Die Grundlage der Mikrocomputerrevolution

Inzwischen waren seit dem Projektstart zwei Jahre vergangen. Busicom hatte nun zwar einen einzigartigen Mikroprozessor, aber kein Geschäftsmodell mehr. Der Markt für hochpreisige Tischrechner war eingebrochen.

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Auf Anregung seiner Ingenieure, die die Entwicklungsmöglichkeiten des 4004 erkannt hatten, kaufte Intel-Chef Robert Noyce die Rechte an der CPU für 60.000 US-Dollar zurück. Busicom konnte das Design zwar noch für seine Tischrechner nutzen, aber das half nichts mehr: 1973 ging das Unternehmen in Konkurs. Die Japaner hatten das Potenzial des Chips nicht gesehen.

Aber auch Intel tat sich zunächst schwer damit, den ersten Mikroprozessor als das zu verkaufen, was er später werden würde: die Basis für die digitale Transformation der gesamten Welt und die Grundlage eines Milliardengeschäfts. Wenn der 4004 nicht mehr für Tischrechner in Frage kam, was sollte er dann antreiben?

Die offensichtliche Antwort war: Computer. Aber selbst unter günstigen Umständen würde Intel wohl höchstens 10 Prozent der verkauften Rechner mit seinen Chips ausstatten, die anderen setzten weiter auf ihre bewährten Architekturen. Bei einem Marktvolumen von 20.000 Minicomputern jährlich wären das lächerliche 2.000 CPUs.

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Das Problem war, das sich niemand in der Industrie vorstellen konnte, dass eine Handvoll Silizium die Aufgaben eines ganzen Computers übernehmen könnte - eines raumfüllenden, klimatisierten, schrankförmigen Computers. Für 400 Dollar verkaufte Intel die Zukunft, aber bislang hatte das noch niemand verstanden.

Es sollte noch zwei weitere Jahre dauern, bis mit dem 8080 der Durchbruch gelang - einem Chip, der so erfolgreich war, dass er 16 Jahre lang in Produktion blieb.

Intel-Prozessoren

Neben Technologieriesen wie Motorola und Texas Instruments waren zu diesem Zeitpunkt längst auch neue Startup-Firmen in das Chip-Geschäft eingestiegen. Eine von ihnen war Zilog, deren Gründer und talentierteste Ingenieure Masatoshi Shima und Federico Faggin waren. Die beiden hatten Intel verlassen und mit neun weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine zum Intel 8080 kompatible CPU entwickelt.

  • Die "verräterischen Acht" v.l.n.r.: Gordon Moore, C. Sheldon Roberts, Eugene Kleiner, Robert Noyce, Victor Grinich, Julius Blank, Jean Hoerni and Jay Last (Bild: Fairchild Semiconductor)
  • Andy Grove, Robert Noyce und Gordon Moore 1978 (Bild: Intel)
  • Die Schablone für den 4004-Mikroprozessor. (Bild: Intel)
  • Masatoshi Shima und Federico Faggin (Bild: Intel)
  • Intel bewarb die 4000er Reihe zwar, aber ein Erfolg wurde sie nicht. (Bild: Intel)
  • Der Busicom-141-PF-Rechner basierte auf den 4000er-Chips. (Bild: Busicom)
Intel bewarb die 4000er Reihe zwar, aber ein Erfolg wurde sie nicht. (Bild: Intel)

Der Zilog Z80 war schneller, billiger und konnte auf einen erweiterten Befehlssatz zurückgreifen. Schon bald konkurrierte er mit Intels Chips in Spielautomaten, Konsolen und Heimrechnern.

Anerkennung für ihre bahnbrechende Arbeit am 4004-Design bekamen Faggin und Shima aber nicht. Ihre Namen wurden für die kommenden Jahrzehnte aus den Annalen von Intel getilgt - in den Augen der Firma hatten sie Verrat begangen.

Quellen: Die Detailschilderungen haben wir unter anderem dem Buch "The Intel Trinity" von Michael S. Malone und dem Blog von Federico Faggin entnommen. Ein Emulator des Tischrechners sowie die Schaltbilder des Prozessors finden sich hier.

Nachtrag vom 15. November 2021, 7:26 Uhr

Am 15. November 1971 wurde der Intel 4004 offiziell angekündigt. Frederico Faggin hat ein Buch über sein Leben und die Entwicklung der CPU, geschrieben, das 2021 erschienen ist.

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Leistung**88,8 %/58,5 %88,5 %/58,6 %83,6 %/47,6 %87,0 %/42,7 %72,0 %/31,6 %75,3 %/35,6 %
Stromverbrauch66/86/58 Watt65/86/59 Watt10/66/65/71 Watt58/65/53 Watt30/35/28 Watt43/54/39 Watt
Kerne10c/20t10c/20t8c/16t10c/20t6c/12t,6c/12t
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