Insolvenz: Preisvergleich.de der Unister-Gruppe verkauft

Der Plattform Preisvergleich.de der Unister-Gruppe wurde an den Konkurrenten Get in Leipzig verkauft. Das gab der Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther am 30. Januar 2017 bekannt. Über den Preis wurde zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart.
Get übernehme wesentliche Teile des Geschäftsbetriebs von Preisvergleich.de wie die Markenrechte und die IT-Infrastruktur. Die Unister-Gläubiger haben dem Verkauf bereits zugestimmt. Laut den Angaben soll der Käufer 13 Unister-Beschäftigte übernehmen und angeblich sogar Neueinstellungen planen.
Preisvergleichsdienste arbeiten oft mit hohen Fehlerquoten. In einem Test der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2014 haben mehrere Preisvergleichsdienste immer wieder denselben Shop als Sieger angezeigt und auf nicht verfügbare Topangebote verwiesen. Laut einem Bericht der Computer-Bild(öffnet im neuen Fenster) berechnete Preisvergleich.de bis zum Jahr 2011 bei Abschluss von Stromverträgen eine Service-Pauschale von 50 Euro. Erst nach Protesten der Stromanbieter sei diese Praxis gestoppt worden.
Andere Bereiche verkauft
Mit dem Portal Shopping.de wurde zuvor Ende Dezember 2016 der erste Non-Travel-Geschäftsbetrieb Unisters verkauft. Die Domain ging an Solute aus Karlsruhe, die den Preisvergleich Billiger.de betreibt.
Das tschechische Venture-Capital-Unternehmen Rockaway Capital hatte von Unister den Travel-Bereich gekauft. Erworben wurden die Plattformen Ab-in-den-Urlaub.de, Fluege.de, Reisen.de, Billigfluege.de, Reisegeier.de, Urlaubstours.de, Hotelreservierung.de und Travelviva. Rockaway Capital werde alle der heute noch 520 Beschäftigten des Travel-Bereichs übernehmen.
Nach dem Tod der beiden Unister-Gesellschafter Thomas Wagner und Oliver Schilling bei einem Flugzeugabsturz im Juli 2016 hatte das Internet-Unternehmen Insolvenz angemeldet.



