Instagram: BGH fordert Werbehinweis nicht für jeden Produktbeitrag

Der Bundgesgerichshof betont, dass der Verweis auf Hersteller in sozialen Netzwerken wie Instagram nicht zu werblich erfolgen darf.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
BGH hat zu Beiträgen auf Instagram geurteilt.
BGH hat zu Beiträgen auf Instagram geurteilt. (Bild: Olivier Douliery/AFP via Getty Images)

Influencerinnen dürfen nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) im Internet bei Fotos mit Produkten ohne einen Hinweis auf Werbung auf Firmen verweisen. Das setzt aber voraus, dass dies nicht zu werblich erfolgt. Das betrifft zum Beispiel sogenannte Tap Tags bei Fotos auf Instagram.

Stellenmarkt
  1. Senior Softwareentwickler und Systemverantwortlicher für die zentrale finanzmathematische ... (m/w/d)
    L-Bank, Karlsruhe
  2. IT-Infrastruktur-Systembetre- uer (m/w/d)
    Psychiatrisches Zentrum Nordbaden, Wiesloch
Detailsuche

Tap Tags sind Markierungen in Instagram-Posting, die erst durch ein Antippen des Instagram-Kontos sichtbar werden und oft als eher unscheinbarer Hinweis zu sehen sind. In diesen Tap Tag werden häufig Hersteller oder Marken genannt und ein Klick darauf führt dann zu den entsprechenden Produktseiten im Internet.

"Allein der Umstand, dass Bilder, auf denen das Produkt abgebildet ist, mit Tap Tags versehen sind, reicht für die Annahme eines solchen werblichen Überschusses nicht aus", urteilten die obersten Zivilrichter Deutschlands in Karlsruhe (I ZR 126/20, I ZR 90/20, I ZR 125/20). "Bei einer Verlinkung auf eine Internetseite des Herstellers des abgebildeten Produkts liegt dagegen regelmäßig ein werblicher Überschuss vor."

Verband Sozialer Wettbewerb sah darin unerlaubte Schleichwerbung

Der Verband Sozialer Wettbewerb hatte unzulässige Schleichwerbung beanstandet und Unterlassung sowie Abmahnkosten gefordert. Es ging um Klagen gegen die auch über das Internet hinaus bekannte Influencerin Cathy Hummels aus Oberbayern, die Hamburger Mode-Influencerin Leonie Hanne und die Göttinger Fitness-Influencerin Luisa-Maxime Huss. Die Frauen bekamen nun weitgehend recht.

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Influencerinnen und Influencer sind in sozialen Medien aktiv. Sie präsentieren auf Kanälen wie Instagram oder Youtube ihren Lebensstil, Meinungen oder Tipps zu Alltagsfragen und erreichen in der Regel viele Menschen. Die große Reichweite machen sich unter anderem auch Unternehmen für gezieltes Marketing zunutze.

Werbekennzeichnung muss sein, wenn es eine Gegenleistung gibt

In einem Fall aber sah der BGH das anders: Für einen Beitrag über eine Himbeermarmelade hatte eine der Influencerinnen eine Gegenleistung von einem Unternehmen erhalten - ohne den Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Dies werteten die Richter als Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.

Tolle Technik-Deals und viele weitere Schnäppchen

Eine geschäftliche Handlung zugunsten eines fremden Unternehmens liege auch dann vor, wenn der Beitrag "nach seinem Gesamteindruck" übertrieben werblich sei, etwa weil ohne kritische Distanz und über sachliche Informationen hinaus allein die Vorzüge eines Produkts lobend hervorgehoben werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Y - The Last Man
Eine Welt der Frauen

Vor knapp 20 Jahren wurde das erste Comic-Heft veröffentlicht, einige Jahre war die Fernsehserie Y - The Last Man in Entwicklung. Jetzt ist sie endlich bei Disney+.
Eine Rezension von Peter Osteried

Y - The Last Man: Eine Welt der Frauen
Artikel
  1. Huawei und Xiaomi: Litauen warnt vor chinesischen 5G-Smartphones
    Huawei und Xiaomi
    Litauen warnt vor chinesischen 5G-Smartphones

    Die litauische Regierung rät von der Nutzung chinesischer Smartphones ab. Diese könnten heruntergeladene Inhalte zensieren.

  2. CMOS-Batterie: Firmware-Update hat PS4 offenbar vor ewigem Aus gerettet
    CMOS-Batterie
    Firmware-Update hat PS4 offenbar vor ewigem Aus gerettet

    Sony hat mit Firmware 9.0 für die Playstation 4 ein großes Problem gelöst: eine leere CMOS-Batterie kann die Konsole nicht mehr zerstören.

  3. Call of Duty: Vanguard schon in der Beta von Cheatern geplagt
    Call of Duty
    Vanguard schon in der Beta von Cheatern geplagt

    Die uralte Code-Basis fällt Activision auf die Füße. Schon jetzt klagen Spieler der Beta-Version des neuen Call of Duty über Cheater.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Week bei NBB: Bis 50% Rabatt (u. a. MSI 31,5" Curved WQHD 165Hz 350€) • Gran Turismo 7 25th Anniversary PS4/PS5 vorbestellbar 99,99€ • Samsung T7 Portable SSD 1TB 105,39€ • PS5 bei Amazon zu gewinnen • Astro Gaming A20 + Deathloop PS5 139,99€ [Werbung]
    •  /