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Instagram: Petfluencer klonen ihre Haustiere

Wer mit einem Tier Follower bei Instagram sammelt, steht bei dessen Tod vor dem Nichts. Klonen könnte die Lösung sein, wie das Unternehmen Viagen gemerkt hat.
/ Tobias Költzsch
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Garantiert nicht geklont, dafür mächtig relaxed: Homeoffice-Hund Chase (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Garantiert nicht geklont, dafür mächtig relaxed: Homeoffice-Hund Chase Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Das texanische Unternehmen Viagen(öffnet im neuen Fenster) bietet das Klonen von verstorbenen Haustieren an. Unter anderem hat das Unternehmen 2018 den Hund von Barbra Streisand geklont – in den letzten Jahren scheint auch der Instagram-Markt immer interessanter für den Anbieter zu werden.

Hintergrund sind zahlreiche Instagrammer, deren Accounts auf dem Leben ihrer Haustiere basieren – sogenannte Petfluencer. In dem sozialen Netzwerk tummeln sich zahlreiche Accounts, die den Alltag ihrer Katzen, Hunde und anderer Tiere dokumentieren und mitunter Hunderttausende Abonnenten haben. Stirbt das Tier, steht der Kontenbetreiber häufig vor dem Nichts.

Wie Input(öffnet im neuen Fenster) in einer Reportage schreibt, hat Viagen in den letzten Jahren verstärkt den Kontakt zu Tier-Instagrammern gesucht und ist zahlreiche bezahlte Partnerschaften eingegangen. Wie viele Instagrammer bereits Zellen ihrer Tiere hinterlassen haben, will das Unternehmen nicht preisgeben; es gibt aber einige Nutzer, die offen mit dem Klonprozess ihres Tiers umgehen.

Geklonter Wolfshund nach Unfalltod

So hat beispielsweise die Fotografin Courtney Udvar-Hazy ihre Wolfshündin Willow nach einem tödlichen Unfall 2018 klonen lassen. 2019 wurden ihr neuer Hund Phoenix und fünf weitere, genetisch identische Welpen geboren. Für Udvar-Hazy war eigenen Aussagen zufolge die Motivation hinter dem Klonvorgang die Trauer um ihren Hund. Den Instagrammern lediglich Profitgier vorzuwerfen, dürfte tatsächlich zu kurz greifen.

Unter Instagrammern gibt es zahlreiche weitere Fälle dokumentierter Klone. Die Besitzer müssen sich häufig Vorwürfe gefallen lassen, dass sie unethisch gehandelt hätten. Der Klonprozess beinhaltet eine In-Vitro-Fertilisation, bei der die befruchteten Eier einer Leihhündin eingesetzt werden; unter anderem das ruft ethische Fragen auf. Auch dass alleine in den USA jährlich Millionen Hunde in Tierheimen landen, lässt die Praxis fragwürdig erscheinen.

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Bei den erwähnten Instagram-Tieren ist bekannt, dass es sich um Klone handelt. Wie Viagen mitteilt, könnten Nutzer aber wohl ihren Followern auch problemlos ein geklontes Tier als das Original präsentieren. Dafür müsste der Klonprozess allerdings vor dem Tod des ursprünglichen Tiers erfolgen, damit der Altersunterschied weniger auffällt – was weitere ethische Fragen aufwerfen dürfte.

Hoher Kostenaufwand

Billig ist das Klonen von Haustieren übrigens nicht: Zwischen 35.000 und 50.000 US-Dollar kostet der Vorgang. Viele Instagrammer in der Input-Reportage haben die Kosten auch mit Hilfe ihrer Familie getragen.


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