Abo
  • Services:
Anzeige
Das Whatsapp-Logo
Das Whatsapp-Logo (Bild: Whatsapp)

Instant Messaging: Verschlüsselung von Whatsapp ist unsicher

Die Entwickler des Messaging-Systems Whatsapp haben schwerwiegende Fehler bei der Implementierung des Verschlüsselungssystems gemacht. Möglicherweise lassen sich dadurch Nachrichten durch Angreifer entschlüsseln.

Anzeige

Die Verschlüsselung des vor allem auf Smartphones beliebten Messaging-Systems Whatsapp enthält offenbar einige grobe Fehler. Das berichtet der Entwickler des Instant-Messaging-Programms Adium, Thijs Alkemade, in seinem Blog. Zwar kann Alkemade keinen praktischen Angriff präsentieren, der die Entschlüsselung von Nachrichten ermöglicht, seine Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass den Entwicklern von Whatsapp offenbar grundlegende Kenntnisse über Kryptographie fehlen.

Der Login-Prozess von Whatsapp funktioniert dabei folgendermaßen: Der Whatsapp-Client sendet seine Telefonnummer, die mit dem Account verbunden ist, an den Server. Der Server antwortet mit einer Zeichenkette, der sogenannten Challenge. Anschließend nutzen Server und Client einen Schlüssel, der aus dem Nutzerpasswort und der Challenge generiert wurde.

Das Problem: Whatsapp nutzt den Stromverschlüsselungsalgorithmus RC4 und verwendet für die Kommunikation in beide Richtungen den identischen Schlüssel. Eigentlich ein trivialer Anfängerfehler, denn eine Stromverschlüsselung darf niemals mehrfach mit demselben Schlüssel genutzt werden. Eine einfache Stromverschlüsselung funktioniert so, dass der Algorithmus mit Hilfe des geheimen Schlüssels einen Pseudo-Zufallsstrom erzeugt, der mit der Nachricht bitweise per Xor verknüpft wird.

Werden nun zwei Nachrichten mit demselben Schlüssel erzeugt, kann ein Angreifer, der bei der Übertragung mitlauscht, beide Nachrichten ebenfalls per Xor verknüpfen. Als Ergebnis erhält er eine Kombination beider Nachrichten. Häufig kennt ein Angreifer Teile von Nachrichten. An bestimmten Stellen im Nachrichtenstrom etwa sind Informationen des Protokolls zu finden, die immer gleich sind. An diesen Stellen kann nun ein Angreifer die Daten des jeweils anderen Schlüsselstroms entschlüsseln.

Alkemade weist noch auf ein weiteres Problem der Whatsapp-Verschlüsselung hin: Das Protokoll verwendet den Algorithmus HMAC-SHA1, um die Echtheit von Nachrichten zu prüfen. Allerdings bietet HMAC selbst noch keinen Schutz gegen sogenannte Replay-Angriffe. Ein Angreifer kann somit bereits gesendete Nachrichtenteile wiederholen und so möglicherweise bei einem der Kommunikationspartner unerwünschte Aktionen auslösen. Andere Protokolle wie beispielsweise TLS verhindern solche Replayangriffe durch das Einfügen einer Nummer, die mit jeder Nachricht erhöht wird.

"Es gibt viele Tücken bei der Entwicklung eines Stromverschlüsselungsprotokolls", kommentiert Thijs Alkemade seine Entdeckungen. "Wenn man bedenkt, dass die Whatsapp-Entwickler nicht wissen, wie man Xor korrekt benutzt, sollten sie aufhören zu versuchen, so etwas selbst zu entwickeln und Lösungen verwenden, die seit mehr als 15 Jahren untersucht und aktualisiert wurden, wie beispielsweise TLS."

Alkemade liefert in seinem Blogeintrag ein Beispiel, in welcher Form eine derartige Verschlüsselung angegriffen werden kann. Das funktioniert allerdings nicht mit dem echten Whatsapp-Client, sondern nur mit einer Beispielapplikation, die lediglich Pings an den Server sendet.

Jenseits der von Alkemade gezeigten Probleme ist auch unklar, warum Whatsapp überhaupt RC4 als Verschlüsselungsalgorithmus einsetzt. RC4 gilt seit langem als unsicher und bei der IETF wird zurzeit diskutiert, ob man die Nutzung von RC4 im Rahmen von TLS generell für unzulässig erklären sollte.


eye home zur Startseite
AnonymusChaotic 27. Mär 2015

Du kannst Die Nummer einfach blockieren, die meisten Smartphones haben eine solche...

bartosch_k 12. Feb 2014

Ich nutze daher eine Alternative. Bisher hat sich enjoystr als sehr zuverlässig erwiesen...

dEEkAy 10. Okt 2013

Nutzt aber keiner. Mein ganzer Freundes- und Bekanntenkreis nutzt Whatsapp. Ich habe...

dEEkAy 10. Okt 2013

hab jetzt in meiner clique testweise auch versucht neben whatsapp zusätzlich viber zu...

ikhaya 09. Okt 2013

Leider gibt es keine brauchbare Möglichkeit bei neuen Telefonnummern den alten und den...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. BWI GmbH, Nürnberg, München
  2. BG-Phoenics GmbH, Hannover
  3. Technische Universität Hamburg, Hamburg
  4. Sky Deutschland GmbH, Unterföhring bei München


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Drive 7,79€, John Wick: Kapitel 2 9,99€ und Predator Collection 17,49€)
  2. 12,99€
  3. Einzelne Folge für 2,99€ oder ganze Staffel für 19,99€ kaufen (Amazon Video)

Folgen Sie uns
       


  1. Staingate

    Austauschprogramm für fleckige Macbooks wird verlängert

  2. Digitale Infrastruktur

    Ralph Dommermuth kritisiert deutsche Netzpolitik

  3. Elektroauto

    VW will weitere Milliarden in Elektromobilität investieren

  4. Elektroauto

    Walmart will den Tesla-Truck

  5. Die Woche im Video

    Ausgefuchst, abgezockt und abgefahren

  6. Siri-Lautsprecher

    Apple versemmelt den Homepod-Start

  7. Open Routing

    Facebook gibt interne Plattform für Backbone-Routing frei

  8. Übernahme

    Vivendi lässt Ubisoft ein halbes Jahr in Ruhe

  9. Boston Dynamics

    Humanoider Roboter Atlas macht Salto rückwärts

  10. Projekthoster

    Github zeigt Sicherheitswarnungen für Projektabhängigkeiten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Windows 10 Version 1709 im Kurztest: Ein bisschen Kontaktpflege
Windows 10 Version 1709 im Kurztest
Ein bisschen Kontaktpflege
  1. Windows 10 Microsoft stellt Sicherheitsrichtlinien für Windows-PCs auf
  2. Fall Creators Update Microsoft will neues Windows 10 schneller verteilen
  3. Windows 10 Microsoft verteilt Fall Creators Update

Orbital Sciences: Vom Aufstieg und Niedergang eines Raketenbauers
Orbital Sciences
Vom Aufstieg und Niedergang eines Raketenbauers
  1. Astronomie Erster interstellarer Komet entdeckt
  2. Jaxa Japanische Forscher finden riesige Höhle im Mond
  3. Nasa und Roskosmos Gemeinsam stolpern sie zum Mond

Ideenzug: Der Nahverkehr soll cool werden
Ideenzug
Der Nahverkehr soll cool werden
  1. 3D-Printing Neues Druckverfahren sorgt für bruchfesteren Stahl
  2. Autonomes Fahren Bahn startet selbstfahrende Buslinie in Bayern
  3. High Speed Rail Chinas Züge fahren bald wieder mit 350 km/h

  1. Re: Von 74 Milliarden Investitionen insgesamt...

    Emulex | 08:00

  2. Um Gottes Willen...

    Emulex | 07:56

  3. Re: "Qualität" ... aus einer Blechdose

    jo-1 | 07:51

  4. Re: Elektro Trucks sind leiser und somit entsteht...

    Ach | 07:47

  5. Re: A8-Chip

    jo-1 | 07:44


  1. 17:14

  2. 13:36

  3. 12:22

  4. 10:48

  5. 09:02

  6. 19:05

  7. 17:08

  8. 16:30


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel