Schöne Farben und starker Zoom
Die Farbabstimmung erinnert tatsächlich an Leica: ausgewogen, glaubwürdig und ohne die teilweise übertriebene Übersättigung mancher Smartphonekameras. Wer möchte, kann auf Leica Natural, Leica Vivid oder Leica Chrome zurückgreifen. Zusätzlich stehen weitere Farbprofile sowie ein 10-Bit-I-Log-Modus für die Nachbearbeitung zur Verfügung.
Eine Besonderheit der Luna Ultra ist die zusätzliche Telekamera. Statt ausschließlich auf eine (relative) Weitwinkeloptik zu setzen, kombiniert Insta360 die 20-mm-Hauptkamera mit einer zweiten Kamera, die rund 60 Millimetern entspricht. Dadurch entstehen nicht nur flexiblere Bildausschnitte, sondern auch eine angenehmere Bildwirkung bei Porträts und Detailaufnahmen.
Insta360 spricht von fünf wesentlichen Brennweiten, einem verlustfreien Zoom bis zum Faktor sechs und einem maximalen Digitalzoom von zwölf. In der Praxis erwiesen sich insbesondere die mittleren und längeren Brennweiten als überraschend nützlich. Besonders bei Menschenaufnahmen schafft die Telekamera zudem eine natürlichere Hintergrundunschärfe, als man sie von Smartphones oder vielen anderen kompakten Kameras kennt.
20 Millimeter eignen sich gut für Landschaften und Vlogs, 40 Millimeter wirken angenehm natürlich, 60 Millimeter funktionieren hervorragend für Porträts, während 120 und 240 Millimeter weit entfernte Motive näher heranholen.
Bei längeren Brennweiten erzeugt die Luna Ultra eine natürlich wirkende Hintergrundunschärfe. Das macht oft einen deutlich hochwertigeren Eindruck. Besonders bei Menschenaufnahmen oder Detailmotiven profitiert die Kamera sichtbar von diesem Ansatz.
Die Kamera ist für Einsteiger wie für ambitionierte Nutzer gedacht. Wer einfach nur filmen oder fotografieren möchte, erhält direkt aus der Kamera sehr ansehnliche Ergebnisse. Wer dagegen Farbkorrektur und Grading betreibt, findet ausreichend Reserven für die Nachbearbeitung. Mit bis zu 14 Blendenstufen Dynamikumfang bleibt selbst in kontrastreichen Szenen viel Zeichnung in Lichtern und Schatten erhalten.
Auch die Motivverfolgung gehört zu den Stärken der Kamera. Insta360 nennt das System Deep Track 5.0. Im Alltag bedeutet das vor allem, dass Personen, Haustiere oder andere Motive zuverlässig verfolgt werden.
Besonders praktisch ist dabei, dass die Luna Ultra nicht nur verfolgt, sondern bei Bedarf auch den Zoom automatisch anpasst. Dadurch bleibt ein Motiv selbst dann gut sichtbar, wenn es sich von der Kamera entfernt oder auf sie zubewegt. Gerade bei Sportaufnahmen, Vlogs oder Familienvideos funktioniert das erstaunlich gut.
Interessant ist außerdem die Leistung bei wenig Licht. Hier profitiert die Luna Ultra von ihrem Triple-AI-Chip-System und dem speziellen Purevideo-Modus. Er reduziert Bildrauschen und verbessert Helligkeit sowie Details in dunklen Szenen. Nächtliche Stadtaufnahmen, Restaurants oder Innenräume profitieren davon sichtbar.
Menüs und Bedienung wie bei Ace Pro oder Gopro
Auch beim Ton hat Insta360 mitgedacht. Ein integrierter Windschutz reduziert störende Windgeräusche im Freien. Darüber hinaus verfügt der abnehmbare Fernsteuerungstouchscreen über ein eigenes Mikrofon, so dass sich Sprache auch dann aufnehmen lässt, wenn die Kamera einige Meter entfernt steht. Wer höhere Ansprüche hat, kann zudem die Mikrofone des Herstellers koppeln.
Die Bedienung erinnert stark an moderne Actioncams und ist entsprechend unkompliziert. Menüs werden per Wischgeste vom Displayrand eingeblendet, die wichtigsten Funktionen sind schnell erreichbar und die Benutzeroberfläche wirkt nach kurzer Zeit weitgehend selbsterklärend. Wer bereits Erfahrung mit Actioncams hat, dürfte sich sofort zurechtfinden.
Neben Foto und Video bietet die Kamera einige Zusatzfunktionen wie 200-Megapixel-Panoramen, Live-Frame-Fotos direkt aus Videos oder integrierte Timecodes für Mehrkamera-Projekte. Nicht jede Funktion wird jeder Nutzer benötigen, sie zeigen aber, dass Insta360 die Luna Ultra klar als Werkzeug für Content Creator positioniert.