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Insta360 Go Ultra im Test: Großartige kleine Actioncam

Auf Augenhöhe mit Kameras von Gopro und DJI: Die besonders kleine Go Ultra von Insta360 hat uns beim Test beeindruckt.
/ Peter Steinlechner
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Insta360 Go Ultra im Einsatz (Bild: Peter Steinlechner / Golem.de)
Insta360 Go Ultra im Einsatz Bild: Peter Steinlechner / Golem.de

Eine Actioncam, die so klein ist wie eine Smartwatch und trotzdem Videos auf dem Niveau deutlich größerer Modelle liefert: Genau das ist der Reiz der neuen Insta360 Go Ultra. Wir können sie fast überall unauffällig tragen oder befestigen, ohne dass sie beim Sport, auf Reisen oder im Alltag stört.

Ob mit der Magnetkette auf Brusthöhe, dem Clip an der Mütze oder per Klebepad an einer Jacke – die Go Ultra sitzt sicher und liefert aus ungewöhnlichen Blickwinkeln Bilder, an die größere Kameras nicht herankommen.

Um nur ein Beispiel zu nennen: Wir haben die Kamera per Magnetklemme (kein teures Dog-Cam-Spezialgeschirr!) am Halsband unseres Hundes Charly befestigt und sind dann laufen gegangen.

Und obwohl Charly wild herumgesprungen ist und sich sogar auf dem Rücken gewälzt hat, ist die Ultra nicht abgefallen, sondern hat im Intervallmodus stur ein Foto nach dem anderen geknipst (siehe Galerie).

Gegenüber der im Sommer 2024 erschienenen Go 3S ist die Ultra kein direkter Nachfolger, sondern eine zweite Produktlinie innerhalb der Serie. Während die 3S weiterhin die kleinste und günstigste Lösung bleibt, legt die Ultra in allen relevanten Bereichen noch eine Schippe drauf.

Das beginnt beim Sensor: Statt des 1/2,3-Zoll-Sensors arbeitet nun ein 1/1,28-Zoll-Modell mit mehr als doppelter Fläche. Das bringt sichtbar bessere Ergebnisse bei wenig Licht und ermöglicht zusammen mit dem neuen 5-nm-KI-Chip Videoaufnahmen in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde.

Für Hochkant-Aufnahmen müssen wir die Kamera einfach nur entsprechend drehen. Ausgelöst wird per Pod, an der Kamera selbst, per Sprachbefehl oder mit einer Geste.

Vergleich Insta360 Go Ultra und Insta Go 3S
Insta360 Go UltraInsta360 Go 3S
Sensor1/1.28"1/2.3"
Video Maximale Auflösung4K 60 fps4K 30 fps
Foto Maximale Auflösung8192 x 6144 Pixel (JPG + DNG)4000 x 3000 Pixel (JPG + DNG)
Maximale FOV156 Grad150 Grad
Akkulaufzeit Go Standalone70 Minuten38 Minuten
Akkulaufzeit Camera + Pod180 Minuten140 Minuten
Standalone Größe46 x 45,7 x 18,3 mm25,6 x 54,4 x 24,8 mm
Standalone Gewicht53 Gramm39 Gramm
Pod Display2,5 Zoll2,2 Zoll

Die Kamera nutzt zudem laut Hersteller einen neuen Umgebungslichtsensor, der Farbflackern reduziert und die Darstellung natürlicher wirken lässt. In der Praxis heißt das: Aufnahmen in der Abenddämmerung oder in Innenräumen sehen deutlich klarer und kontrastreicher aus als bei der Go 3S.

Mit Pure Video gibt es außerdem einen speziellen Modus, der Rauschen verringert und die Helligkeit in dunklen Szenen anhebt. Für Szenen mit starkem Gegenlicht oder schnellen Bewegungen ist Active HDR gedacht, das Kontraste besser ausgleicht und Details in hellen wie dunklen Bereichen erhält.

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Dazu kommen Fotooptionen mit bis zu 50 Megapixeln (JPG und RAW/DNG), mehrere HDR-Varianten und ein Porträtmodus, der bei Selfies oder Vlogs für natürlichere Hauttöne sorgt.

Die Bedienung bleibt trotz der Fülle an Funktionen unkompliziert. Herzstück ist das Zusammenspiel zwischen der eigentlichen Kamera und dem sogenannten Action Pod. Er dient als Steuerzentrale mit 2,5-Zoll-Flip-Display, kann als Fernbedienung fungieren und verlängert gleichzeitig die Akkulaufzeit.

Die Sache mit der Fernbedienung ist sehr viel mehr als ein Gag: Wir können dadurch unter anderem die Aufstellung und Perspektive überprüfen und alle Bild- oder Videomodi wählen – genau so, als ob wir die Kamera unmittelbar in unserer Hand hielten.

Das funktioniert stabil und viel besser als per App, und zwar auf eine Entfernung von etwas mehr als 10 Metern. Dank des Weitwinkels ist das völlig ausreichend, bei größeren Entfernungen sind wir auf Selfies sowieso kaum noch zu sehen.

Insta360 Go Ultra: Preis und Fazit

Während die Standalone-Kamera rund 70 Minuten durchhält, steigt die Laufzeit im Pod auf etwa 200 Minuten. Praktisch: Dank Schnellladen sind nach zwölf Minuten bereits 80 Prozent erreicht, so dass wir im Alltag kaum Gefahr laufen, eine Aufnahme zu verpassen.

Neu ist auch der Wechsel auf MicroSD-Karten. Statt fester Speicherkapazität können nun Karten mit bis zu 2 TB eingesetzt und bei Bedarf getauscht werden – ein Vorteil gegenüber der Go 3S, die nur internen Speicher bietet.

Beim Filmen hilft die bewährte Flowstate-Stabilisierung, die in drei Stufen eingestellt werden kann. So gelingen ruhige Videos – vom Spaziergang bis zu Action-Shots beim Mountainbiken. Auch eine horizontale Korrektur ist integriert, so dass das Bild selbst bei Schräglage stabil bleibt.

Ergänzt wird das Ganze durch ein Sichtfeld von 156 Grad, etwas weiter als bei der Go 3S, was besonders bei POV-Aufnahmen für mehr Tiefe sorgt. Passend dazu hat Insta360 eine Reihe neuer Halterungen entwickelt, von flexiblen Bandlösungen für Lenker und Helme bis hin zu Klebepads für Kleidung.

Wer möchte, kann Clips direkt in der Insta360-App (Android, iOS) oder in Insta360 Studio am PC (Windows, MacOS) bearbeiten sowie mit Musik, Effekten und Fitnessdaten aus Strava oder von einer Smartwatch anreichern.

Die App eignet sich auch, um längere Videos automatisch zuschneiden zu lassen – praktisch für alle, die schnell etwas auf Social Media teilen wollen.

Wichtige Einschränkungen gibt es dennoch. Die Ultra setzt bei der Befestigung erneut auf Insta360-eigene Lösungen – Standard-Gewinde oder Halterungen werden nicht unterstützt. Wer bereits Zubehör besitzt, muss daher auf zusätzliche Adapter zurückgreifen.

Außerdem gilt: Je kleiner die Kamera, desto schneller kann sie bei extremer Beanspruchung heiß werden. In unseren Tests trat das zwar nicht störend auf, aber gerade bei längeren Aufnahmen in 4K60 sollte man es im Blick behalten.

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Die Linsenabdeckung lässt sich einfach abschrauben. Eigentlich sollte es möglich sein, sich etwa bei Kratzern einen neuen Schutz zu besorgen. Ob es diesen jedoch einfach zu kaufen gibt, und was er kostet, wissen wir noch nicht.

Die Insta360 Go Ultra ist ab sofort beim Hersteller(öffnet im neuen Fenster) und über den Onlinehandel verfügbar, der Preis liegt bei 430 Euro. Die Go 3S bleibt als Einsteigeroption (ab 250 Euro) im Programm.

Von Golem erstellte Beispielbilder und -videos sind unter diesem Link herunterladbar.

Fazit

Die Insta360 Go Ultra überzeugt durch ihre gelungene Kombination aus Bildqualität und Kompaktheit. Der vergleichsweise große 1/1,28-Zoll-Sensor liefert Videos und Fotos auf dem Niveau anderer aktueller Actioncams, ist dabei aber in einem extrem kleinen und leichten Gehäuse untergebracht.

In Verbindung mit der stabilen Magnetbefestigung eröffnet das viele kreative Einsatzmöglichkeiten – vom schnellen POV-Shot bis hin zu unauffälligen Aufnahmen in Extremsituationen.

Besonders gelungen ist die Steuerung mit dem Action Pod als Fernbedienung. Das funktioniert im Alltag deutlich schneller und zuverlässiger als per Smartphone-App. Auch die mitgelieferten Accessoires wie Klemme und Magnet-Halskette machen den Einsatz flexibel und unkompliziert.

Zusammen mit der soliden Akkulaufzeit von 70 Minuten allein beziehungsweise 200 Minuten mit Pod ergibt sich ein rundes Gesamtpaket für Reisen, Sport und Alltag.

Weniger überzeugend finden wir, dass Insta360 erneut auf eine eigene Lösung bei der Befestigung setzt. Ein Standard-Gewinde oder eine integrierte Gopro-Halterung hätte die Kamera ohne Zusatzkosten kompatibler gemacht.

Angesichts der starken Bildqualität, der vielseitigen Halterungen und der praxisgerechten Laufzeit bleibt die Go Ultra dennoch eine der spannendsten Actioncams auf dem Markt – klein im Format, aber groß in der Leistung.


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