Abo
  • IT-Karriere:

Instant Messaging: Verschlüsselung von Whatsapp ist unsicher

Die Entwickler des Messaging-Systems Whatsapp haben schwerwiegende Fehler bei der Implementierung des Verschlüsselungssystems gemacht. Möglicherweise lassen sich dadurch Nachrichten durch Angreifer entschlüsseln.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Das Whatsapp-Logo
Das Whatsapp-Logo (Bild: Whatsapp)

Die Verschlüsselung des vor allem auf Smartphones beliebten Messaging-Systems Whatsapp enthält offenbar einige grobe Fehler. Das berichtet der Entwickler des Instant-Messaging-Programms Adium, Thijs Alkemade, in seinem Blog. Zwar kann Alkemade keinen praktischen Angriff präsentieren, der die Entschlüsselung von Nachrichten ermöglicht, seine Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass den Entwicklern von Whatsapp offenbar grundlegende Kenntnisse über Kryptographie fehlen.

Stellenmarkt
  1. ENERCON GmbH, Aurich
  2. HARDY REMAGEN GMBH & CO.KG, Hürth

Der Login-Prozess von Whatsapp funktioniert dabei folgendermaßen: Der Whatsapp-Client sendet seine Telefonnummer, die mit dem Account verbunden ist, an den Server. Der Server antwortet mit einer Zeichenkette, der sogenannten Challenge. Anschließend nutzen Server und Client einen Schlüssel, der aus dem Nutzerpasswort und der Challenge generiert wurde.

Das Problem: Whatsapp nutzt den Stromverschlüsselungsalgorithmus RC4 und verwendet für die Kommunikation in beide Richtungen den identischen Schlüssel. Eigentlich ein trivialer Anfängerfehler, denn eine Stromverschlüsselung darf niemals mehrfach mit demselben Schlüssel genutzt werden. Eine einfache Stromverschlüsselung funktioniert so, dass der Algorithmus mit Hilfe des geheimen Schlüssels einen Pseudo-Zufallsstrom erzeugt, der mit der Nachricht bitweise per Xor verknüpft wird.

Werden nun zwei Nachrichten mit demselben Schlüssel erzeugt, kann ein Angreifer, der bei der Übertragung mitlauscht, beide Nachrichten ebenfalls per Xor verknüpfen. Als Ergebnis erhält er eine Kombination beider Nachrichten. Häufig kennt ein Angreifer Teile von Nachrichten. An bestimmten Stellen im Nachrichtenstrom etwa sind Informationen des Protokolls zu finden, die immer gleich sind. An diesen Stellen kann nun ein Angreifer die Daten des jeweils anderen Schlüsselstroms entschlüsseln.

Alkemade weist noch auf ein weiteres Problem der Whatsapp-Verschlüsselung hin: Das Protokoll verwendet den Algorithmus HMAC-SHA1, um die Echtheit von Nachrichten zu prüfen. Allerdings bietet HMAC selbst noch keinen Schutz gegen sogenannte Replay-Angriffe. Ein Angreifer kann somit bereits gesendete Nachrichtenteile wiederholen und so möglicherweise bei einem der Kommunikationspartner unerwünschte Aktionen auslösen. Andere Protokolle wie beispielsweise TLS verhindern solche Replayangriffe durch das Einfügen einer Nummer, die mit jeder Nachricht erhöht wird.

"Es gibt viele Tücken bei der Entwicklung eines Stromverschlüsselungsprotokolls", kommentiert Thijs Alkemade seine Entdeckungen. "Wenn man bedenkt, dass die Whatsapp-Entwickler nicht wissen, wie man Xor korrekt benutzt, sollten sie aufhören zu versuchen, so etwas selbst zu entwickeln und Lösungen verwenden, die seit mehr als 15 Jahren untersucht und aktualisiert wurden, wie beispielsweise TLS."

Alkemade liefert in seinem Blogeintrag ein Beispiel, in welcher Form eine derartige Verschlüsselung angegriffen werden kann. Das funktioniert allerdings nicht mit dem echten Whatsapp-Client, sondern nur mit einer Beispielapplikation, die lediglich Pings an den Server sendet.

Jenseits der von Alkemade gezeigten Probleme ist auch unklar, warum Whatsapp überhaupt RC4 als Verschlüsselungsalgorithmus einsetzt. RC4 gilt seit langem als unsicher und bei der IETF wird zurzeit diskutiert, ob man die Nutzung von RC4 im Rahmen von TLS generell für unzulässig erklären sollte.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 234,90€
  2. (u. a. Grafikkarten, Monitore, Mainboards)
  3. 119,90€

AnonymusChaotic 27. Mär 2015

Du kannst Die Nummer einfach blockieren, die meisten Smartphones haben eine solche...

bartosch_k 12. Feb 2014

Ich nutze daher eine Alternative. Bisher hat sich enjoystr als sehr zuverlässig erwiesen...

dEEkAy 10. Okt 2013

Nutzt aber keiner. Mein ganzer Freundes- und Bekanntenkreis nutzt Whatsapp. Ich habe...

dEEkAy 10. Okt 2013

hab jetzt in meiner clique testweise auch versucht neben whatsapp zusätzlich viber zu...

ikhaya 09. Okt 2013

Leider gibt es keine brauchbare Möglichkeit bei neuen Telefonnummern den alten und den...


Folgen Sie uns
       


Tiemo Wölken (SPD) zu Artikel 13

Der SPD-Europaabgeordnete Tiemo Wölken hofft darauf, dass das Europaparlament am 26. März 2019 den umstrittenen Artikel 13 noch ablehnt.

Tiemo Wölken (SPD) zu Artikel 13 Video aufrufen
TES Blades im Test: Tolles Tamriel trollt
TES Blades im Test
Tolles Tamriel trollt

In jedem The Elder Scrolls verbringe ich viel Zeit in Tamriel, in TES Blades allerdings am Smartphone statt am PC oder an der Konsole. Mich überzeugen Atmosphäre und Kämpfe des Rollenspiels; der Aufbau der Stadt und der Charakter-Fortschritt aber werden geblockt durch kostspielige Trolle.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Bethesda TES Blades startet in den Early Access
  2. Bethesda The Elder Scrolls 6 erscheint für nächste Konsolengeneration

Fitbit Versa Lite im Test: Eher smartes als sportliches Wearable
Fitbit Versa Lite im Test
Eher smartes als sportliches Wearable

Sieht fast aus wie eine Apple Watch, ist aber viel günstiger: Golem.de hat die Versa Lite von Fitbit ausprobiert. Neben den Sport- und Fitnessfunktionen haben uns besonders der Appstore und das Angebot an spaßigen und ernsthaften Anwendungen interessiert.
Von Peter Steinlechner

  1. Smartwatch Fitbit stellt Versa Lite für Einsteiger vor
  2. Inspire Fitbits neues Wearable gibt es nicht im Handel
  3. Charge 3 Fitbit stellt neuen Fitness-Tracker für 150 Euro vor

Falcon Heavy: Beim zweiten Mal wird alles besser
Falcon Heavy
Beim zweiten Mal wird alles besser

Die größte Rakete der Welt fliegt wieder. Diesmal mit voller Leistung, einem Satelliten und einer gelungenen Landung im Meer. Die Marktbedingungen sind für die Schwerlastrakete Falcon Heavy in nächster Zeit allerdings eher schlecht.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer und dpa

  1. SpaceX Dragon-Raumschiff bei Test explodiert
  2. SpaceX Raketenstufe nach erfolgreicher Landung umgekippt
  3. Raumfahrt SpaceX zündet erstmals das Triebwerk des Starhoppers

    •  /