuer&Regel...

Mr.X 15. Nov 2021

Der Podcast Stay Forever hatte grade die Tage auch eine schöne Folge über den IBM-PC...

superdachs 05. Apr 2021

Wikipedia sagt 8048. Der hat mit dem 4004 absolut nichts gemeinsam. Wohl eher mit dem...



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