Intel 300 Prozessor: Die Tage der Dual-Core-CPUs sind gezählt
Es muss nicht immer eine teure High-End-CPU sein. Intels neuer Dual-Core zeigt dennoch, dass vier Kerne mittlerweile das Minimum darstellen.
Der japanische Tech-Kanal PC Watch konnte den noch nicht verfügbaren Intel-300-Prozessor bereits testen. Der Nachfolger des Pentium Gold G7400 ist eine Dual-Core-CPU für den Sockel LGA 1700 und hat zwei Performance-Kerne mit einer Taktrate von 3,9 GHz. Hyperthreading wird unterstützt, Turbo-Boost gibt es hingegen nicht.
Die CPU-Kerne selbst sind wie beim Pentium G7400 Golden-Cove-P-Kerne mit 1,25 MByte L2-Cache, lediglich die Taktrate ist 200 MHz höher. Obwohl es sich formal um einen Raptor-Lake-Prozessor handelt, bleibt die Architektur auf dem Stand der zwölften Generation. Im Cinebench 2024 zeigt sich dies anhand der geringen Single-Core-Performance, im Multi-Core-Benchmark ist der Chip zudem auch gegen ältere Intel-Core-i3-Prozessoren chancenlos.
In Spieletests, darunter Cyberpunk 2077 und Resident Evil 4, konnte die CPU teilweise über 60 fps erreichen, lag dabei aber bei 100 Prozent Auslastung. Das resultiere in einer stark schwankenden minimalen Bildrate mit sichtbaren Rucklern. Trotz ausreichendem Durchschnitt waren die Spiele dadurch nicht flüssig spielbar. Bereits ein Intel Core i3-14100 mit vier Kernen war bis zu 2,25-mal schneller und schaffte durchgehend über 60 fps.
Zum gleichen Preis gibt es mehr Kerne und Taktfrequenz
Das ist auch der Grund, warum wir Dual-Core-Prozessoren basierend auf den Testergebnissen des Intel-300-Prozessors von PC Watch obsolet halten. Bei einem Kaufpreis von 75 bis 85 US-Dollar gibt es sinnvollere Angebote. Ein Intel Core i3-12100 ist beispielsweise für rund 100 Euro zu haben, signifikant günstiger dürfte der Intel 300 in Europa auch nicht werden.
Die vier P-Kerne des Core i3-12100 (PCGH Test) basieren auf der gleichen Golden-Cove-Architektur, unterstützen aber zusätzlich noch Turbo-Boost. Mit bis zu 4,3 GHz bietet die CPU daher eine höhere Single-Core-Performance, den Multi-Core-Vergleich gewinnt der Prozessor dank doppelt so vieler Kerne ohnehin. Wir raten für das Jahr 2024 vom Kauf einer Dual-Core-CPU ab.
Bereits beim Starten vom Windows sowie beim Installieren von Treibern, Programmen und Updates ist eine CPU-Auslastung von 100 Prozent zu erwarten. Selbst Office-Anwendungen laufen auf einem Prozessor mit mindestens vier Kernen schneller. Die Ära der Dual-Core-CPUs ist dank Quad-Cores für unter 100 Euro endgültig vorbei.